Elektromobilität

Neheimer Unternehmerpaar setzt jetzt auf das E-Moped

E-Mopeds als Geschäftsidee: Kay und Alexandra Dahl wollen die leisen Kleinmotorräder auf dem heimischen Markt etablieren.

E-Mopeds als Geschäftsidee: Kay und Alexandra Dahl wollen die leisen Kleinmotorräder auf dem heimischen Markt etablieren.

Foto: Martin Haselhorst

Arnsberg.  Ein Neheimer Unternehmerpaar setzt auf E-Mobilität auf zwei Rädern: Mit Moped-Modellen von Horwin und Super Soco wollen auf den Markt.

E-Mobilität ist in aller Munde. Elektro-Scooter boomen in den Großstädten und wachsen im Verleihsystem diesen schon über den Kopf, während E-Autos sich nur langsam durchsetzen. Ein Neheimer Unternehmer-Paar will nun Elektro-Mopeds und zukünftig auch E-Motorräder auf dem heimischen Markt etablieren. Kay und Alexandra Dahl treten mit ihrer Firma E-Gecko als Vertriebspartner für die Marken „Super Soco“ und „Horwin“ auf.

Gute Resonanz auf Hüstener Herbst

Beides, so die Neheimer, seien Marktführer im E-Bereich in der Klasse bis 45 km/h - beim Führerschein vergleichbar mit der 50ccm-Klasse. Seit vier Wochen gehen beide mit den Maschinen auf Tour und präsentierten sich bereits beim Hüstener Herbst. „Da war die Resonanz groß“, sagt Kay Dahl. Die beste Promotion aktuell sei, bei gutem Wetter mit den Maschinentypen in der Stadt unterwegs zu sein. „An der roten Ampel gehen dann neben dir die Scheiben runter und die Leute wollen wissen, auf was man da sitzt!“, erzählt der Neheimer.

Partner für Vertrieb gesucht

Die neue Geschäftsidee brauchte Partner. Von den Herstellern sei den Unternehmern ein exklusives Vertriebsrecht im 40-Kilometer-Umkreis eingeräumt worden. Einen eigenen Laden aber haben beide nicht. „Das wäre wirtschaftlich noch nicht tragbar“, sagt Kay Dahl, „es gibt noch nicht genügend Hersteller und Marken“. So werden die Maschinen im Autohaus Renault Stamm ausgestellt. Der Partner ist nicht zufällig gewählt: „Renault hat sich früh bei E-Autos auf den Weg gemacht“, sagt Dahl. Zudem könne über die Werkstatt auch der Service für die -Mopeds geleistet werden.

Nebengeschäft neben Werbeagentur

Eigentlich betreiben Alexandra und Kay Dahl eine Werbeagentur in Neheim. Zum neuen Geschäft gekommen sind sie eher durch einen Zufall. Privat als Camper fuhren sie E-Scooter, waren sich aber schnell einig, „dass es was besseres geben muss“. So landeten sie schließlich bei den E-Mopeds. Offiziell heißen diese eigentlich E-Roller, was aber nicht zur Optik passen will. Die aktuell ausgestellte Horwin Ranger mit einer Motorleistung von 3800 Watt kommt bei einem Preis von 3490 Euro im Enduro-Stil daher, die „Super Soco TS 1200R“ mit 2400 Watt Motorleistung für 2990 Euro hat strammes Renndesign.

Geräuschloses Fahren

Freunde knatternder Motorräder kommen bei den E-Mopeds nicht auf ihre Kosten. Die Maschinen sind leise, fast geräuschlos. Mit zwei Akkus haben sie eine Reichweite von maximal 140 bis 160 Kilometer. „Die jungen Menschen demonstrieren bei Fridays for future und sind für Umweltbewusstsein sensibilisiert“, sagt Kay Dahl. Vielleicht, so hofft er, seien sie nun auch vom Umstieg auf E-Mobilität zu überzeugen. Aufgeladen werden die Akkus an normalen Steckdosen. E-Tankstellen müssen nicht angesteuert werden. Das wird sich bei größeren E-Maschinen ändern, die jetzt ebenfalls entwickelt werden und auf den Markt kommen.

Neue Führerscheinregelung?

Mit Spannung blicken Alexandra (42) und Kay Dahl (44) auf das nächste Frühjahr, wenn die „kleinen E-Flitzer“ - sie tragen das grüne Versicherungsnummernschild und werden nicht beim Straßenverkehrsamt zugelassen - ab 15 Jahren gefahren werden sollen dürfen. Die bald im Angebot hinzukommenden 125ccm-E-Motorräder brauchen eine Zulassung und den A1-Führerschein. Künftig sollen sie auch mit dem Autoführerschein gefahren werden können. Die Gesetze sind aber noch nicht durch.

„Auf dem Markt wird sich noch etwas tun“, glauben beide. Prognosen, wie sich das Geschäft entwickeln wird, wagen sie nicht abzugeben. Vorerst läuft alles als Nebengeschäft zur Werbeagentur. „Vom Verkauf der E-Mopeds leben müssen, wollte ich jetzt noch nicht“, sagt Kay Dahl.

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