Niedereimer

Niedereimer: Arbeitskreis erinnert an Polizistenmord

„Brückenbauer“ Peter Hering, 2. Vorsitzender Holger Glaremin, stellv. Landrätin Ursula Beckmann und AKD-Vorsitzender Detlev Becker (von links).

„Brückenbauer“ Peter Hering, 2. Vorsitzender Holger Glaremin, stellv. Landrätin Ursula Beckmann und AKD-Vorsitzender Detlev Becker (von links).

Foto: Privat

Niedereimer.  Im Rahmen eines Tages der offenen Tür erinnerte der Arbeitskreis Dorfgeschichte Niedereimer an den Polizistenmord vor 40 Jahren.

Die Bewahrung auch der lokalen und regionalen Geschichte ist eine wichtige, eine Identität stiftende und damit eine unverzichtbare Aufgabe. Und die hat sich auch der Arbeitskreis Dorfgeschichte Niedereimer (AKD) schon seit langen Jahren auf die Fahne geschrieben.

Beim traditionellen Tag der offenen Tür in diesem Jahr stand dabei ein besonders trauriges Kapitel im Mittelpunkt: Die sinnlosen Morde an den beiden jungen Polizisten Michael Gödde und Bernd Korb im Jahr 1979, die die Menschen erschütterten und fassungslos zurückließen.

Angehörige zeigen sich von der Ausstellung beeindruckt

Zu diesem denkwürdigen Anlass trugen die Heimatforscher aus Niedereimer Zeitungsberichte und Fotos aus damaliger Zeit sowie aktuelle Berichte und Fotos vom diesjährigen 40. Gedenktag zusammen. Mit dieser Veranstaltung wollte der AKD dem Vergessen an die schreckliche Tat eines jungen belgischen Soldaten vorbeugen.

Die Angehörigen der Ermordeten zeigten sich von den zusammengetragenen und ausgestellten Materialien beeindruckt. Zu sehen waren an diesem Tag noch zusätzlich ehemalige Ausrüstungsgegenstände der Polizei, wie zum Beispiel Tschako, Knebelkette oder Fahndungsmappe „Terrorristen“ aus den 1960er und 1970er Jahren.

Stellvertretende Landrätin Ursula Beckmann würdigt Engagement der Heimatvereine

Die stellvertretende Landrätin Ursula Beckmann, die dieser besonderen Veranstaltung beiwohnte, überbrachte die Grußworte der Kreisverwaltung. Beckmann würdigte vor Ort in Niedereimer die Arbeit der Heimatvereine grundsätzlich, „die sich in besonderer Weise um das Geschichtsbewusstsein der jeweiligen Orte einsetzen. Dies spiegelt sich hier und heute darin wieder, dass sich der AKD Niedereimer in diesem Jahr mit dem hoch sensiblen Thema des Mordes an zwei Polizisten hervorragend und gleichzeitig einfühlsam auseinandersetzt.“

„Brückenbauer“ Peter Hering mit Hartnäckigkeit zum Ziel

Ebenfalls begrüßt werden konnte vom Vereinsring-Vorstand der „Brückenbauer“ Peter Hering, dem es durch seine Hartnäckigkeit gelungen war, eine Verbindung zwischen Ruhrtal-Radweg und dem neu gestalteten Polizeidenkmal zu initiieren.

Hering hatte sich mit großem persönlichen Engagement, wie mehrfach berichtet, für die Aufwertung des längst vergessenen Gedenksteins am einstigen Tatort und dem Bau einer Brücke an dieser Stelle über den Obergraben von Perstorp eingesetzt. Damit soll, so Peter Herings Intention, die Erinnerung an die beiden im Dienst erschossenen Polizeibeamten auch für die Zukunft bewahrt werden.

Arbeitskreis-Vorstand ist mit der Besucherresonanz sehr zufrieden

Im Anschluss an den Besuch der kleinen Ausstellung des Arbeitskreises Dorfgeschichte blieben die Gäste noch beisammen und unterhielten sich angeregt über die damaligen Ereignisse.

Davon ließen sie sich auch vom recht ungemütlichen Wetter nicht abhalten, boten doch die wasser- und winddichten Pavillons, in denen eine Cafeteria eingerichtet worden war, ausreichend Schutz.

So konnte der Vorstand am Abend ein positives Fazit ziehen. Vor allem mit der großen Besucherresonanz hatte man so nicht gerechnet. Was aber auch zeige, dass das Thema richtig gesetzt worden sei.

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