Zukunft pflanzen

Offener Garten in Endorf blüht auf

Dagmar Gödde und Ehemann Helmut Thomas in ihrem natürlichen Garten in Endorf.

Dagmar Gödde und Ehemann Helmut Thomas in ihrem natürlichen Garten in Endorf.

Foto: Franziska Richter

Endorf.  Seit letztem Jahr nimmt das Ehepaar mit seinem 3400 Quadratmeter großem Garten an den „Offenen Gärten im Ruhrbogen“ teil.

Heilpraktikerin Dagmar Gödde und ihr Ehemann Helmut Thomas haben 2016 in Endorf ein 3400 Quadratmeter großes Grundstück gekauft. „Ich war schon immer eine leidenschaftliche Gärtnerin“, so Dagmar Gödde ,„wir haben deshalb gezielt nach einem großen Grundstück gesucht, um viel Platz für den Garten zu haben“.

Unter dem Schwerpunkt eines naturnahen Gartens haben sie das Anwesen mit insektenfreundlichen Pflanzen und Lebensräumen für Vögel und Igel ausgestattet. Man könnte meinen, dieses Areal hätte ein Landschaftsgärtner entworfen, aber Dagmar Gödde und ihr Ehemann kümmern sich ganz alleine um ihren Garten.

Auch alte Pflanzen aus Bauerngärten haben ihren Platz gefunden

Verschiedene Rosenarten waren schon durch den Vorbesitzer vorhanden, aber mittlerweile blüht der Garten richtig auf: Flammende Liebe, Dreimasterblume, Fingerhut, sogar eine riesige Kugeldistel – hier wachsen viele Pflanzen aus alten Bauerngärten, die heutzutage in kleineren Gärten keinen Platz mehr finden.

Neben der Anpflanzung unterschiedlicher Stauden, Blumen und Kräuter wurden in den letzten 18 Monaten auch Nistkästen, diverse Totholzstapel sowie Steinhaufen und Trockenmauern geschaffen. Zusätzlich lässt Dagmar Gödde in einigen Ecken des Gartens die ungeliebte Brennnessel stehen.

Brennnessel ist wichtig für Schmetterlinge

„Was viele nicht wissen ist, dass die Brennnessel eine der wichtigsten Futterpflanzen für Schmetterlinge ist. Sie legen deshalb gerne ihre Eier auf den Blättern der Pflanze ab“, erklärt sie.

Aber das Ehepaar fördert nicht nur die Fortpflanzung der Schmetterlinge, sondern bietet auch vielen Vogelarten einen Nistplatz an.

Spatzen lieben die Geselligkeit

Da Haussperlinge - besser bekannt als Spatzen - sehr gesellige Tiere sind und herkömmliche Nistkästen nicht immer annehmen, hat das Ehepaar einen speziellen Dreier-Kolloniekasten gebaut.

„Da sind dann aber tatsächlich keine Spatzen eingezogen. Im mittleren Abteil hat eine Meise ihr Nest gebaut und die anderen beiden Abteile sind dann natürlich leer geblieben“, erzählt Gödde und lacht.

Keine Chemiekeule

Jeden Tag arbeitet Dagmar Gödde zwischen den Stauden und Blumen, denn so ein außergewöhnlicher Garten braucht viel Pflege. Doch Chemie hat hier nichts zu suchen. „Das ist einfach für niemanden gut“, erklärt die Naturliebhaberin.

Stattdessen düngt sie ihre Pflanzen mit gekörntem Rinderdung. Dieser verbessere mild und nachhaltig den Boden, der so die Nährstoffe langsam und gleichmäßig freigebe.

Außerdem werden Schädlinge mit natürlichen Mitteln wie Teebaumöl, Algenkalk oder Knoblauchbrühe abgehalten. Göddes Tipp: „Einfach zwischen den Blumen Kräuter anpflanzen. Die ätherischen Öle der Kräuter vertreiben Ungeziefer auf natürliche Art und Weise.“

Der Garten befindet sich im stetigen Wandel

Da der Vorbesitzer des Areals Imker war, standen in dem ehemaligen Bienenhaus noch einige ungenutzte Bienenkästen, die zu Hochbeeten umgestaltet wurden.

Doch der Garten ist noch lange nicht fertig, denn er befindet sich im stetigen Wandel. Momentan wird im hinteren Teil ein neues Beet mit einer Bruchsteinmauer gebaut. Geplant sind neben weiteren Blumenbeeten mit insektenfreundlicher Bepflanzung noch ein Feuchtbiotop und ein großer Steingarten mit freien Sandflächen für Wildbienen. Das Feuchtbiotop soll im Vorgarten des Anwesens durch einen Bachlauf entstehen.


Der „Liebhabergarten“ in Endorf kann am 11. August 2019 erkundet werden

Seit letztem Jahr nimmt das Ehepaar Gödde an den „Offenen Gärten im Ruhrbogen“ teil. Dass der Garten nicht versteckt werden sollte, war von Anfang an klar. „Unser Garten ist etwas Besonderes und ich bin froh, wenn ich das mit vielen Menschen teilen kann“, so Dagmar Gödde.

Durch den Austausch, den dieses Projekt ermöglicht, können die Besucher und die Gärtner selbst ihr Wissen über die Pflanzenwelt erweitern.

Der nächste Termin, um den „Liebhabergarten“ in Endorf zu erkunden, ist der 11. August 2019.

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