Schmerzensgeld

Absturz: Piloten-Erbe soll an überlebendes Mädchen zahlen

Bilder des Schreckens im Sommer 2013: Kleinflugzeug stürzt auf Ruhrwiesen bei Wickede ab

Foto: Andreas Dunker

Bilder des Schreckens im Sommer 2013: Kleinflugzeug stürzt auf Ruhrwiesen bei Wickede ab

Arnsberg.   Der Sohn des Arnsberger Unglückspiloten soll 200.000 Euro Schmerzensgeld an ein überlebendes Kind der Absturztragödie vom August 2013 bezahlen.

Nach einem Urteil des Landgerichts Arnsberg muss der Sohn als Erbe des Unglückspiloten der Absturztragödie vom August 2013 nun 200 000 Euro Schmerzensgeld zuzüglich Zinsen an die damals schwer verletzt überlebende Maya E. bezahlen. Das heute fünfjährige Mädchen hatte sich schwerste Kopfverletzungen zugezogen.

Nach mehreren vorangegangenen Verfahren (u.a. zur Übernahme von Bestattungskosten für die verstorbenen Passagiere oder Haftung für Rentenzahlung) entschied die Kammer des Landgerichts auch diesmal im Sinne der klagenden Familie eines Müscheder Steinbruch-Unternehmers. Wie das Landgericht mitteilt wird mit dem jetzigen Urteil aber auch bestätigt, dass der Sohn des beim Absturz gemeinsam mit vier allesamt miteinander verwandten Insassen ums Leben gekommene Pilot auch für sämtliche zukünftige Ansprüche materieller und immaterieller Art für Maya E. aufkommen muss, sofern diese nicht schon durch Sozialversicherungsträger beglichen werden.

Grund- und Teilurteil

Das Landgericht spricht von einem Grund- und Teilurteil. So sind zusätzlich formulierte materielle Schadenspositionen wie zum Beispiel Betreuungskosten für das gehandicapte Mädchen noch nicht abschließend behandelt worden. „Diese Sache war noch nicht entscheidungsreif“, so Dr. Johannes Kamp, Sprecher des Landgerichts Arnsberg.

Wichtig aus Sicht der Kammer war das Grundurteil. Das besagt, dass die „Klage dem Grunde nach gerechtfertigt“ sei. Immer wieder hatten die Anwälte des Pilotensohnes viele eigene Gutachten und Argumente vorgelegt, die die Feststellung der Schuld des Piloten in Frage gestellt haben. Die Kammer aber überzeugte das auch diesmal wie schon in den vorangegangen Verfahren nicht. Ein von den Anwälten des Pilotensohnes gefordertes unabhängiges gerichtliches Gutachten wurde erneut abgelehnt, weil das „Vorbringen nicht erheblich“ gewesen sei.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Rechtskräftig ist dieses Urteil noch nicht. Der Beklagte hat jetzt einen Monat nach Zustellung des Urteils Zeit, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.

Parallel zum aktuellen zivilrechtlichen Verfahren hatten die Rechtsvertreter des Neheimer Erben auch strafrechtliche Vorwürfe gegen die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, den Vercharterer der Unfallmaschine und den technischen Service des Flugplatzes Arnsberg-Menden eingeleitet. Hier wurden Anzeigen erstattet. Ziel ist es hierbei nachzuweisen, dass den Piloten bei dem Absturz kein schuldhaftes Verhalten vorzuwerfen sei.

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