Kriminalität

Neheim: Prozess nach Messerstecherei bei McDonalds begonnen

Auf dem Parkplatz der Neheimer McDonalds-Filiale solle sich das tragische Geschehen zugetragen haben.

Auf dem Parkplatz der Neheimer McDonalds-Filiale solle sich das tragische Geschehen zugetragen haben.

Foto: Katrin Clemens

Neheim.  Ein Neheimer (47) soll auf den Lebensgefährten seiner Ex-Frau eingestochen haben. Im Gericht schildern sie unterschiedliche Versionen.

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Der Mann auf der Anklagebank der Großen Strafkammer beim Landgericht Arnsberg macht nicht gerade das Bild eines brutalen Gewaltstraftäters. Er ist geknickt, verzweifelt und bricht bei der Schilderung der Tatumstände mehrfach in Tränen aus. Doch er muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten.

Der Angeklagte soll dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft nach mittels eines gefährlichen Werkzeuges und mittels einer das Leben gefährdenden Handlung versucht haben seinen Kontrahenten, den jetzigen Lebensgefährten seiner Exfrau, zu töten. Er soll ihm einen Stich in die linke Schulter und zwei in den Bauchraum versetzt haben.

Messerstecherei in Neheim – Angeklagter ist nicht vorbestraft

Der 47-jährige, nicht vorbestrafte Neheimer, der seit dem Vorfall in Untersuchungshaft sitzt, bestreitet eine Tötungsabsicht und schildert ein Tatgeschehen, das, sollte es sich als wahr herausstellen, eine Notwehrsituation denkbar werden lässt. Was war passiert?

Kurz nach Mitternacht, vom 8. auf den 9. Juni dieses Jahres, war man sich auf dem McDonalds-Parkplatz in Neheim zufällig begegnet. Der Angeklagte saß in seinem geparkten Pkw, als das spätere Opfer auf das Fahrzeug zukam.

Er soll die Tür des Fahrzeugs aufgerissen und unvermittelt auf den Angeklagten eingeschlagen und ihn sodann in den Schwitzkasten genommen haben. Der Angeklagte will kaum noch Luft bekommen haben.

„In dieser Notsituation hat mein Mandant in Panik wahllos von der Mittelkonsole einen Gegenstand erfasst und nach dem Angreifer geschlagen. Der Gegenstand stellte sich dann als ein Messer heraus“, so der Verteidiger des Angeklagten, Constantin Kirschbaum aus Neheim. Sein Mandant habe sich lediglich gegen den rechtswidrigen Angriff gewehrt.

Etwas anders schilderte der Geschädigte das Tatgeschehen. „Als ich auf den Pkw zuging, riss der Ex-Mann meiner Freundin die Tür auf, sprang aus dem Auto, kam auf mich zu und es kam zu einem Gerangel. Als der wieder in sein Auto einstieg, merkte ich das Blut und spürte die Verletzungen“, gab der als Nebenkläger auftretende Geschädigte an. Er kam ins Krankenhaus, wurde operiert und war zwei Monate arbeitsunfähig.

Neheimer bleibt in U-Haft

Der Grund der Streitigkeiten zwischen den Männern rührt aus der Scheidung des Angeklagten, der für den gemeinsamen Sohn das alleinige Sorgerecht hat. Seit der Scheidung und am Tattag war es zwischenzeitlich immer wieder einmal zu Kontroversen und gegenseitigen Strafanzeigen gekommen.

Nach der Beweisaufnahme am ersten Verhandlungstag regte der Verteidiger an, seinen Mandanten aus der Untersuchungshaft zu entlassen. „Bei dem jetzigen Stand der Ermittlungen bestehen keine Haftgründe mehr“, gab dieser zu bedenken.

Prozess wird fortgesetzt

Dem widersprach allerdings der Staatsanwalt Klaus Neulken: „Ihr Mandant ist genau dort, wo er hingehört und bleiben soll.“ Der Vorsitzende Richter der Strafkammer, Daniel Langesberg, lehnte letztlich das Ansinnen des Verteidigers ab.

Der Prozess wird nun am Montag, 16. Dezember, am Arnsberger Landgericht fortgesetzt. Ob es dann bereits ein Urteil gibt, bleibt abzuwarten.

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