Kultur

Sanierung des Sauerlandtheaters Arnsberg kostet 850.000 Euro

Die Türen sind noch zu: Sauerland-Theater 

Die Türen sind noch zu: Sauerland-Theater 

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.   Reparaturen und Modernisierung nach Wasserschaden dauert noch an. Versicherungsschaden in Höhe von 320.000 Euro. Wiedereröffnung im Juni

Die Neueröffnung des Sauerlandtheaters Arnsberg wird sich erneut verschieben. Die Hoffnung einer Wiederaufnahme des Betriebes nach dem Wasserschaden im Herbst 2017 noch im März erwies sich als zu ambitioniert. Jürgen Kilpert, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement bei der Stadt Arnsberg, legt sich nun auf den Juni 2019 fest. „Diesen Termin werden wir nach den uns jetzt vorliegenden Informationen halten können“, sagt er. Rund 850.000 Euro wird die Sanierung und Modernisierung dann gekostet haben.

Für Verzögerungen hatten die inzwischen von vielen Auftraggebern beklagten Probleme bei der Akquise von Handwerksbetrieben sowie Lieferung von Materialien und Neuanschaffungen gesorgt. Vor allem aber auch - wie schon berichtet - das lange Zeit nicht vorliegende Gutachten über Schadensursache und Schadensausmaß, das für die Behebung der Versicherungsschäden zum Teil abgewartet werden musste. Wichtigste Aussage im Gutachten, so Jürgen Kilpert am Donnerstag im Sport- und Kulturausschuss: Ein Auslöser der Sprühwasserlöschanlage war fehlerhaft. „Es war ein Fehler im System“, so Kilpert, „da lag kein menschliches Versagen vor“. Und somit auch kein Versäumnis der Stadt.

Die Versicherung wird sich nun damit beschäftigen, ob möglicherweise ein Hersteller haftbar gemacht werden kann. Es geht schließlich nicht vorrangig um die Kosten für die Reparatur der Brandschutzanlage - der fehlerhafte Teil kostet „nur“ 6500 Euro - , sondern um das Volumen des gesamten Versicherungsschadens. Der ist inzwischen behoben und macht allein 320.000 Euro aus, die nun von der Stadt Arnsberg bei der Versicherung eingereicht werden. Erneuert oder saniert wurden der Bühnenboden, die Elektroanlage, Estrich, Bodenfliesen, Decken und Wände im Keller, der Orchestergraben, Hauptvorhang mitsamt Aufzug und Scheinwerfer. Diese abgeschlossenen Arbeiten werden am Ende mit der Versicherung abgerechnet. Schon während der Arbeiten wurden alle Schritte eng mit der Versicherung abgestimmt. Versichert war der Neuwert.

Die Zwangsschließung des Theaters, das war früh klar, sollte für ohnehin irgendwann anstehende Modernisierungen genutzt werden. Auch hier ist schon viel passiert: Erneuert wurden der Parkettboden im Saal, Teile der Schließanlage und der Textilbezüge an den Sitzen. Die Beleuchtung wurde auf LED-Technik umgestellt, Treppengeländer ergänzt und erhöht und zwei Flex-Step-Treppen für den barrierefreien Zugang installiert. „Auch das ist alles fertig“, so Jürgen Kilpert. Kosten: 250.000 Euro.

Zusätzliche 280.000 Euro aus städtischem Etat kosten noch anstehende Investitionen in der heute enorm anspruchsvollen Bühnen- und Saaltechnik: Angeschafft werden bewegliche Scheinwerfer im Saal, erneuert oder optimiert wird die Beschallungsanlage und installiert wird eine Mithöranlage für hörgeschädigte Menschen

Sauerland-Theater Wasserschaden

Kulturbüro unter Zeitdruck

Für den städtischen Kultur-Fachbereichsleiter Peter Kleine wird es höchste Zeit mit der Wiedereröffnung. „Zum Kunstsommer muss das Sauerlandtheater offen sein, sonst kriegen wir große Probleme“, sagt er. Die hat das Kulturbüro jetzt schon gehabt. Besucherzahlen, Rückmeldungen von Kulturgästen und auch Veranstaltern hätten gezeigt, dass das Kulturzentrum Hüsten als alternativer Veranstaltungsort nicht angenommen wurde. „Das ist einfach kein Theater“, so Peter Kleine, „da erwarten die Leute mehr Ambiente für ihr Geld“.

Mit der abgeschlossenen Modernisierung sieht Peter Kleine das Theater aber für die Zukunft aufgestellt. „Es ist uns gelungen den nostalgischen Charme des Theaters zu erhalten und zu modernisieren“, sagt er. Auch Jürgen Kilpert ist zufrieden. Der 59-Jährige ist mit dem Theater groß geworden, erinnert sich an Auftritte von Jürgen von der Lippe als jungen Liedermacher oder Klaus Doldinger. „Ich finde unser Theater schön!“, sagt er stolz.

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