Geldwirtschaft

Sparkasse Arnsberg/Sundern: Minus-Zinsen soll es nicht geben

Sparkasse Arnsberg/Sundern: Vorstand Jürgen Schwanitz und Michael Sittig präsentieren Wachstumszahlen bei rückläufigem Gewinn.

Sparkasse Arnsberg/Sundern: Vorstand Jürgen Schwanitz und Michael Sittig präsentieren Wachstumszahlen bei rückläufigem Gewinn.

Foto: Martin Haselhorst

Arnsberg/Sundern.  Die Sparkasse Arnsberg/Sundern will alle Prämiensparverträge mit Erreichen der höchsten Sparstufe auszahlen. Minus-Zinsen soll es nicht geben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Im Rahmen von Optimierungsmaßnahmen auf der Kostenstrukturseite in einer anhaltenden Minus-Zins-Phase kündigt die Sparkasse Arnsberg/Sundern das schrittweise Auslaufen aller Prämiensparverträge an. In diesem Jahr sollen rund 20 Millionen Euro an gut 1000 Kunden ausgezahlt werden, die die höchste Prämienstaffel und damit das ursprünglich vereinbarte Ziel erreicht haben. Eine Verlängerung ist nicht möglich.

Kunden werden kontaktiert

In den kommenden Wochen sollen die Kunden, die das betrifft von der Sparkasse kontaktiert und über die Kündigung des Vertrages informiert werden. Schon seit gut fünf Jahren hat die Sparkasse keine Neuverträge mehr geschlossen. Die jetzige Auszahlung ist der Beginn des endgültigen Auslaufen des vor Sparmodells. In den nächsten zwölf Jahren, so schätzt Sparkassen-Vorstand Michael Sittig, werden weitere 1400 Kunden ausgezahlt werden müssen.

Prämienspar-Auszahlung am 1. Juli

Das Prämiensparen war als Langzeitsparvariante eingeführt worden. Kunden vereinbarten eine jährliche Sparrate und erhielten am Ende des Jahres jeweils eine Prämie auf die Sparleistung. Nach 17 Jahren - sofern es im flexiblen Modell keine Unterbrechung der Sparratenzahlung gegeben hat - ist die höchste Prämienstufe erreicht. Dieser Punkt ist jetzt bei den jetzt zu informierenden Kunden erreicht. Die Auszahlung soll am 1. Juli 2020 erfolgen. „Wir werden dann mit den Kunden das Gespräch suchen, was es nun für Möglichkeiten gibt“, sagt Sittig.

Gewerblicher Giropreis kann steigen

Die Zins-Krise zwingt die Sparkasse sämtliche Dienstleistungen und Produkte auf den Prüfstand zu stellen. So soll sich auch mit den Giropreisen für den gewerblichen Bereich beschäftigt werden. „Eine Preisanpassung ist denkbar“, kündigt Vorstandsmitglied Jürgen Schwanitz an. „Unsere Dienstleistungen haben einen Wert. Wenn uns der Zins genommen wird, müssen wir zwangsläufig über verursachergerechte Preise nachdenken“, so Schwanitz.

Keine Minus-Zinsen geplant

Kein Thema bei der Sparkasse Arnsberg/Sundern ist aktuell allerdings die Erhebung von Minus-Zinsen - und das obwohl der Leitzinssatz im kompletten Jahr 2019 eine Minuszahl war. Sparer und Einleger sollen damit nicht belastet werden. „Wir geben jährlich vier Millionen Euro Negativzins nicht an die Kunden weiter“, sagt Michael Sittig. So sinke aber der Zinsüberschuss und damit die Haupterlösquelle des Geldinstituts.

Geldinstitut im Wandel

Das Geldinstitut ist im Wandel. In einer Strategie bis 2025 sucht der Vorstand Antworten auf die Fragen wie zinsloses Umfeld, Digitalisierung, Demografie und Regulatorik. „Die Nähe zum Kunden wird wichtiger denn je“, sagt Michael Sittig. Gerade in dieser Zeit bräuchten Kunden kompetente Beratung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben