Letzter Verhandlungstag?

Warten auf die Urteile im Umarex-Prozess

Mit Spannung erwartet: Die Urteile im Umarex-Prozess.

Mit Spannung erwartet: Die Urteile im Umarex-Prozess.

Foto: Martin Haselhorst

Arnsberg.  Nach zehn Verhandlungstagen werden am Donnerstag die Urteile vor dem Landgericht im Umarex-Prozess um einen spektakulären Waffenhandel erwartet.

Nach einer letzten Erklärung der Angeklagten soll es am Donnerstag ab 9.30 Uhr vor dem Landgericht Arnsberg zu den Urteilsverkündungen im sogenannten „Umarex“-Prozess kommen. Hintergrund des Verfahrens gegen fünf Angeklagte ist ein Waffenhandel, an dessen Ausgangspunkt ein 47-jähriger Neheimer stand, der als Mitarbeiter des Arnsberger Waffenproduzenten Umarex während der Arbeitszeit Teile entwendete, daraus mehr als 70 Pistolen montierte und diese über einen ebenfalls angeklagten Mendener Zwischenhändler auf den Markt brachte.

Hauptangeklagter aus Neheim

Für den Neheimer Hauptangeklagten forderte Staatsanwalt Thomas Schmelzer für einen schweren Fall von Diebstahl, dem Dauerbesitz und Überlassen und Handel mit Waffen eine Haftstrafe von vier Jahren und 10 Monaten. Die Verteidigung hält so vier Jahre Haft für V. für angemessen.

Der Mendener Zwischenhändler H. (27) sollte nach Sicht der Staatsanwaltschaft zu vier Jahren Haft verurteilt werden, weil er „die Nachfrage geschaffen“ und den „kriminellen Zugang aufgemacht“ habe. Die Verteidigung plädierte auf eine Strafe von zwei Jahren auf Bewährung. Weitere 26-jährige Zwischenhändler aus Hagen sollten aus Sicht des Staatsanwaltes zu zwei Jahren und zehn Monaten und zwei Jahren und drei Monaten verurteilt werden. In beiden Fällen gehe es um Besitz und Weitergabe von Waffen. Die Verteidigung setzt auf Bewährungsstrafen.

Drogentherapie

Im Fall des Hagener Angeklagten I. aus Hagen, bei dem Waffenhandel ebenso eine Rolle spielte wie zufällig aufgeflogener Handel mit Drogen, forderte der Staatsanwalt ein Strafmaß in Höhe von acht Jahren und neun Monaten. Erst am Ende verwies er auf die Möglichkeit eines Maßregelvollzugs mit Drogentherapie. Das wünscht sich auch die Verteidigung und plädierte er für ein Strafmaß von 5 Jahren und sechs Monaten, das später halbiert werden könne, wenn sein Mandant eine mindestens zweijährige Therapie erfolgreich durchlaufe.

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