Gericht

Wilde Szenen auf der Autobahn 46

Justizia hat einem 27-Jährigen eine satte Geldstrafe verpasst...

Justizia hat einem 27-Jährigen eine satte Geldstrafe verpasst...

Foto: David-Wolfgang Ebener / dpa

Arnsberg.  Amtsgericht Arnsberg verurteilt 27-Jährigen wegen Nötigung zu 1950 Euro Geldstrafe. Sein Führerschein liegt einen Monat auf Eis.

Ein 27-jähriger Bundeswehrsoldat aus Meschede war mit seinem BMW an der Anschlussstelle Arnsberg-Uentrop auf die A 46 in Richtung Werl aufgefahren – und soll dann sehr dicht auf einen VW-Golf aufgefahren sein, der gerade einen Lkw überholte. Nichts Wildes? Doch der Vorfall beschäftigte jetzt das Arnsberger Amtsgericht, denn es kam zur Eskalation...

Als der Golf-Fahrer vor dem Lkw wieder auf die rechte Fahrspur wechselte, überholte ihn der BMW.

Dessen Fahrer setzte sich dann vor den VW, der 130 km/h schnell war, und soll ohne Grund so stark abgebremst haben, dass der Gefährdete nur mit Mühe einen Verkehrsunfall verhindern konnte, indem er eine Vollbremsung durchführte und auf die linke Fahrspur zog. Der Golf-Fahrer wiederum überholte nun den BMW, der jetzt nach links gelenkt haben soll, um den VW an die Mittelleitplanke zu drängen. Dieses Szenario hatte der VW-Fahrer jedenfalls unmittelbar nach dem Geschehen bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Die Staatsanwaltschaft klagte den BMW-Fahrer daraufhin wegen Nötigung vor dem Amtsgericht an.

Der Soldat jedoch stritt den Vorwurf ab und gab an, dass es der Fahrer des VW gewesen sei, der ihn ausgebremst habe. Seine drei Mitfahrer traten als Zeugen auf und bestätigten grundsätzlich diese Aussage. Es ergaben sich jedoch zwischen den Angaben des Angeklagten und den Zeugen deutliche Widersprüche. Die Schilderung des 48-jährigen Gefährdeten und dessen Frau, die als Beifahrerin von dem Geschehen Fotos gefertigt hatte, stimmten logisch überein, so dass die Staatsanwältin zu der Überzeugung gelangte, dass ihr Vorwurf der Nötigung im vollen Umfang bestätigt werde.

„Der Angeklagte ist zwar nicht vorbestraft, hat aber ein äußerst gefährliches Verhalten an den Tag gelegt“, so die Anklagevertreterin, die eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 65 Euro beantragte.

Geldstrafe und Fahrverbot gefordert

Zudem solle ein Fahrverbot von einem Monat ausgesprochen werden. Das Gericht war von der Schuld des Angeklagten überzeugt und verurteilte den Soldaten zu einer Geldstrafe von 1950 Euro. Es wurde zudem ein Fahrverbot von einem Monat ausgesprochen, das nicht für Fahrzeuge der Bundeswehr gilt.

„Ihr Verhalten mit 130 km/h bei regennasser Fahrbahn und Dunkelheit war unverantwortlich. Die Anzahl der Zeugen ist nicht ausschlaggebend. Deren Aussagen waren widersprüchlich und ihre Angaben, dass sie sich vor dem Prozess nicht mehr über diesen Vorfall unterhalten hätten, unglaubwürdig“, machte der Richter dem Angeklagten in seinem Schlusswort deutlich.

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