Balve: Vereinszuschuss wird zum politischen Zankapfel

Der Festspielverein ist in finanziellen Schwierigkeiten. Die Stadt unterstützt den Verein nun mit 5000 Euro.

Der Festspielverein ist in finanziellen Schwierigkeiten. Die Stadt unterstützt den Verein nun mit 5000 Euro.

Foto: Archiv/ Sven Paul

Balve  Der Festspielverein erhält 5000 Euro aus dem städtischen Haushalt. Nach Sicht von UWG und SPD ist das aber deutlich zu wenig.

Der in Not geratene Festspielverein soll mit 5000 Euro aus dem städtischen Haushalt unterstützt werden. Was für den Verein zunächst eine gute Nachricht ist, sorgte während der vergangenen Ratssitzung für mächtig Diskussionen, denn einigen Ratsmitgliedern war das deutlich zu wenig.

Konkret geht es um 2500 Euro, die UWG-Fraktionschef Lorenz Schnadt dem Verein mehr geben wollte. Denn im Haushalt sind für Märchenwoche und die Klassikveranstaltung der Stadt jährliche Zuschüsse in Höhe von 5000 Euro vorgesehen. Im vergangenen Jahr wurde jedoch nur die Hälfte der Mittel auch tatsächlich ausgezahlt und anderweitig im Haushalt verbucht. "Jeder Verein kriegt das, was im Haushalt steht", so Schnadt. So wollte der UWG-Fraktionschef auf die für 2020 festgesetzten 5000 Euro die in 2019 nicht abgerufenen Mittel aufschlagen, also 7500 Euro. Unterstützung erhielt Schnadt vor allem von den Sozialdemokraten. "Wir fordern schon seit Jahren einen Fonds zur Kulturförderung. Hätte man sich dazu vor einigen Jahren entschieden, käme man jetzt nicht in so eine Not", erklärte SPD-Fraktionschef Cay Schmidt. Für Thomas Vogtmann (SPD) wäre das Kulturleben in Balve "sehr viel ärmer", wenn der Festspielverein "baden geht".

Kein Schutzschirm für Vereine

Gegenwind bekamen UWG und SPD jedoch von den Christdemokraten. "Der Aktionismus der UWG erinnert mich an eine Links-Rechts-Schwäche: auf der einen Seite eine Haushaltssperre fordern, aber dann Geld für Vereine freigeben", kritisierte Johannes Schulte. Für Heinz Lürbke (CDU) habe die Entscheidung gar Signalwirkung etwa mit Blick auf Schützenvereine: "Fangen wir jetzt damit an, kommen im Sommer alle anderen Vereine." Bürgermeister Hubertus Mühling bekräftigte, dass es nicht darum gehe, "einen Schutzschirm einzurichten und Begehrlichkeiten zu wecken". Schlussendlich brachte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Hubert Sauer den Antrag ein, lediglich 5000 Euro an den Festspielverein zu überweisen - wie es im aktuellen Haushaltsplan vorgesehen ist.

Mit absoluter Mehrheit stimmte der Rat - bei Gegenstimmen von SPD und UWG sowie einer Enthaltung - unterm Strich für den CDU-Antrag.

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