Serie „Balve gestern und heute“

Fast unendliche Geschichte des Hoffmeister-Brunnens in Balve

Der Hoffmeister-Brunnen in Balve, so kennen die Balver ihn heute.

Der Hoffmeister-Brunnen in Balve, so kennen die Balver ihn heute.

Foto: Sven Paul / WP

Balve.  Was hat es mit dem Hoffmeister-Brunnen auf sich? Der Pfarrarchivar von St. Blasius Balve, Rudolf Rath, kennt die kuriose Geschichte.

Er plätschert etwas unscheinbar vor sich hin: der Hoffmeister-Brunnen an der Hauptstraße. Junge Leute und Neubürger stellen sich zuweilen die Frage: Welche Personen sind mit Reliefs bedacht worden? Und welche Geschichte steckt dahinter? Der Pfarrarchivar von St. Blasius, Rudolf Rath, kennt die Antwort. Sie ist durchaus kurios.

Raths Zeitreise führt zurück ins Jahr 1994. Zunächst wurde lediglich Franz Hoffmeister mit einem Bronzerelief am Brunnen bedacht.

Vor gut 25 Jahren wurde am Balver Hoffmeister-Brunnen an der Hauptstraße, häufig genutzt als Ruhepunkt oder auch Planschbecken, ein weiteres Relief angebracht: Neben dem Profil Franz Hoffmeisters (1898-1943), Gründer des Sauerländer Heimatbundes, erinnert dieses Porträt seither an Theodor Pröpper (1896-1979), den Gründer der Heimwacht Balve. Sie hat kürzlich von diesem Festakt im Jahre 1994 ein Video präsentiert.

Raths Zeitreise führt noch weiter zurück, ins Jahr 1949: Hoffmeister wird geehrt. Auf dem Brunnen sind beide Personen einander zugewandt, Hoffmeister, Pfarrvikar aus Holthausen, Begründer des Sauerländer Heimatbundes, und der Mann aus Balve, Musiker und Schriftsteller.

Mit Absicht: Beide waren langjährige Weggefährten im Sauerländer Heimatbund. Dem guten Freund widmete Theodor Pröpper 1949 ein Buch „Franz Hoffmeister – Leben und Werk“. Schon damals meinte der Verfasser: „Dieses Buch soll mehr sein als nur ein literarisches Denkmal für Franz Hoffmeister.“ Pröpper brachte schon damals ein sichtbares Denkmal für Hoffmeister ins Gespräch.

Balves Ehrenbürger Pröpper war folgerichtig treibende Kraft für die Errichtung des Ehrenmals. Unterstützt wurde er von der Heimwacht Balve. So entstand mitten in der Stadt, unmittelbar an der quirligen Hauptstraße ein Plätzchen, das mit Sitzbank zur Rast einlädt.

Ganz so beschaulich verlief allerdings die Entstehungsgeschichte nicht: Gleich zweimal nämlich musste der Grundstein für dieses Ehrenmal gelegt werden. Zwar stellte schon 1949 die Katholische Kirchengemeinde St. Blasius diesen Standort am westlichen Rand des Kirchplatzes zur Verfügung. 1951 wurde lediglich eine symbolische Grundsteinlegung für den Hoffmeister-Brunnen gefeiert – im Rahmen der zehnten Heimattage des Sauerländer Heimatbundes.

Immer wieder Schwierigkeiten

Doch das Projekt stockte. Vielfältige Fragen waren im Rahmen eines „Wegebauprojektes“ zu klären. Der Grund wurde 1954 gesetzt, „in aller Stille“, wie Rath betont.

Selbst dann ging’s nicht recht voran. „Finanzielle Schwierigkeiten“, so lassen Dokumente erkennen, verhinderten eine zügige Errichtung. 1956 ging der Auftrag zur Schaffung des Hoffmann-Porträts und der Wappenschilder an Bildhauer Greitemann aus Seidfeld bei Sundern.

Erst im Jahr 1957 war das Werk vollendet. Endlich sprudelte Wasser ins Brunnenbecken, aufmerksam beobachtet von einer kunstvoll geschmiedeten Schnecke. Wappen und Schrifttafel an der rückwärtigen Bruchstein-Wand des Ehrenmals weisen auf die Errichter hin, die bis zur Neugliederung im Jahr 1975 selbstständigen Landkreise Arnsberg, Meschede, Brilon und Olpe.

Seit 1994 weisen ein zusätzliches Porträt und eine Schrifttafel am Ehrenmal auch auf Theodor Pröpper hin. Die Balver Heimwacht präsentierte im vorigen Jahr ein Video von der Einweihung des Pröpper-Reliefs am Hoffmeister-Brunnen vor 25 Jahren. Damit rückte sie Pröpper wieder in den Blick der Öffentlichkeit – pünktlich zur Feier des 40. Todestages des großen Balvers.

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