STRAFZINSEN

Sparkasse stimmt Kunden auf steigende Gebühren ein

Sparkassen-Filiale Garbeck

Sparkassen-Filiale Garbeck

Foto: Jürgen Overkott / WP

Balve.  Die Strafzinsen der Europäischen Zentralbanken setzen auch heimische Kreditinstitute unter Druck. Was plant die Sparkasse?

Sparkassen-Chef Kai Hagen befürchtet, dass die Gebühren für Kunden des öffentlich-rechtlichen Geldinstitutes mittelfristig steigen werden. Das sagte er in einem Gespräch mit der „Westfalenpost“.

Der Vorstandssprecher geht davon aus, dass die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine nicht absehbare Zeit die Geldwirtschaft in der Europäischen Union bestimme. Zuletzt hatte die EZB Strafzinsen für Einlagen der Banken sogar noch erhöht.

Hagen verwies aber darauf, dass die Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis bereits vor zwei Jahren auf verschlechterte Marktbedingungen reagiert habe. „Deshalb sehen wir jetzt keinen Bedarf für Veränderungen.“ Derzeit habe das Geldinstitut „immer noch eine ausreichende Ertragslage“.

Hagen sagte weiter, weder die kommunalen Gesellschafter der Sparkasse noch die Mitarbeiter müssten sich gegenwärtig Sorgen machen. „Wir planen auch für 2019 eine Ausschüttung, die voraussichtlich in ähnlicher Höhe ausfällt wie im letzten Jahr.“ Im vergangenen Jahr hatte die Sparkasse insgesamt eine Million Euro unter ihren sechs Gesellschaftern verteilt. „Wir gehören in den Kommunen, die an uns beteiligt sind, nach wie vor zu den Topzahlern, was die Gewerbesteuer angeht.“ Ob dieses Niveau in fünf Jahren noch zu halten sei, ließ Hagen offen: „Das wird immer schwieriger, für alle Geldinstitute.“

Den Mitarbeitern sagte er: „Wir haben nie betriebsbedingte Kündigungen vorgenommen, das werden wir auch nicht tun.“ Hagen fügte hinzu, es bleibe weiterhin bei 14 Monatsgehältern für die Mitarbeiter. Die Sparkasse habe dennoch „niedrigste Kosten-Quoten“. Als Beispiel nannte Hagen das Modell Altena. Dort werden zwei Geschäftsstellen von einem Team betreut. Für Garbeck gebe es „keine Pläne“, das bisherige Angebot zu verringern.

Zusammenarbeit mit Volksbank

Den gemeinsamen Betrieb einer Filiale mit der Volksbank nannte Hagen auf mittlere Sicht „theoretisch möglich“. In Nordhessen gibt es inzwischen Geschäftsstellen, die mal von der Sparkasse, mal von der Volksbank besetzt sind. Im Siegerland teilen sich Sparkasse und Volksbank bereits einen Geldautomaten.

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