ÄRZTLICHE LEITUNG

Wachwechsel bei Stüekens: DRK bleibt in der Familie

DRK Balve, Verabschiedung lang gedienter Vorstandsmitglieder (von links). Karl Würminghausen, Rainer Schäfer, Stephan Elend, Paul Stüeken, Bernd Krämer

DRK Balve, Verabschiedung lang gedienter Vorstandsmitglieder (von links). Karl Würminghausen, Rainer Schäfer, Stephan Elend, Paul Stüeken, Bernd Krämer

Foto: V. Greger / DRK Balve

Balve.  Wachwechsel beim DRK. Und dennoch gibt es Beständigkeit. Denn bei der ärztlichen Leitung folgt Stüeken auf Stüeken. Was plant der Junior?

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Balve bleibt ein Familienbetrieb. Dr. Paul Stüeken sr. verabschiedet sich als ärztlicher Leiter des Verbandes. Sein Nachfolger ist sein Sohn Dr. Paul Stüeken jr. Er will bei seiner ehrenamtlichen Arbeit einen neuen Schwerpunkt setzen.

Sein Vater hat drei Jahrzehnte für das DRK gearbeitet. Angefangen hat er kurz nach seiner Niederlassung in Balve. „Die Leute vom DRK brauchten einen Arzt, der regelmäßig die Medikamente, die auf dem Wagen waren, aktualisiert hat“, erinnert sich Dr. Paul Stüeken sr., „es ging aber auch um medizinische Fragen oder um Impfungen fürs Personal.“

Die Einsätze seien vielfältig gewesen. Zugleich aber betont er: „Schulungen und Fortbildungen gehörten nicht zu meinen Aufgaben. Das war aber auch nicht so mein Ding, mich als Lehrer vor eine Gruppe zu stellen.“

Der Junior indes übernimmt die pädagogische Rolle im DRK gern. „Die Mitglieder fragen mehr Unterstützung in medizinischen Fragen ab, und die Gruppe ist auch größer geworden, mit der Zeit. Das sind inzwischen 30, 35 Helfer“, stellt Dr. Paul Stüeken jr. fest.

Als er selbst noch auf der anderen Seite tätig war, alles Rettungssanitäter, damals in den 90ern, sei die Gruppe „noch deutlich kleiner“ gewesen, blickt Dr. Paul Stüeken jr. auf seine ersten praktischen Erfahrungen im Gesundheitswesen zurück. „Es waren einfach weniger Leute als heute, die bei den Diensten mitgemacht haben.“ Zudem sei der Schulungsbedarf in früheren Zeiten längst nicht so groß gewesen.

Das hat sich längst geändert. „Der nächste Schulungstermin ist im Januar“, sagt Dr. Paul Stüeken jr. beiläufig. Um welche Inhalte geht es dabei? „Rettungshelferschulungen“, erwidert der 40-jährige Mediziner knapp. „Sie bilden Personal aus, und sie bilden sich fort. Das unterstütze ich an einem Tag.“

Rettungshelfer dürfen Krankentransportwagen (KTW) fahren; sie assistieren dem Rettungssanitäter. Rettungshelfer absolvieren in NRW 80 Stunden theoretische Schulung und 80 Stunden Lehrrettungswachenpraktikum. Interessenten müssen mindest 17 Jahre alt sein. Erforderlich sind zumindest Hauptschulabschluss oder abgeschlossene Berufsausbildung.

Aufwendiger ist die Schulung zum Rettungssanitäter. Sie dürfen in NRW Rettungstransportwagen (RTW) fahren sowie im Team mit einem Notfallsanitäter in Versorgung und Transportbegleitung von Notfall-Patienten tätig werden. Mehr Verantwortung ist an eine intensivere Ausbildung mit drei 160-stündigen Abschnitten gekoppelt. Am besten und mit zwei Jahren am längsten ausgebildet sind Notfallsanitäter. „Sie haben schon fast arztähnliche Kompetenzen“, fügt Dr. Paul Stüeken sr. hinzu. Die beiden Ausbildungsgänge werden aber überörtlich organisiert – im Gegensatz zu den Helfer-Schulungen.

Seine pädagogische Ader hat Dr. Paul Stüeken schon in Kindertagen entdeckt: „Wir waren eine große Familie“, erzählt er augenzwinkernd, „ich war immer jemand, der vorne weg läuft.“ Vater Stüeken stolz: „In der Schule war er Klassensprecher.“

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