HILFSPROJEKTE

Was für Ugandakreis ein Abenteuer in Afrika war

Sechs Mitglieder des Ugandakreises sind mit dem katholischen Monsignore Dr. Cosmas Alule (Mitte) in Afrika unterwegs.

Sechs Mitglieder des Ugandakreises sind mit dem katholischen Monsignore Dr. Cosmas Alule (Mitte) in Afrika unterwegs.

Foto: Elke Luig, Uganda-Kreis

Garbeck.  Mail-Kontakt ist gut, das persönliche Gespräch ist besser. Was sechs Mitglieder des Ugandakreises in Afrika erlebten, verblüffte sie.

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Die ganze Welt, so scheint es im Internet-Zeitalter, ist ein Dorf. Natürlich steht der Ugandakreis aus Garbeck per Mail in Kontakt zu den Ansprechpartnern seiner Hilfsprojekte in dem afrikanischen Staat. Aber mit dem Internet ist das so eine Sache, wie die katholische Gemeindereferentin Elke Luig weiß: „In Uganda gibt es nur oft nur stundenweise Strom. Internet ist teuer. Manche haben nur einen Tagespass.“ Kurzum: Wenn die Mitglieder des Ugandakreises wirklich wissen wollen, wie es um ihre Projekte steht, müssen sie sich schon selbst nach Afrika bemühen. Sechs von ihnen waren im Oktober da. Zeit für ein Gespräch.

Wir treffen uns im Garbecker Gemeindezentrum. Elke Luig sowie Walburga Vermillion und ihr Mann Franz-Josef Schneider-Vermillion haben den Tisch im Besprechungszimmer mit handwerklichen Produkten des ostafrikanischen Staates dekoriert: mit Handschüppen aus Bast, einer handgeschnitzten Figurengruppe und einem schwarz-gelben Tuch. Ein Fotoband erinnert daran, dass die Tour in Richtung Äquator bereits vor fünf Jahren stattfand. Was haben die Drei vom Ugandakreis jetzt erlebt?

Abenteuer Autofahrt

„Wir waren in der Regenzeit da“, sagt Walburga Vermillion. Was das bedeutet, erläutert ihr Mann: „Statt über staubige Pisten sind wir über schlammige Strecken gefahren. Das Wasser spritzte aus den Pfützen.“ Es gab viele Pfützen. Überhaupt gilt Autofahren in dem Land als Abenteuer: Linksverkehr über Buckelpisten, in den Städten wird der Verkehr per Handzeichen geregelt, Wegweiser sind so selten wie die Blaue Mauritius. „Deshalb haben wir frühzeitig einen Fahrer gebucht“, erinnert sich Walburga Vermillion. Dasselbe galt für die Flüge Mitte und Ende Oktober. Am Ende ging alles gut.

Mit Freude und Erleichterung sah die Gruppe aus Deutschland bei ihrer selbstfinanzierten Rundreise, dass sich ihre Projekte gut entwickelt haben. Was wird gefördert?

Warum Wohnraum für Lehrer so wichtig ist

Für Bildungseinrichtungen, Schulen und Kindergärten, gibt es eine bauliche Förderung. Zudem werden Möbel angeschafft, Tische vor allem und Spielgerät. „Außerdem“, erzählt Elke Luig, „fördern wir den Bau von Lehrerhäusern.“ Die Unterkünfte erinnern an geräumige Gartenhäuser. Im Land traditioneller Rundhütten gelten sie als Luxus. „Wenn wir Lehrer anwerben wollen, müssen wir ihnen Wohnraum anbieten - sonst kommen sie nicht“, weiß Elke Luig.

Was Schulpatenschaften bewirken

Auch Schulpatenschaften sind dem Ugandakreis wichtig. Insgesamt 81 Kinder ermöglichen sie zu lernen. 160 Euro Schulgeld pro Kind stemmen Spenden aus dem Hönnetal. Damit sind die Kosten für die Schule bis auf einen kleinen Restbetrag gedeckt. Elke Luig freut sich darüber, dass in dem afrikanischen Land immer mehr Mädchen und Jungen immer länger lernen dürfen: „Der durchschnittliche Schulbesuch dauert jetzt 5,6 Jahre. 1990 waren es nur 2,6 Jahre.“

Ein weiteres wichtiges Projekt ist neben zwei Trinkwasserbrunnen eine Krankenstation. Franz-Josef Schneider-Vermillion: „Sie ist zu Zweidrittel fertig. Jetzt geht es nur noch um kleinere Restarbeiten.“ Die Krankenstation ist der ganze Stolz von Monsignore Dr. Cosmas Alule. Er stand der Gruppe aus Deutschland als Begleiter zur Verfügung.

Überhaupt die Menschen. „Sie sind“, schwärmt Walburga Vermillion, „so freundlich, alle.“

INFO

Am Sonntag, 24. November, 15.30 Uhr, will der Ugandakreis interessierten Besuchern buchstäblich vor Augen führen, wie sich die Projekte in Afrika entwickelt haben. Zur Diashow werden fair gehandelter Kaffee und Kuchen serviert. Der Eintritt ist frei, Spenden indes sind willkommen.

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