Stadtteilzentrum

40 Jahre U 27 in Gerthe: Sommerfest ruft Erinnerungen wach

Anna trägt Luftballons auf dem Kopf auf dem Gelände des U 27 und hat mit ihrer Freundin ganz viel Spaß daran. Das städtische Freizeit- und Stadtteilzentrum U 27 Gerthe steht auch bei den Kleinen ganz hoch im Kurs.

Anna trägt Luftballons auf dem Kopf auf dem Gelände des U 27 und hat mit ihrer Freundin ganz viel Spaß daran. Das städtische Freizeit- und Stadtteilzentrum U 27 Gerthe steht auch bei den Kleinen ganz hoch im Kurs.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Gerthe.  Bei der Jubiläums-Feier des U 27 in Gerthe wird nicht nur die Gegenwart gefeiert. Leiter Stefan Kreggenfeld lässt die Geschichte Revue passieren.

Für Alina wäre ein Leben ohne das Stadtteil- und Freizeitzentrum U 27 in Gerthe unvorstellbar. Sie kommt jeden Tag nach der Schule hier her. „Das Freizeithaus ist einfach der Hammer“, sagt die Zwölfjährige.

Die 40 Jahre stecken voller Erinnerungen

Dieses Freizeithaus an der Hegelstraße 32 wird nun 40 Jahre alt – gefeiert wird das mit verschiedenen Attraktionen wie Hüpfburg, Bastelständen und Fußballspielen. Es ist eine lange Zeit, mit vielen Erinnerungen.

Das Gebäude selbst steht seit 1912 und war ursprünglich als freie Schule im Einsatz. Stefan Kreggenfeld (57), seit 22 Jahren Leiter des Zentrums, weiß viel über die Geschichte des Hauses: „Der Keller erlangte traurige Berühmtheit als „Blutkeller“, weil die Nazis dort folterten und töteten“.

Haus hat dunkle Vergangenheit

So dunkel diese Vergangenheit auch ist – die Gegenwart und die Zukunft sind umso heller. Nach der Zeit des Nationalsozialismus diente das Gebäude wieder verschiedenen Schulen, im Dachgeschoss gab es zeitweise auch eine Kita.

Seit 1979 Anlaufstelle für die Jugend

1979 öffnete das Kinder- und Jugendfreizeithaus dann als Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche erstmals seine Pforten. Die verschiedenen Leiter des Zentrums drückten ihm unterschiedliche Stempel auf. So gab es in der Zeit, als Lehrstellen knapp waren, das Jugendarbeitslosenfrühstück. Nicht nur zum Frühstücken. Auch zur Beratung.

Ziel: ein Netzwerk sein

„Es wurden nicht nur Snickers und Cola verkauft, sondern es wurde auch Hilfe angeboten. Wir wollen ein Netzwerk sein. Alles hier passiert mit dem Hintergrund der Beratung und Hilfe, in allen Lebensbereichen“, so Stefan Kreggenfeld.

Disco „Flash“ war Kult

Gerne erinnert sich der Sozialarbeiter an die Zeit zurück, in der die Disco „Flash“ und die dazugehörige Kneipe in den 80ern und 90ern jeden Freitag öffneten: „Die Disco war der absolute Straßenfeger in Gerthe. Es kamen immer so um die 200 Leute. Es war wirklich überwiegend nett, aber irgendwann mussten wir die U18 Reglung einführen, weil auch Ältere kamen, die krumme Geschäfte drehten“.

2008 schloss die Disco dann, aber es folgten neue Projekte, beispielsweise das „U-Sound“, das jeden letzten Freitag im Monat stattfindet. Hier können jeweils drei Bands im Keller auftreten. Mitmachen darf jeder – vorausgesetzt die Texte sind frei von Diskriminierung.

Seit 2002 ist das Zentrum offiziell auch das „Stadtteilzentrum U 27 Gerthe“. Es war der Start für die sozialräumliche Orientierung, das U 27 diente von da an auch als Familienbildungsstätte, als Musikschule und als Jugendhilfezentrum.

Wichtig für den Stadtteil

Stefan Kreggenfeld lebt seine Arbeit. Eigentlich wollte er höchstens fünf Jahre in dem Freizeithaus arbeiten: „Ich kann mich hier einfach selbst verwirklichen. Es geht hier viel um Spaß. Und natürlich auch darum, was Sinnvolles zu tun, Kontakte zu knüpfen, zu helfen. Das liegt mir sehr am Herzen. Orte wie dieser sind sehr wichtig für die Stadtteile“.

Die Disco Flash erlebt an diesem Abend dann noch ihre einmalige Auferstehung: Bis 23 Uhr werden mit zwei ehemaligen DJs nochmal die 80er und 90er zum Leben erweckt. Zur Feier dieses besonderen Tages.

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