50 Jahre Internet

50 Jahre Internet: Bochum feiert live mit Boston

Zum 50. Geburtstag des Internets gab es an der Technischen Hochschule Georg Agricola eine Live-Übertragung aus Boston. Hochschulpräsident Prof. Jürgen Kretschmann freute sich.

Zum 50. Geburtstag des Internets gab es an der Technischen Hochschule Georg Agricola eine Live-Übertragung aus Boston. Hochschulpräsident Prof. Jürgen Kretschmann freute sich.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum.  Die TH Georg Agricola in Bochum feierte mit einer Live-Übertragung aus Boston 50 Jahre Internet. Selfies mit Internet-Pionieren waren da gefragt.

Einmal neben dem Informatiker Nicholas Negroponte auf einem Foto zu stehen, das ist schon was Besonderes. Da wird die Kamera gezückt und es werden eifrig Selfies und Gruppenbilder geschossen.

Dass es sich bei dem MIT Media-Lab-Gründer Negroponte nur um ein Abbild auf einer Leinwand handelt und der echte Wissenschaftler etwa 6000 Kilometer Luftlinie entfernt ist, scheint den Besuchern dieser besonderen Geburtstagsparty egal zu sein. Hochschullehrer und andere Interessierte sind in die Technische Hochschule Georg Agricola gekommen, um gemeinsam mit Internet-Pionieren, Wissenschaftlern und Digitalunternehmern auf der anderen Seite des großen Teichs 50 Jahre Internet zu feiern.

Liveübertragung aus Boston

Bochum ist eine von wenigen ausgewählten Locations in Europa, die die Jubiläumsveranstaltung aus Boston live übertragen dürfen. Klar, dass da wieder die Kamera gezückt wird, als der Name Bochum gemeinsam mit Berlin und Frankfurt als deutsche Übertragungsorte eingeblendet werden.

„Da standen wir auf einmal auf dem Bildschirm. Das ist schon was ganz Besonderes“, freut sich Professorin Heike Kehlbeck. Die Veranstaltung sei Teil einer neuen Ausrichtung der Hochschule: „Wir wollen mehr Start-Up-Ideen in die Hochschule bringen. Deshalb machen wir das Ganze hier.“

Dass die Hochschule den Festakt übertragen darf, ist Professor Heinrich Arnold von der TU Berlin zu verdanken: „Boston. Berlin. Bochum – das passt doch einfach“, sagt der Botschafter des World Frontiers Forum. Er sehe gute Chancen für Start-Ups hier in Bochum, gerade im industriellen Bereich: „Das Silicon Valley hatte einen Gründerboom, Berlin hatte einen und auch Bochum hat Potenzial.“

Geburtsstunde des Internets

Während es in der Hochschule an der Herner Straße eher darum geht, wie das Internet effektiv für den industriellen Bereich genutzt werden kann, dreht es sich in den Vorträgen in Boston vielmehr um die Chancen und Gefahren, aber auch um die Geschichte des World Wide Web: Vier Rechner wurden an den Universitäten Stanford, Santa Barbara, Los Angeles und Utah zum Computernetzwerk „Arpanet“ zusammengeschlossen und kommunizierten miteinander. Das Ereignis gilt als die Geburtsstunde des Internets.

Präsident notiert Anregungen

„Auch wir haben mal klein angefangen: Von der Bergbauschule zur Hochschule mit internationaler Ausrichtung“, so Hochschulpräsident Jürgen Kretschmann, der sich in seinem Notizbuch Anregungen aus den Vorträgen notiert. „Ich bin wirklich glücklich, dass wir den Festakt übertragen dürfen. Die Internet-Pioniere, die da heute stehen, haben auch mal bei null angefangen und brauchten einen langen Atem bis heute. Auch unsere Studierenden sollten sich von Rückschlägen nicht beirren lassen.“

Studenten müssen zu Hause bleiben

Die mussten beim Rudelgucken jedoch zu Hause bleiben und können sich das Spektakel allenfalls als Wiederholung ansehen. „Die schreiben morgen früh um acht Uhr eine Klausur“, so Professorin Kehlbeck.

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