Ruhr-Universität

Ärger über freizügiges Foto-Shooting im Botanischen Garten

Ein Juwel im Botanischen Garten der Universität: der Chinesische Garten mit seiner Teichanlage und Pavillons.

Ein Juwel im Botanischen Garten der Universität: der Chinesische Garten mit seiner Teichanlage und Pavillons.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Zwei Frauen haben sich im Botanischen Garten der Ruhr-Uni bei einem Foto-Shooting ungebührlich verhalten. Das hat einen WAZ-Leser sehr geärgert.

Die Empörung war groß: Ein Besucher des Botanischen Gartens an der Ruhr-Universität hat sich darüber geärgert, wie sich zwei Frauen bei einer privaten Foto-Session offenbar ziemlich daneben benommen haben. „Dieses aus meiner Sicht respektlose Verhalten ist eine Schande für das Angebot des Bota und tritt das Engagement der Studien- und Forschungseinrichtung mit Füßen!“, schreibt der WAZ-Leser.

Der Vorfall ereignete sich am Sonntag, 7. Juli. Der Leser war mit seiner Familie in der frei zugänglichen Anlage zu Besuch. Um 15.30 Uhr erreichte er den Chinesischen Garten, ein besonders schöner Teil des Botanischen Gartens. Dort traf er auf „zwei Damen, welche gerade dabei waren, ihre ,Foto-Shooting-Outfits’' zu wechseln. Kurzzeitig standen die Damen nur im BH bekleidet im Pavillon des Chinagartens, während sie sich lautstark Tipps zu Einstellungen ihrer Handykameras gaben. Im Pavillon waren auf der Brüstung mehrere Taschen abgestellt, Schuhe standen verteilt auf dem Boden.“

Barfuß durch den Teich gestampft

Eine der beiden Frauen habe die andere ,Darstellerin“ fotografiert, welche zuvor über das Geländer gestiegen sei und barfuß inmitten des Teiches gestanden haben. Als der Fotografin das Handy in den Teich gerutscht sei, habe die fotografierte jüngere Dame „keinerlei Hemmungen“ gehabt, „durch den Teich zu stampfen und das Gerät aus dem Wasser zu fischen. „Die Szene wurde mit lautem Gelächter der beiden Protagonistinnen untermalt.“

„Verantwortung und ein respektvoller Umgang mit seiner Umwelt sind ein hohes Gut“

In einem auswärtigen Auto, auf dem Werbung für eine Arztpraxis gemacht worden sei, seien die Frauen dann um 17 Uhr weggefahren. „Ich kann mir schon ausmalen, wie groß der Aufschrei solcher Besucher/innen ist, wenn der Botanische Garten irgendwann nur noch gegen Eintrittsgeld (oder gar nicht mehr) besucht werden kann“, meint der Leser. „Verantwortung und ein respektvoller Umgang mit seiner Umwelt sind ein hohes Gut, welches leider in der heutigen Gesellschaft (egal in welcher Schicht) keine Selbstverständlichkeit mehr darstellt.“

In den Teichen herumzugehen kann die Lehmdichtung des Teichbodens beschädigen

Der Direktor des Botanischen Gartens, Prof. Thomas Stützel, erklärte dazu: „Grundsätzlich haben wir im botanischen Garten eine Besucherordnung, die es verbietet, Wege zu verlassen. In den Teichen herumzugehen kann die Lehmdichtung des Teichbodens beschädigen und das wird dann sehr teuer. Würden Männer so entblößt herumsteigen, wären sie vermutlich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses dran.“ Und weiter: „Wäre von unserer Aufsicht jemand zugegen gewesen, hätte er die Damen ohne Umschweife des Gartens verwiesen.“

Generell haben wir aber schon ein Problem mit ungebührlichem Verhalten

Schäden seien zwar nicht festgestellt worden, zumindest keine, die den Frauen hätten zugeordnet werden können. Trotzdem sagt Stützel: „Generell haben wir aber schon ein Problem mit ungebührlichem Verhalten von Besuchern und auch mit Diebstählen. Wenn unsere Mitarbeiter dann was sagen, werden sie auch noch unverschämt angemotzt. Zum Glück weiß der bei weitem überwiegende Teil der Besucher, wie er sich zu verhalten hat.“

Die Arztpraxis wollte sich nicht äußern, weil das eine Privatsache der Frauen gewesen sei.

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