Thyssenkrupp Stahl

Bochum: 1000 Stahl-Arbeitsplätze sollen gestrichen werden

Die Wut der Stahlarbeiter dürfte große sein. Unser Bild entstand vor dem Tor Süd  an der Essener Straße während der Tarifauseinandersetzungen vor zwei Jahren.

Die Wut der Stahlarbeiter dürfte große sein. Unser Bild entstand vor dem Tor Süd an der Essener Straße während der Tarifauseinandersetzungen vor zwei Jahren.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Gegen die Vernichtung von rund 1000 Arbeitsplätzen allein in Bochum will sich die IG Metall wehren. Diese Zahl sickerte am Freitag (6.) durch.

Gegen den drohenden, nach WAZ-Informationen, deutlichen Abbau von bis zu 1000 Stahlarbeitsplätzen allein in Bochum will sich die IG Metall mit massivem Widerstand zur Wehr setzen. Derzeit arbeiten noch rund 2800 Menschen bei Thyssenkrupp Stahl in Bochum Die 1. Bevollmächtigte der Gewerkschaft für Bochum und Herne, Eva Kerkemeier, kündigt für die nächste Woche heftige Proteste an. „Jetzt geht es um den Stahlstandort Bochum. Wir erwarten vom ThyssenKrupp-Stahl-Vorstand Klarheit.“

Unmittelbar nach der Aufsichtsratssitzung waren zu den beiden Bochumer Standorten an der Essener und an der Castroper Straße zwar keine Einzelheiten genannt worden, doch scheinen sich schlimme Befürchtungen zu bewahrheiten. In einem Interview mit dieser Zeitung bereitete Thyssenkrupp-Personal-Vorstand Oliver Burkhard die Bochumer Belegschaften auf tiefe Einschnitte vor. Wörtlich sagte er: „Ob das Warmbreitbandwerk in Bochum dann noch richtig platziert ist, wird sich zeigen. Eine Schließung dieses Aggregats bedeutet aber nicht, das Aus für den Standort Bochum, wo wir viel mehr machen als Warmbreitband.“

Bei der IG Metall schrillen die Alarmglocken

Bei solchen Aussagen schrillen bei Eva Kerkemeier die Alarmglocken. „Selbst wenn die in Bochum nicht mehr benötigten Mitarbeiter an anderen Standorten weiter beschäftigt werden. Wir fordern: Der Stahlstandort Bochum muss erhalten bleiben.“ Auch die bislang noch etwas nebulösen Aussagen zur Elektroband-Fertigung an der Castroper Straße verlangen nach Gewerkschaftsangaben geradezu nach Klarstellungen. Vor allem seien die angekündigten Investitionen längst nicht sicher, sie müssten erst vom Vorstand der Thyssenkrupp AG freigegeben werden.

Klare Worte findet Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD): „Gerüchte wabern zu lassen statt klare Konzepte auf den Tisch zu legen, ist unanständig. So geht man nicht mit den Kolleginnen und Kollegen von Thyssenkrupp und ihren Familien um. Dass seit zehn Jahren nicht ausreichend in die Standorte in Bochum investiert wurde, haben wir den Herren Cromme und Schulz zu verdanken, die das notwendige Geld in Brasilien und Amerika versenkt haben. Dies darf jetzt aber nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.“

Nach der WAZ vorliegenden internen Mitarbeiter-Informationen ist im Zusammenhang mit der Bochumer Warmbreitbandstraße und dem Elektrobandwerk von „Strukturanpassungen“ die Rede. Stahlarbeiter wissen, dass, wann immer von Anpassungen gesprochen wird, meist Personalabbau oder gar Werksschließungen gemeint sind.

Wenn sich am Montagnachmittag (9.) die sogenannten TOP-3000-Führungskräfte von Thyssenkrupp-Stahl kurzfristig im Bochumer Ruhrcongress treffen, wird die IG Metall ebenfalls vor Ort sein und deutlich für Sicherung und eine Zukunftsperspektive trommeln. Vor allem, dass Personalvorstand Burkhard ebenfalls in der WAZ auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen hat, beunruhigt die örtlichen Metaller.

Blau-Weiße Thyssenkrupp-Fahnen

Am Mittwoch (11.) werden vor dem Ruhrcongress erneut die blau-weißen Thyssenkrupp-Fahnen wehen. die Mitarbeiter des Standorts Essener Straße kommen zu einer vorgezogenen Betriebsversammlung zusammen. Am gleichen Tag, aber zu anderen Zeiten, treffen sich die Beschäftigten des Elektroband-Werks.

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