Haus des Wissens

Bochum: Aachener Büro gewinnt Architektenwettbewerb

Einen großzügigen Eingang am „Haus des Wissens“ kennzeichnet den Siegerentwurf.

Einen großzügigen Eingang am „Haus des Wissens“ kennzeichnet den Siegerentwurf.

Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum

Bochum.  Nach den Plänen des Büros Cross Architecture soll in Bochum das „Haus des Wissens“ gegenüber dem Rathaus gebaut werden.

Der Entwurf des Büros Cross Architecture aus Aachen soll die Vorlage für das künftige „Haus des Wissens“ bilden. Die 24-köpfige Jury hat den Vorschlag nach einer ganztägigen Sitzung zum Sieger des Wettbewerbs unter insgesamt 15 Beiträgen erklärt. Dotiert ist dieser Sieg mit einer Prämie von 175.000 Euro allein für den Ersten. Insgesamt werden 350.000 Euro ausgeschüttet.

Ein einladender, klar strukturierter Eingang gegenüber dem Rathaus, die Hervorhebung der historischen Fassade und ein großzügiger, lichtdurchfluteter Baukörper im Innenhof, wo die Markthalle entstehen wird, gehören zu den markanten Elementen des Entwurfs der Aachener. Die sind im übrigen in Bochum nicht unbekannt. Für ihren Entwurf zum Umbau des Bergbaumuseums haben sie mehrere Architekturpreise gewonnen.

90 Millionen Euro – und nicht mehr – stehen nach dem Willen des Rates für den Bau zur Verfügung. Die Bochumer konnten sich am Donnerstagnachmittag im großen Ratssaal des Rathauses einen ersten Eindruck von den 15 Entwürfen machen und ihre Haltung zu den Vorschlägen auf einer „Meinungskarte“ niederschreiben. Auch diese Voten sollten in die Entscheidung der Jury einfließen.

Verschränkung verschiedener Nutzungen

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch zeigt sich begeistert von der Qualität der Beiträge: „Es sind unglaublich viele tolle Entwürfe dabei gewesen. Die Jury hat sich für einen mutigen Entwurf entschieden. Ich bin sicher, dass das „Haus des Wissens“ der place to be in Bochums City werden wird. Ganz besonders hat beeindruckt, dass in dem Entwurf die Verschränkung der verschiedenen Nutzungen optimal gelöst wird.“ Unter den 23 teilnehmenden Büros, von denen am Ende 15 einen Entwurf eingereicht haben, waren auch drei Büros aus dem Ausland – aus Kopenhagen, Rotterdam und Wien.

Auf den ersten Blick wirkt der Umbau des L-förmigen Gebäudes aus den Jahren 1925-31 und des Innenhofs mit einer Gesamtfläche von 6200 Quadratmetern vielleicht wie eine Fingerübung für Architekten. „Aber die Planungen und der Umbau sind nicht trivial“, sagt Stadtbaurat Markus Bradtke. Vor allem die Höhenunterschiede im Bestandsgebäude sind Herausforderungen. Dazu kommt die Aufgabe, eine klare und einladende Eingangssituation zu schaffen und der Markthalle, die auf 1550 Quadrametern im Innenhof entsteht, trotz des Standorts in zweiter Reihe ein Ausstrahlung mit Sogwirkung zu geben.

Funktionsausbau beginnt 2024

Ende 2023, so die derzeitige Planung, „soll der veredelte Rohbau stehen“, sagt Julian Chadt vom Projektsteuerer Convis. Dann werde in Absprache mit den Nutzern, Volkshochschule, Bücherei, „UniverCity“ und Markthalle, der Funktionsausbau beginnen. Die Planungen deren Ausgangspunkt der Siegerbeitrag von Cross Architecture ist, werden sich bis ins Jahr 2021 hinziehen. Dann soll der Bauantrag eingereicht werden.

Namensvorschläge: von place-bo bis Q-463

Bis dahin ist womöglich auch schon die noch offene Frage des Namens für die Leuchtturmprojekt entschieden. Die Stadt hat die Bochumer gebeten, Vorschläge einzureichen. Die WAZ hat dies bereits vor einigen Monaten getan. Dabei sind u.a. folgende Ideen eingegangen: BoWissMarkt, CityCenter (CC), Haus der Möglichkeiten, place-bo, COM Bo, Rathaus-Karree, Bochumer Allerlei, B+V-Markt (Anm. d. Red.: B+V für Bildung und Verwaltung), Q-463 (Q für Quartier plus Bochums frühere Postleitzahl) und Bochumer Markthaus.

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