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Bochum: Adventsmarkt bringt Senioren und Stadtteil zusammen

Dorothe Badtke (Mitte) berät mit Marianne und Friedrich Schnippenkötter darüber, was sich vom kreativen Angebot beim DRK-Weihnachtsmarkt in der heimischen Stube oder als Geschenk gut machen würde.

Dorothe Badtke (Mitte) berät mit Marianne und Friedrich Schnippenkötter darüber, was sich vom kreativen Angebot beim DRK-Weihnachtsmarkt in der heimischen Stube oder als Geschenk gut machen würde.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Weitmar.  Im DRK-Zentrum in Bochum-Weitmar kann man sich für Weihnachten eindecken. Zugleich tut man Gutes – speziell auch für die Bewohner des Altenheims.

Als sich die Türen im Haus der Generationen im Zentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Bochum-Weitmar öffnen, hat die Krippe von Hans-Günther Schreiber schon wenige Augenblicke später einen neuen Besitzer. Auf dem Weihnachtsmarkt des DRK-Quartiers gibt es an den etwa 20 Ständen allerlei: Selbst gemachte Marmeladen und Liköre, gestrickte Socken und Mützen, Weihnachtsstollen und Holzschnitzereien.

DRK-Weihnachtsmarkt in Weitmar dient als Kontaktbörse

Beim Hereinkommen sticht eine große Krippe aus Naturhölzern direkt ins Auge. Es handelt sich hierbei um eben jenen Stand von Hans-Günther Schreiber. Seit September bastelt er in der Upcycling-Werkstatt des DRK-Zentrums in Weitmar Amulette aus Speckstein und Stifthalter. Auch ein Vogelhäuschen und besagte Krippe sind dort entstanden. „Mitmachen können alle Senioren im Haus, aber auch von außerhalb ist jeder aus der älteren Generation herzlich willkommen“, sagt Hans-Günther Schreiber.

Ältere Menschen aus dem Alltagstrott holen

Das Ziel sei es, ältere Menschen zum Basteln zu animieren, um sie aus ihrem Alltagstrott herauszuholen, erzählt der gelernte Steinmetz. Der Stolz auf das Projekt, das es erst seit Anfang Oktober beim DRK gibt, ist dem leidenschaftlichen Bastler anzusehen. „Wir wollen, dass das Projekt noch mehr Menschen erreicht“.

Wer an diesem Tag noch Interesse daran hat, die imposante Krippe zu kaufen, kommt aber leider zu spät: „Die war schon ausverkauft, kurz nachdem wir geöffnet haben“, erzählt der Rentner. 180 Euro habe er für seine Krippe bekommen. „Fünf Minuten später kam eine Mitarbeiterin des Hauses, die wollte mir 300 Euro dafür geben“, so Hans Günther Schreiber. Sie habe dann direkt eine Krippe für das nächste Jahr bestellt. Der gesamte Erlös des Standes kommt der Upcycling-Werkstatt zu Gute.

Kontakt zu Menschen aus der Nachbarschaft herstellen

Holger Boehnert, Vorstandsmitglied des DRK-Kreisverbandes Bochum e.V., freut sich, dass der Adventsmarkt so gut ankommt: „Wir haben ihn im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, weil wir wollten, dass die Bewohner des Hauses auch mal einen Weihnachtsmarkt besuchen können. Außerdem ist es schön, dass sie mit anderen Menschen aus der Umgebung in Kontakt kommen“. Viele der Bewohner im Haus der Generationen seien dement und hätten kaum die Möglichkeit, einen Weihnachtsmarkt außerhalb zu besuchen, sagt Holger Boehnert weiter.

Geschnitztes Ruhrstadion ist der Renner

Während es im Innenhof des DRK-Zentrums an der Holtbrügge Glühwein, Punsch, Leckeres aus der Gemüsepfanne und Bratwürstchen zur Stärkung gibt, findet man in den Räumlichkeiten des Seniorenzentrums so manches Liebhaberstück. Zum Beispiel bei Claus Badtke. Als der ehemalige Straßenbauer in Rente ging, brauchte er eine neue Beschäftigung. Nun schnitzt er mit Leidenschaft Weihnachtsglocken, Tannenbäume und Engel aus heimischen Hölzern wie Fichte und Pappel. Doch Kassenschlager sind eindeutig sein geschnitztes Ruhrstadion und die Skyline von Bochum.

Extra aus Laer nach Weitmar gereist

Marianne Schnippen-Kötter ist extra aus Laer hergekommen. Es scheint sich gelohnt zu haben – in ihrem Einkaufsbeutel finden sich bereits Topflappen und eine selbst genähte Stofftasche in Dunkelblau. „Mir gefällt, dass hier alles handgearbeitet ist. Da steckt so viel Mühe hinter, das möchte ich gerne wertschätzen und die Menschen, die hier verkaufen, unterstützen.“

Die Nachfrage ist groß

Viele der Stände auf dem DRK-Weihnachtsmarkt waren vergangenes Jahr auch schon da. Und die Nachfrage für einen Standplatz sei höher geworden, weiß Holger Boehnert zu berichten. Deswegen steht jetzt schon fest: Nächstes Jahr geht der Weihnachtsmarkt im Haus der Generationen in die dritte Runde.

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