Prozessauftakt

Bochum: Apotheker soll Kassen abgezockt haben - 627.160 Euro

Ein ehemaliger Bochumer Apotheker soll Aufwendungen für Rezepte abgerechnet haben, die ihm gar nicht entstanden seien (Symboldbild).

Ein ehemaliger Bochumer Apotheker soll Aufwendungen für Rezepte abgerechnet haben, die ihm gar nicht entstanden seien (Symboldbild).

Foto: Olaf Fuhrmann / Funke Foto Services GmbH

Bochum  Ein ehemaliger Bochumer Apotheker soll Schein-Rezepte abgerechnet haben. Er steht nun vor Gericht. Schaden laut Anklage: 627.160 Euro.

Abrechnungsbetrügereien in großem Stil werden seit Mittwoch (13.) einem ehemaligen Bochumer Apotheker vor dem Landgericht Bochum vorgeworfen. Er soll gesetzliche und private Krankenkassen getäuscht und einen Schaden von insgesamt 627.160 Euro angerichtet haben.

Rezepte sollen vom damaligen Bochumer Apotheker verfälscht worden sein

Die Masche, die in der Anklage geschildert wird, ist für jeden ehrlichen Beitragszahler schockierend: Zwischen Anfang 2015 und September 2017 soll der 46-Jährige als Inhaber einer Apotheke in Bochum den Kassen Schein-Rezepte zur Erstattung
vorgelegt und die ausgezahlten Beträge dann für sich selbst vereinnahmt haben, denn die Medikamente sollen die Kunden gar nicht erhalten haben. Die Rezepte soll er zum Teil selbst erstellt oder verfälscht haben - ohne Wissen der Patienten.

Laut Anklage waren die abgerechneten Medikamente teilweise sehr hochpreisig, etwa ein Hepatitis-C-Mittel im Wert von 21.981 Euro. 28 Einzelfälle werden dem Apotheker vorgeworfen. Auch die eigene Privatversicherung soll er mit Rezepten betrogen haben.

Mit auf der Anklagebank sitzen ein Bekannter (52) aus Kaarst und eine Ärztin (65) aus Mülheim. Sie sollen in die mutmaßlichen Machenschaften verstrickt gewesen sein.

Hauptangeklagter saß mehrere Wochen U-Haft

Der Apotheker saß 2019 wochenlang in U-Haft. Im Fall eines Geständnisses sollen mehr als drei Jahre Haft im Raum stehen, hieß es zum Prozessauftakt. Auch Steuerhinterziehung wird ihm vorgeworfen (304.900 Euro Schaden laut Anklage). Das Gericht hat Termine bis Mitte Februar geplant.

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