Kita

Bochum: Awo-Kita Waldring mit 45 Plätzen droht Schließung

Mit Schildern in der Hand protestieren Kinder und Eltern gegen die Schließung der Awo-Kita Waldring.

Mit Schildern in der Hand protestieren Kinder und Eltern gegen die Schließung der Awo-Kita Waldring.

Foto: C. Kuschmann

Bochum-Wiemelhausen.  Der Mietvertrag für Bochums Awo-Kita Waldring wird nicht verlängert, die Schließung droht. Eltern von 45 Kindern wissen nicht, wie es weitergeht.

Der Kindertagesstätte am Waldring in Bochum-Wiemelhausen droht die Schließung. Das Gebäude ist stark baufällig, der Vermieter verlängert den Pachtvertrag nicht. Die Awo Ruhr-Mitte als Träger hat einen Aufnahmestopp verhängt. Es droht, dass 45 Kinder schon bald nicht mehr in ihren Kindergarten gehen können.

„Wir Eltern wurden von der Nachricht böse überrascht und wissen nicht, wie es für unsere Kinder weitergeht“, sagt Levke Kühnle aus dem Elternrat. Zum 31. Dezember 2020 läuft der Pachtvertrag aus, bereits im Sommer des kommenden Jahres droht die Schließung, weil das Kindergartenjahr endet. „Es könnte passieren, dass unsere Kinder in Kitas im gesamten Bochumer Stadtgebiet verteilt werden. Die Gruppen würden getrennt, Geschwisterkinder könnten nicht mehr in dieselbe Kita gehen“, war zuerst die Befürchtung von Kühnle und anderen Eltern.

Eltern befürchten, dass Entscheidung ohne sie getroffen wird

Was sie aber am meisten gestört hat: „Wir stehen hier und bekommen keine Informationen, wie es weitergeht“, so das Mitglied des Elternrates. Kühnle sowie andere Mütter und Väter hatten Angst, dass eine Entscheidung über die Zukunft der Kita getroffen wird, ohne dass die Eltern sich äußern dürfen.

Christopher Becker von der Awo versucht aber zu beruhigen: „Wir betonen ausdrücklich: Es wird am Waldring keine Entscheidung geben, ohne dass wir den Elternrat in enger Abstimmung mit uns vorher in die Überlegungen mit einbeziehen“, so der Sprecher auf Anfrage. Das erklärte die Awo den Eltern auch in einem Gespräch am Freitag (6. Dezember). Dabei sicherte der Kita-Träger zu, dafür zu sorgen, dass Geschwisterkinder künftig in dieselbe und nicht in zwei verschiedene Kitas gehen können.

Kündigung habe die Awo überrascht

Seit mittlerweile zwei Monaten weiß die Awo, wie es um die Kita steht. Mitte Oktober bekam sie die Kündigung des Vermieters, es begannen Gespräche mit dem Jugendamt. Einen Monat später seien zuerst Einrichtungsleitung, dann Mitarbeiter und Elternrat informiert worden. „Diese Kündigung hat uns überrascht. Der Zehnjahresvertrag läuft zum 31. Dezember 2020 aus. Wir sind bis zum Zeitpunkt der Kündigung von einem Weiterbetrieb ausgegangen“, heißt es vom Awo-Sprecher, der bewusst von einer Kündigung spricht.

Der Bochumer Eigentümer, der namentlich nicht genannt werden möchte, stellt das anders da: „Die Verlängerung des Mietvertrages um weitere zehn Jahre war daran gebunden, dass beide Parteien einer Verlängerung zustimmen.“

Gebäude ist wirtschaftlich nicht mehr tragbar

In den vergangenen Jahren sei bereits in die Substanz des Gebäudes investiert worden. „Trotzdem sind weitere umfassende Investitionen erforderlich, die bei diesem Gebäude nicht mehr wirtschaftlich darstellbar sind“, heißt es vom Vermieter. „Vor diesem Hintergrund und den hohen Anforderungen eines Kindergartens möchten wir einer Nutzung über weitere zehn Jahre nicht mehr zustimmen.“ Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen bezüglich des Gebäudes sei noch nicht getroffen worden.

Derzeit laufen Gespräche zwischen der Awo und dem Vermieter – eine Verlängerung des Mietvertrages um ein halbes Jahr bis zum Ende des Kindergartenjahres 2020/21 steht zur Debatte. Zu den laufenden Verhandlungen wollen sich weder der Vermieter noch die Awo äußern. „Wir hoffen jedoch auf ein Ergebnis bis zum 18. Dezember 2019“, so Awo-Sprecher Becker.

Jugendamt der Stadt Bochum hat keine Lösung parat

Aber: Irgendwann muss es eine Lösung für die Kita am Waldring geben. Entweder in einem halben Jahr oder in anderthalb Jahren. Die weitere Vorgehensweise würde aktuell mit dem Jugendamt der Stadt besprochen, ein nächstes Gespräch finde am kommenden Mittwoch (11. Dezember) statt. Die Stadt Bochum hält sich derzeit bedeckt, wie es weitergeht. „Wir sind dabei eine tragfähige Lösung zu finden. Das Jugendamt versucht natürlich zu helfen“, so Stadtsprecher Peter van Dyk. Ob Container eine Übergangslösung sind, kann van Dyk bisher nicht sagen. Nur eines schließt er aus: „Einen Neubau werden wir so schnell wohl nicht hinbekommen.“

Die Mütter und Väter um Levke Kühnle hoffen, dass Awo und Stadt bald eine Lösung finden. „Die Kita ist eine so tolle Einrichtung. Wir Eltern hängen da mit dem Herzen dran“, meint das Elternratsmitglied. Ziel sei es, die Kita zu erhalten, bis es eine Alternative gibt – damit Kindergartengruppen und Erzieher nicht auseinander gerissen werden.

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