Kommentar

Bochum: Frühe Öffnung des Schauspielhauses birgt Risiken

Das Schauspielhaus Bochum soll am 10. Juni wieder öffnen.

Das Schauspielhaus Bochum soll am 10. Juni wieder öffnen.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum.  Früher als fast alle anderen Bühnen des Landes öffnet Johan Simons das Schauspielhaus schon im Juni. EIn Kommentar von Sven Westernströer.

Als eine der ganz wenigen Bühnen in NRW kehrt das Schauspielhaus Bochum schon im Juni aus der Zwangspause zurück, die den Theatern nach Ausbruch der Corona-Pandemie auferlegt wurde. Ob in Dortmund, Essen, Köln oder Düsseldorf: Die meisten anderen warten ab, wie sich die Lage bis zu Beginn der neuen Spielzeit im Herbst entwickelt.

Ob dieser Weg nun richtig oder falsch ist, muss jeder Besucher für sich selbst entscheiden. Denn natürlich besteht auch im Theatersaal das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren – ganz gleich ob die Hygieneauflagen erfüllt, die Abstände eingehalten oder die Karten verschenkt werden.

Gleichwohl geht von dieser Entscheidung auch ein Signal aus: Die Theater wollen wieder spielen. Und ganz gewiss werden die übrigen Bühnen genau darauf schauen, wie der Bochumer Neustart beim Publikum ankommt: Werden die Zuschauer direkt in Scharen zurückkehren? Oder reagieren sie erstmal zögerlich? Und was lässt sich daraus für den Kulturbetrieb der nächsten Monate, womöglich Jahre ableiten?

In dieser Situation direkt mit einer Neuinszenierung zu starten, ist allerdings „typisch Simons“: Der Intendant wächst mit den Herausforderungen, und offenkundig riesig ist sein Verlangen, der Corona-Krise endlich auch künstlerisch zu begegnen. Wünschen wir ihm gutes Gelingen.

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