Fairer Modeführer

Bochum ist ein Hotspot der öko-fairen Bekleidungsszene

Andreas Schröter betreibt seit vier Jahren einen Laden mit öko-fairer Mode.

Andreas Schröter betreibt seit vier Jahren einen Laden mit öko-fairer Mode.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Das Bewusstsein für ökologisch korrekt produzierte und fair gehandelte Kleidung wächst. Auch und gerade in Bochum.

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Mode lebt vom Label. Sag mir was du trägst und ich sage dir, wer du bist. Das gilt auch und gerade für Kunden, die weniger Form und Farbe des Herstellerwappens interessiert, sondern mehr die Frage: Woher kommt ein T-Shirt und wie viel bleibt für den Bauern und die Näherin am Ende übrig?

Innenstadt und Ehrenfeld

Die Nachfrage nach öko-fairer Bekleidung wächst. Und in Bochum ist sie besonders groß. „Die Innenstadt und das Ehrenfeld gehören zu den Hotspots der öko-fairen Bekleidungsszene im Ruhrgebiet“, hieß es bei der Vorstellung des ersten fairen Modeführers „Buy good Stuff“ für das gesamte Ruhrgebiet. 100 Modegeschäfte führen ökologisch nachhaltige und/oder sozial produzierte Bekleidung, 23 Läden bieten ausschließlich öko-faire Bekleidung in Städten. Bochum allein ist mit 24 Adressen vertreten – vom hundertprozentig öko-fairen Store, der hippen Boutique mit öko-fairen Anteil bis hin zum kleinen Atelier, das Bekleidung selbst schneidert.

Mehr als nur ein Trend

Die Sensibilität der Konsumenten für ethische Produktion in der Modebranche nimmt stark zu. Gerade in Bochum, wo Andreas Schröter vor vier Jahren seinen Laden „Kong Island“ in der Innenstadt eröffnet hat. „Die Nachfrage wächst. Das hat im Zuge der Fridays-for-Future-Bewegung auch etwas damit zu tun, dass Leute merken, wie hip es ist, sich genauer für das zu interessieren, was sie tragen.“ Der Gründer ist aber überzeugt, dass das Interesse an fair gehandelter und ökologisch korrekter Kleidung mehr ist als nur ein Trend: „Alles hat seinen Wert! Es braucht alleine 300 Menschen mit ihren speziellen Fähigkeiten, um ein bedrucktes T-Shirt an den Kunden zu bringen. Wenn Mensch sich für ein billiges Bekleidungsstück entscheidet, entscheidet dieser sich auch für Kinderarbeit, erbärmliche Zustände in der gesamten Produktionskette und beträchtliche Schäden an der Umwelt.“

Ausgeprägt sei das Bewusstsein für öko-faire Mode nicht zuletzt deshalb, weil sich viele Studenten hier bewegen. „An der Hochschule gibt es außerdem den Fachbereich Nachhaltigkeitswissenschaft, was meines Wissens nach ziemlich einmalig ist in Deutschland“, so Schröter. Und: Gründer finden im hiesigen Einzelhandel zudem gute Bedingungen vor. So seien etwa die Mieten noch tolerabel. Weitere Infos: www.buygoodstuff.de

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