Coronavirus

Schauspielhaus Bochum: Wie das Theater den Neustart plant

Ab 10. Juni geht's endlich wieder los! Die stellvertretende Intendantin Susanne Winnacker bringt den Hinweis gut leserbar an der Anzeigentafel neben dem Eingang des Schauspielhauses an.

Ab 10. Juni geht's endlich wieder los! Die stellvertretende Intendantin Susanne Winnacker bringt den Hinweis gut leserbar an der Anzeigentafel neben dem Eingang des Schauspielhauses an.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum.  Nach der Corona-Zwangspause will das Schauspielhaus am 10. Juni unter Einschränkungen wieder öffnen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Das Schauspielhaus läutet die Zeit nach der Corona-Pandemie ein: Am Mittwoch, 10. Juni, soll ein eingeschränkter Spielbetrieb im großen Haus starten – dies bei freiem Eintritt.

Dafür bringt Intendant Johan Simons eine außerplanmäßige Premiere auf die Bühne: Er inszeniert „Die Befristeten“ von Elias Canetti. Die WAZ beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wieviele Zuschauer dürfen hinein?

Um die Abstands- und Hygieneregeln zu wahren, wird der Zuschauersaal komplett umgebaut. Nur noch rund 100 der über 800 Sitze werden zur Verfügung stehen. Die übrigen Plätze sollen abmontiert werden. „Die große Wunde, die das Virus geschlagen hat, wollen wir künstlerisch aufgreifen“, sagt die stellvertretende Intendantin Susanne Winnacker.

So soll nicht nur auf der Bühne, sondern auch mitten im Zuschauerraum gespielt werden: immer vorausgesetzt, der Mindestabstand von 1,50 Metern zu den Zuschauern wird eingehalten. Diese sollen einzeln sowie in 2er, 3er und 4er Gruppen im Saal platziert werden – je nachdem wieviele Besucher aus einem Haushalt das Theater besuchen. Die übrigen Spielstätten wie die Kammerspiele und die Zeche Eins bleiben geschlossen.

Braucht man im Theater eine Atemmaske?

Die Zuschauer müssen sich auf eine ganze Reihe von Neuerungen einstellen. Ins Foyer gelangt man nur mit Mundschutzmasken. Erst wer im Saal Platz genommen hat, darf die Maske abnehmen. Die Garderobe und auch die Getränkestände bleiben geschlossen: „Wir werden aber Mineralwasser kostenlos zur Verfügung stellen“, sagt Winnacker. Auch die Zugänge zu den Toiletten werden überwacht, damit sich nicht zu viele Besucher auf einmal dort begegnen.

Was wird gespielt?

Der Spielplan im Juni wird nur aus einigen ausgesuchten Vorstellungen bestehen. Dazu zählt neben „Die Befristeten“ (auf leerer Bühne) auch „Asche zu Asche“, die beide „en suite“, also vier bis fünfmal am Stück gespielt werden. „Da sich weite Teile unserer Mitarbeiter weiterhin in Kurzarbeit befinden, können wir mehr momentan nicht anbieten“, so Winnacker. Geplant ist zudem eine einmalige Aufführung von „Penthesilea“ mit Sandra Hüller und Jens Harzer, die Johan Simons neu einrichten wird. „Wir werden das auf den Trümmern der Bühne zeigen“, verrät Winnacker.

Wann wird geprobt?

Am Montag beginnen die Proben für „Die Befristeten“. Intendant Simons ist aus seiner Heimat in den Niederlanden, wo er die letzten Wochen verbrachte, mittlerweile zurück gekehrt. In zweiwöchige Quarantäne musste er nicht: „Bei ihm wurde ein Corona-Test gemacht“, so Winnacker. „Alles lief gut. Seither darf er sich wieder frei bewegen.“ Die Proben werden unter verschärften Corona-Bedingungen stattfinden: So wird bei jedem Schauspieler morgens Fieber gemessen, auch die Abstände auf der Bühne müssen genau eingehalten werden. Bislang zählt das Schauspielhaus noch keinen einzigen Corona-Fall.

Warum ist der Eintritt frei?

Bis zu Beginn der Theaterferien Ende Juni wird der Eintritt ins Schauspielhaus gratis sein. „Wir sind unendlich dankbar, dass wir wieder spielen dürfen“, sagt Susanne Winnacker. Gerade in den letzten Wochen habe das Schauspielhaus viel Solidarität seitens des Publikums erfahren: „Manche haben ihr Eintrittsgeld gespendet und uns in Briefen ihre Sorgen und Ängste mitgeteilt. Das war ungeheuer berührend. Daher wollen wir auch etwas zurückgeben.“ Anfang der kommenden Woche wird ein neues Banner an der großen Fensterfront des Schauspielhauses aufgehängt. Statt „Wir vermissen euch“ steht dann dort in riesigen Lettern: „Wir spielen!“

Info: Karten gibt es ab kommender Woche

Die Theaterkasse des Schauspielhauses ist derzeit geschlossen. Karten für die Vorstellungen im Juni werden voraussichtlich ab der kommenden Woche angeboten. Nach Ende des Sonder-Spielplans im Juni beginnen die regulären Theaterferien. Ob im Herbst wieder ein halbwegs normaler Betrieb einkehrt oder die Maßnahmen längerfristig gelten, ist ungewiss.

Nähere Informationen unter 0234 / 33 33 55 55 sowie www.schauspielhausbochum.de

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