Weihnachtsbäume

Bochum: Der Miet-Weihnachtsbaum liegt diesmal im Trend

Johannes Schwietering (r.) von der Aktion Canchanabury berät Ehepaar Edeltraud und Johannes Tychewicz beim Kauf eines Weihnachtbaums.

Johannes Schwietering (r.) von der Aktion Canchanabury berät Ehepaar Edeltraud und Johannes Tychewicz beim Kauf eines Weihnachtbaums.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Weihnachten steht vor der Tür – und damit startet der Verkauf von Weihnachtsbäumen. Auch in Bochum. Ein Marktüberblick.

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Wer in den kommenden zwei Wochen das Gelände der Aktion Canchanabury in Bochum betritt, um einen Weihnachtsbaum zu kaufen, der verlässt es mit mehr als einem Nadelbaum im Plastiknetz. Der verlässt es nach einem herzlichen Plausch bei Glühwein und Spekulatius mit dem Gewissen, dass der Erlös des soeben erstandenen Baumes für einen guten Zweck verwendet wird.

Seit mehr als 25 Jahren verkauft der gemeinnützige Verein aus Bochum nun schon Tannen und spendet den Ertrag an Gesundheits- und Bildungsprojekte in Afrika, vornehmlich sind dies Aidswaisen-Projekte im Partnerland Uganda. Mit kreativen Aktionen sammelt Canchanabury das ganze Jahr über Spendengelder mit denen nach dem Credo „Gesundheit schafft Entwicklung“ Projekte wie die Verbesserung der Trinkwasserversorgung, die Berufsausbildung für Aids-Waisen oder deren medizinische Betreuung unterstützt werden.

Canchanabury verkauft jährlich rund 600 Bäume

Rund 600 Bäume werden jährlich verkauft, bereits 30 sind es am ersten Verkaufstag. „Die Resonanz ist gut“ sagt Geschäftsführer Gerd Stegemann. „In den vielen Jahren ist ein großer Kundenstamm entstanden.“ Auch wenn man für seinen Baum ein Paar Euro mehr zahle – eine Zweimeter-Blaufichte liegt bei 29 Euro, eine zweit Meter hohe Nordmanntanne bei 40 Euro – seien viele bereit, diesen Preis für einen sinnvollen Zweck zu zahlen.

Neben den zwei handelsüblichen Sorten, die auch im Topf erhältlich sind, verkauft Canchanabury auch die sogenannte Premiumtanne: buschig, mit geradem Stamm wurde diese mehrmals im Jahr vom Bauer beschnitten. Schon immer wird der Verkauf der Bäume von ehrenamtlichen Helfern durchgeführt, einer von ihnen ist Willi Putz. In jedem Dezember seit über 20 Jahren packt er mit an, sogar eine Woche Urlaub nimmt er sich dafür. Was hat sich in der vergangenen Zeit verändert? Willi Putz lacht und sagt: „ Die Leute sind anspruchsvoller geworden, die wollen, dass ihr Baum aussieht wie gemalt.“

Bäume im Topf

Die Zucht eines Tannenbaums bedarf einiges an Energie, Wasser und Zeit. Etwa acht bis zwölf Jahre verbringt er als lebender Baum, um zwei Wochen lang ein Wohnzimmer zu schmücken und schließlich im hohen Bogen aus dem Fenster zu fliegen. Die umweltfreundlichere und nachhaltigere Alternative zum geschlagenen Baum ist der Baum im Topf, der entweder im Anschluss in den eigenen Garten gepflanzt wird oder nur für einige Zeit gemietet wird. Bäume im Topf findet man an den meisten regulären Tannenverkaufsstellen.

Mietbäume liefert unter anderem das Unternehmen „Paderbäumchen“. Zu einem Preis von 90 Euro wird der online bestellte Baum am 12. Dezember geliefert und am 4. Januar wieder abgeholt. Damit er nach dem Fest auch wirklich weiterlebt, muss er regelmäßig gegossen werden und sollte nicht zu großer Hitze ausgesetzt sein, auf Lametta und Kunstschnee verzichtet man. Wer nicht gleich einen Baum mieten möchte, aber trotzdem Wert auf Nachhaltigkeit legt, für den kommen Bäume mit Ökosiegel in Frage. Diese gibt es beispielsweise im Hagebaumarkt auf der Hauptstraße. Die aus Dänemark importierten Nordmanntannen werden nach Öko-Gartenlandbaustandards angebaut und kosten bei einer Länge von 1,10 bis 1,60 Meter rund 30 Euro, Bäume von 1,60 bis 2,10 Meter liegen bei 40 Euro.

Nachfrage nach regionalen Bäumen wächst

Neben Baumärkten bieten auch einige Höfe Tannenbäume an. Der Hof Schulte-Schüren in Stiepel verkauft noch bis zum 23. Dezember von 10 bis 17 Uhr täglich beliebte Tannensorten aus dem Sauerland. Zu einem richtigen Weihnachtsfest gehört ein anständiger Baum, da sind sich viele einig. Doch auf wie viele Christbäume kommen die Deutschen pro Jahr?

Laut einer Studie der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald stehen jährlich zwischen 23 und 25 Millionen Weihnachtsbäume in deutschen Wohnzimmern, zwölf Prozent davon seien mittlerweile künstlich. Gleichzeitig verstärke sich dich Nachfrage nach regionalen Bäumen, sowie der Trend, den Baum im Internet zu bestellen. Der beliebteste Weihnachtsbaum der Deutschen ist mit 80 Prozent die Nordmanntanne, darauf folgen die Blaufichte mit 15 Prozent, sonstige Fichten mit sieben Prozent und die Edeltanne mit drei Prozent.

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