Ausstellung

Eisenbahnmuseum Bochum: Besucher bestaunen Mini-Loks

Auch Steampunks kamen ins Museum.

Auch Steampunks kamen ins Museum.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Dahlhausen.  Erst zischt und hupt es, dann steigt der Rauch auf: Mini-Lokomotiven in Aktion. Schon früh am Morgen ging es im Eisenbahnmuseum Bochum los.

Besucher des Eisenbahnmuseums konnten am Sonntag funktionsfähige Dampfmaschinen im Miniaturformat bewundern. Bereits zum siebten Mal standen in der Ausstellung im Ringlokschuppen detailgetreue Modelle, die sogar funktionsfähig sind.

Trotz der ähnlichen Geräuschkulisse sind es keine großen Dampfloks, die auf den Gleisen fahren, sondern Minidampfmaschinen. Im gesamten Schuppen versammeln sich Modellbauer des „Dampfstammtisch Essen“ und weitere Kollegen, um ihre kleinen, funktionstüchtigen Dampfloks zu präsentieren. Viele der ausgestellten Maschinen werden sogar mit Echtdampf oder Mini-Kohleofen vorgeführt.

Hobby aus Leidenschaft

Den kleinen und großen Besuchern die selbstgebauten Miniaturmaschinen zu zeigen, ist für den 71-jährigen Jürgen Ascher besonders schön. Ascher stellt bereits zum fünften Mal als Modellbauer im Eisenbahnmuseum aus. Im Ruhestand hat er beschlossen, seinem Hobby nachzugehen und bastelt nun Zuhause an seinen detailgetreuen kleinen Maschinen.

„Meine Frau findet es natürlich besser, wenn ich im Keller bastel, statt in der Kneipe zu sitzen“, sagt Ascher lachend. Inzwischen besitzt er viele Miniaturmodelle, welche der 71-jährige mit verschiedenste Heißluftmotoren verbaut hat. „Ich fülle den Brenner mit Spiritus und dadurch erhitzt die Luft im Inneren des Zylinders“, erklärt der Ratinger und zieht mit einer kleinen Spritze den Spiritus auf, um die Räder seines „Lanz Bulldog“ Traktors anschließend in Gang zu bringen. An diesem Modell saß Ascher rund 500 Stunden. Neben den Besuchern heute erreicht Ascher mit seiner Videovorstellung der „Lanz Bulldog HL12“ auf „You Tube“ sogar 50.000 Menschen.

Auch am Stand von Harald Chorongiewski (53) geht es heiß her: Wie im Original erhitzt er seine kleine Dampfmaschine (1:12) mit brennendem Holz. Er stellt seine in liebevoller Kleinarbeit hergestellten Maschinen seit 2008 immer wieder im Museum aus. Neben seinem Hobby arbeitet er an der Ruhr-Universität Bochum mit elektronischer Messtechnik, weshalb er sich mit kleinster Technik bestens auskennt. „Das Vorbild dieser Dampfmaschine, wurde tatsächlich in englischen Kohlewerken betrieben“, erzählt Chronogiewski.

Kleine und große Besucher

Für viele ist diese Ausstellung eine Gelegenheit, ihre Maschinen auch endlich wieder zum Laufen zubringen: „Zuhause ist teilweise kein Platz für die großen Maschinen“, weiß auch sein Modellbauer Kollege Eberhard Wuttke (53). „Neben den Besuchern freuen wir uns natürlich auch darauf, alle Kollegen hier wieder zu treffen“, sagt Wuttke. Der siebenjährige Thore und sein großer Bruder Arne (9) freuen sich immer besonders auf die Miniaturausstellung im Eisenbahnmuseum. „Die Dampflokomotive 01 ist die beste“, sagt Thore sofort und beobachtet gespannt, wie sich die Räder der Miniaturlok in Gang setzen und der Wasserdampf in die Luft steigt. Papa Thorsten ist ebenfalls großer Fan der Dampflokomotiven und ist gemeinsam mit seinen Kindern aus Lippstadt angereist, um die kleinen Maschinen zu bestaunen. So kann das schlechte Wetter am Wochenende im Ringlokschuppen schnell vergessen werden.

>>> Steampunks unterwegs

Passend zum Retro-Look der Dampfloks gab es auch ein Steampunk-Picknick. Neben den aufwändigen kleinen Miniaturdampfmaschinen fanden sich am Sonntag zudem in Steampunk-Outfits gekleidete Menschen zusammen.

Steampunk ist eine Stilrichtung, welche sich meist durch viktorianisch anmutende Kleider charakterisieren lässt.

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