Zeltfestival

Felix Lobrecht überzeugt über 3000 Fans beim Zeltfestival

Felix Lobrecht trat beim Zeltfestival im ausverkauften Sparkassenzelt auf.

Felix Lobrecht trat beim Zeltfestival im ausverkauften Sparkassenzelt auf.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum/Witten/Hattingen.  Felix Lobrecht bewegt sich als Comedian derzeit auf der Überholspur. Warum, zeigte der Berliner bei seinem ausverkauften Zeltfestival-Gastspiel.

Am Ende wird er ernst, scheint selbst am meisten über seine Popularität zu staunen, offenbart seine „Verlustängste“, die immer häufiger in ihm hochkriechen. Die Fallhöhe wäre beträchtlich: Felix Lobrecht ist binnen zwei Jahren in die Belle Etage der deutschen Comedians geschnellt. Beim Zeltfestival füllte er am Montagabend das Sparkassenzelt mit mehr als 3000 Besuchern. Das gelingt sonst nur Spaßmachern der Marke Atze Schröder oder Carolin Kebekus.

Selbst erfahrenen Beobachtern der Comedy-Szene fällt es schwer zu beschreiben, warum ausgerechnet Felix Lobrecht derart angesagt ist. Es gibt Kollegen im reich bestückten Nachwuchsbereich, die sind tiefsinniger und origineller, böser und lärmiger als er. Und doch ist es der 30-jährige Berliner, der seit 2017 – katapultiert durch regelmäßige Präsenz im TV und Hörfunk – die einschlägigen Preise abräumt und längst auch die größeren Hallen füllt. Warum? „Felix ist authentisch, spricht die Sprache unserer Generation, erzählt Geschichten, die viele von uns aus der Kindheit und Jugend kennen“, sagt eine Mittzwanzigerin beim Zeltfestival Ruhr.

Zwei Stunden beste Unterhaltung

Mitunter herrlich absurd wie Johan König, bewusst grenzüberschreitend wie Chris Tall, provokant und respektiert wie Jan Böhmermann, hat Felix Lobrecht einen Stil-Mix gefunden, der für zwei Stunden beste Unterhaltung trägt. Es sind Storys aus dem profanen und doch so verrückten Alltag, die mit ihm witzig und lachhaft werden. Etwa seine Beschreibung des „Wenn-da-da-Ortes“, den es in jeder Wohnung gibt, meist in einer Schublade. Wo irgendein Krimskrams zu finden ist? Keine Ahnung. „Aber wenn, dann da.“

Jegliche Political Correctness fremd ist der Berliner Schnauze bei Themen wie Behindertenparkplätze, Ausländerfeindlichkeit oder ach so junges Elternglück. Doch sein Grinsen verrät: Er ist eigentlich ein Guter, ein Quer- und Freidenker. Dessen Verlustängste kaum angebracht sein dürften. Sein Erfolg wird weit mehr als ein „Hype“ sein, wie das aktuelle Programm heißt.

WAZ-Wertung: 4 Sterne

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