Unterhaltung

Feuerspuckender Drache landet am Ufer des Kemnader Sees

Der Drache „Fangdorn“ kämpft und speit Qualm und Feuer bei den 3. Wikinger- und Ritterspielen am Kemnader See.

Der Drache „Fangdorn“ kämpft und speit Qualm und Feuer bei den 3. Wikinger- und Ritterspielen am Kemnader See.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Bochum/ Witten.  Wikinger bieten bis Sonntag ihr Spektakel mit Handwerkern und Rittern am Kemnader Stausee. Alte Weisen, wilde Tänze und Elfengold laden ein.

Schwerter klirren, Lagerfeuer verbreiten heimelige Atmosphäre, Händler bieten ihre Waren feil: Willkommen im Wikingerlager am Seglerhafen Heveney am Kemnader Stausee. Das lange Wochenende lockt schon am Eröffnungstag zahlreiche Familien und vor allem Mittelalter-Fans in stilechter Gewandung an.

So ist wohl für jeden Geschmack etwas dabei, ein bisschen Märchen-Atmosphäre mit dem „Gold der Elfen“, das der fauchende und feuerspuckende Drache „Fangdorn“ bewacht, oder eine wüste Rauferei zwischen den rauen Nordmännern und den Rittern, bei der die Schwerter und Breitäxte auf die Schilde krachen.

Wikinger locken Mittelalter-Fans

Was allerdings viel Training für die professionellen Stuntmen aus Böhmen und Tschechien bedeutet, wie Lagerchef Tom Zierfuß von „seiner Kampftruppe“ weiß. „Ein paar von den Jungs arbeiten auch für Film- und Fernsehaufnahmen“, verrät der gebürtige Thüringer, der seine Wikinger und Ritter nicht über das raue Nordmeer, sondern zu gut 35 Märkten pro Jahr in ganz Deutschland schickt.

Aus allen Ecken des Landes kommen auch die Handwerker, Krämer, Bäcker, Mundschenke und Bräter, etwa 30, „weil der Platz etwas kleiner ist“, meint Zierfuß. Hier wird geschwäbelt bei den Hauben und Tuniken für die „frouwen“, dort Met im Becher kredenzt, vorn zeigt der Schmuckmacher, was er aus Hufnägeln fertigen kann. Oder Seiler und Weber bitten zum Mitmachen, wer mag, legt die Armbrust an die Schulter.

Dudelsackklänge und Märchen

„Das Ruhrgebiet ist eine gute Gegend für unser Spektakel“, erklärt Zierfuß, „hier gibt es viele Fans. Das Lager rund um das eigentliche Händler- und Handwerkerdorf stellt ein Club aus Dortmund. Die passen nachts auf uns auf“, sagt er schmunzelnd. In diesem Jahr ist das Programm eher auf die kleinen Besucher zugeschnitten, beim letzten Mal gab es mehr Bühnenshow.

Musik mit Dudelsack und Schalmei als „Morgengeplänkel“ bietet die Spielleute von „Scherbelhaufen“,

das „Theatrum Diaboli“ zeigt das Märchen vom „König Baldrian, die Truppe „Tanzwut“ kommt mit alten Weisen und wilden Tänzen.

3000 Euro für die Rüstung

So ganz genau nehmen es die Fans und Besucher nicht mit dem Mix der Epochen, hier kann alles friedlich ausgelebt werden. „Ich weiß, ich seh’ so aus“, räumt Sebastian Preuß ein, als ihn der Schmuckmacher anspricht, ob er zum Lager gehöre. Tatsächlich aber ist der Wanne-Eickeler Besucher, „aber ich hab’ schon gut 3000 Euro in eine Rüstung gesteckt,“ erzählt er. Allein 14 Schwerter hat er zu Hause, und längst noch nicht genug, meint er. „Meine Schüler finden das extrem gut“, sagt der Berufsschullehrer für Gartenkunde stolz, „ich komme ja sogar mit meinem selbstgeschmiedeten Messer zum Unterricht.“

Socken statt Schnürstiefel

Allerdings ist er auf Socken unterwegs, denn die neuen Schnürstiefel wollen erst noch „eingelaufen“ werden. „Zwei Millimeter Leder sind im Gelände doch ganz schön hart.“

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