Bürgertreffpunkt

Hofsteder Bürgertreff soll neu gebaut werden

Da glaubten sie noch an ein Happy-End: Die Hofsteder Stadtteilspaziergänger setzten ihre Hoffnung darauf, das ehemalige Hausmeisterhäuschen als Stadtteiltreff nutzen zu können. Doch nun droht der Abriss.

Da glaubten sie noch an ein Happy-End: Die Hofsteder Stadtteilspaziergänger setzten ihre Hoffnung darauf, das ehemalige Hausmeisterhäuschen als Stadtteiltreff nutzen zu können. Doch nun droht der Abriss.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Hofstede.  Das alte Hausmeisterhäuschen in Bochum-Hofstede kann nicht mehr saniert werden. Jetzt soll es einen Neubau geben für Bürgertreff und eine Kita.

Der Wunsch nach einem Treffpunkt im Stadtteil treibt die Menschen in Hofstede seit geraumer Zeit um. In den Fokus rückte dabei das alte „Hausmeisterhäuschen“, so genannt, weil dort zuletzt der Hausmeister der St. Barbara-Grundschule, heute Emil-von-Behring-Schule, untergebracht war. Doch die städtische Immobilie verfällt zusehens und kann nicht erhalten werden. Nun gibt es Pläne, neu zu bauen.

Schon seit Jahren vermissen die Anwohner in Hofstede Freizeitangebote und Räume, um zusammenzukommen. Gemeinsam mit den Akteuren im Quartier hatte sich die Awo für die Wiederbelebung das Hausmeisterhäuschen an der Braunsberger Straße 29 stark gemacht, zumal sie in unmittelbarer Nachbarschaft (Braunsberger Straße 33) eine Kita betreibt. Zuletzt hatte die Stadt das Gebäude notdürftig instandgesetzt, um vorübergehend Flüchtlinge dort unterbringen zu können. Seither steht es leer.

Mehrere Workshops mit Anwohnern

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) initiierte in diesem Jahr mehrere Workshops, hatte sie doch von der Verwaltung den Auftrag erhalten, per Machbarkeitsstudie das bürgerschaftliche Engagement abzuklopfen. Und die Bereitschaft ist groß, wie das rege Interesse an den insgesamt drei Workshops zeigte. Mit im Boot: das Quartiersmanagement der Familien- und Krankenpflege um Heike Rößler, HaRiHo, die Grundschule, die Familienbildungsstätte und die Hofsteder Stadtteilspaziergänger.

Bei den Treffs waren sich alle einig: Im Stadtteil fehlen Räume für Begegnung. „Gerade für Senioren und Jugendliche ist eine wohnortnahe Versorgung für mehr Lebensqualität nötig“, sagt Awo-Sprecher Christopher Becker.

Erste Ideen wurden zusammengetragen, wie das Hausmeisterhäuschen ehrenamtlich genutzt werden könnte, wie Seniorencafé, Bildungsangebote, Elternarbeit. Vorbild ist der Verein „Leben im Stadtteil“, der in Grumme ein breites Angebot für die Nachbarn erfolgreich auf die Beine gestellt hat.

Sanierung des Häuschens nicht finanzierbar

Der Euphorie folgte die Ernüchterung: Ein Architekt kam zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung des Häuschens „nicht mehr mit erträglichen Kosten zu stemmen“, sei, so Christopher Becker. Im letzten Workshop keimte dann wieder Hoffnung auf: ein Neubau kam ins Gespräch, zumal die Akteure an der Idee eines Stadtteiltreffs unbedingt festhalten wollen.

Die Idee ist nun, dass ein Neubau an der Braunsberger Straße im Untergeschoss eine Kita als Ergänzung der benachbarten Awo-Einrichtung beherbergt, das Obergeschoss dann Bürgern zur Verfügung stehen soll.

Unten Kita, oben die „gute Stube“

Eine Kombi-Lösung böte sich an, zumal der Kita-Ausbau am vorhandenen Standort nicht möglich sei. Das ginge indes nur mit Hilfe von Fördermitteln, und zwar aus dem „Gute-Kita-Gesetz“ und der Unterstützung sogenannter „Guter Stuben“, ehrenamtlich getragene Treffpunkte in den Stadtteilen. Becker: „Die Workshop-Akteure setzen nun auf die Unterstützung durch die Politik, um die Pläne zu forcieren. Die Basisarbeit haben wir geleistet.“

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