Heimatgeschichte

Bochumer Kortum-Gesellschaft legt ihr Herbstprogramm vor

Schulstunde im Klassenzimmer Anno 1900, Peter Schneller (ehem. Leiter Bochumer Schulmuseum) im Heimatmuseum Unser Fritz.

Schulstunde im Klassenzimmer Anno 1900, Peter Schneller (ehem. Leiter Bochumer Schulmuseum) im Heimatmuseum Unser Fritz.

Foto: Ralph Bodemer / FUNKE Foto Services

Bochum.  Die Bochumer Kortum-Gesellschaft macht sich um die Stadtgeschichte verdient. Das neue Halbjahresprogramm bietet allerhand Überraschendes.

Die Kortum-Gesellschaft hat ihr Herbstprogramm vorgelegt. Ab September kann man zu verschiedenen Anlässen auf den Spuren der Bochumer Geschichte wandeln.

Die Kortum-Gesellschaft macht sich die Bewahrung des Bochumer Erbes verdient. Kompetent und immer wissenschaftlich werden kleine und große Ereignisse der Stadtgeschichte aufbereitet und oftmals in ein neues Licht gerückt. Hier wäre vor allem die turnusmäßig erscheinende Publikation „Bochumer Zeitpunkte“ zu nennen, die immer wieder neue Bochumer Schwerpunkten setzt. Das kann die Erforschung des Schicksals jüdischer Familien in der NS-Zeit genauso gut sein wie ein Beitrag zum Städte- und Wohnungsbau - oder einen Aufriß zur Geschichte der Prostitution in Bochum.

Bedeutender Geschichtsort

Dazu erscheint zweimal im Jahr ein umfängliches Programmheft, das neben Aufklärung in Form von Vorträgen vor allem „Geschichte zum Anfassen“ bietet. So gleich zum Auftakt am Samstag, 14. September, wenn die Kortum-Gesellschaft – womöglich mit vielen interessierten Bürgern – den „Kortum-Park“ erkunden will (15 Uhr). Der befindet sich, mancher weiß es, dort, wo über 200 Jahr der alte Bochumer Friedhof war. Abseits der Wittener Straße gegenüber dem ehemaligen Postgebäude breitet sich der Park bis zur Akademiestraße aus. Es ist ein bedeutender, wenn auch nur wenig besuchter Geschichtsort mit mehr als 50 eingetragenen Denkmälern bürgerlicher Grabkultur. Auch das Ehrengrab des Namensgebers der Kortum-Gesellschaft, Carl Arnold Kortum, befindet sich dort.

Pädagogik der Kaiserzeit

Bochumer Geschichte kann man nicht nur in unserer Stadt, sondern auch in der Nachbarschaft entdecken. So im Heimatmuseum Unser Fritz in Wanne-Eickel, wohin wegen Platzmangels hierzulande das „Bochumer Schulmuseum“ vor ein paar Jahren umziehen musste. Am Samstag, 26. Oktober, macht sich die Kortum-Gesellschaft um 14 Uhr auf zur Erkundung vor Ort. Neben dem Schulmuseum, das pädagogische Utensilien von der Kaiserzeit bis in die 60er Jahre versammelt, kann man im Wanner Emschertal-Museum viel Heimatgeschichtliches aus dem Ruhrgebiet auf sich wirken lassen.

Im Jugendstil ausgestattet

So eine im originalen Jugendstil eingerichtete Apotheke aus der Zeit der Jahrhundertwende.

Auf „Papiernotgeld“ ist seit Jahren der Bochumer Gerhard Wegener spezialisiert. In akribischer Kleinarbeit hat er die Geschichte der Notgeld-Wirtschaft hierzulande seit Mitte des 19. Jahrhunderts aufbereitet. Unter dem von Wegener archivierten Wertpapieren befinden sich Aktien, Anleihen, Schuldverschreibungen oder andere Zertifikate von ehemals klangvollen Bochumer Firmen, so der Bergbau-AG Lothringen, dem Bochumer Verein und der Bochumer Straßenbahnen (Bogestra).

Alte Wertpapiere im Blick

In seinem Vortrag am 14. November, 19 Uhr, gibt Gerhard Wegener einen so kompetenten wie umfassenden Überblick auf Aspekte der ehemaligen lokalen Wirtschafts- und Finanzgeschichte. Ein abgelegenes Thema, mag sein. Aber eines mit viel Überraschungspotenzial.

Die Veranstaltungen der Kortum-Gesellschaft werden zumeist ohne Eintritt angeboten, einen Überblick über das Programm des 2. Halbjahres gibt der Merkzettel, der an vielen Stellen kostenlos ausliegt. So bei BO-Marketing, Huestraße 9, und im städtischen Info-Center im Rathaus. Auch im Internet ist die Vereinigung für Heimatkunde vertreten: www.kortumgesellschaft.de

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