Kreativer Handwerker

Kreativer „Holzkopf“ aus Bochum schafft Kunstwerke

Hammer, Hobel, Sticheisen und Drahtbürste sind für den gelernten Tischler genug, um seinen Grundsatz umzusetzen: „Aus allem noch etwas machen.“

Hammer, Hobel, Sticheisen und Drahtbürste sind für den gelernten Tischler genug, um seinen Grundsatz umzusetzen: „Aus allem noch etwas machen.“

Foto: Gero Helm

Mitte.  Was für andere Müll ist, verwandelt Tischler Kai van Nuffel in Holzschmuck, Möbelstücke und Spielzeug. Motto: „Man kann aus allem etwas machen“.

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Eine Garderobe, die einem König aus „Herr der Ringe“ würdig ist: aus wuchtigem Altholz, mit Ketten behangen, ein Möbelstück mit Aura. Daneben: liebevoll gefertigter Holzschmuck, rustikal bis niedlich. Und, ein Highlight für jede Karnevalsfeier: ein echter Transformer, gleichzeitig Holzauto und Roboter-Kostüm. Willkommen in der Werkstatt von Kai van Nuffel – freier Künstler, gelernter Tischler und kreativer „Holzkopf“.

Das ist nicht umgangssprachlich, sondern wortwörtlich gemeint: Was für andere Abfall, Sperrmüll oder bloß ein toter Baum am Wegesrand ist, darin sieht der 29-Jährige schon sein nächstes Kunstwerk. Sein Grundsatz: „Man kann aus allem was machen.“

Hobby wurde zum Beruf

Zumindest, wenn man so wie „Nuffi“ schon als Jugendlicher leidenschaftlich gern gesägt und gehämmert hat: Freunde riefen keinen Handwerker, sondern ihn. Und in den Schulferien konnte er so gut was dazu verdienen. Nach dem Abi war klar: Es geht nicht an die Uni, sondern in die Lehre. Und dann, trotz aller Risiken, in die Selbstständigkeit: „Ich hatte keine Lust, bloß fertige Fenster einzusetzen“, sagt van Nuffel. Er will kreativ sein – ohne Einschränkung.

Und zwar von Anfang bis Ende: Entweder geht er selbst in den Wald, schlägt und sammelt Holz, oder Freunde bringen ihm alte Möbel und vermeintlichen Müll. „Das meiste ist völlig zerfetzt“, sagt er und lacht. Eben das macht den Reiz aus: „Die besten Sachen kann man nicht kaufen, nur finden.“ Zum Beispiel einen vom Blitz getroffenen Baumstumpf: gezeichnet von wochenlanger Witterung, scheinbar zerstört – und jetzt ein rustikaler Tisch, der nicht nur schön aussieht, sondern auch eine Geschichte erzählt. Man kann sie von der glatt polierten, ansonsten unveränderten Maserung ablesen.

Viele Meisterwerke stehen nicht mehr in der Werkstatt, sondern bei Kunden und Freunden: So wie die retro-futuristische Küche, mit einer Dunstabzugshaube aus alten Industrie-Rohren.

Nur wenig Werkzeug im Einsatz

Viel Werkzeug braucht er nicht: Hammer, Hobel, Sticheisen und Drahtbürste. Die Kreissäge dient nur dem groben Zuschnitt – der Rest ist Handarbeit, mit Liebe zum Detail und Material. Daher sein Markenzeichen: keine Nägel, keine Schrauben. „So wie man’s als guter Tischler lernt.“ Noch ein Meisterwerk, so ulkig wie genial, zeigt er nur auf Nachfrage: Ein unscheinbares Holzauto. Nuffi geht in die Hocke, zieht es über sich. Dann steht er auf, Platten verschieben sich und das Gefährt wird zum Roboter-Kostüm – wie in den „Transformers“-Filmen. „Is’ schon cool“, sagt Nuffi bescheiden. „Aber das ist schon älter, da war ich noch nicht so gut.“

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