Stadtgeschichte

Kritik am Zustand des Bochumer Kortumparks

Im Kortumpark ruhen verdiente Bochumer Persönlichkeiten. Ein WAZ-Leser beklagt den Zustand der Grabstätten und Freiflächen.

Im Kortumpark ruhen verdiente Bochumer Persönlichkeiten. Ein WAZ-Leser beklagt den Zustand der Grabstätten und Freiflächen.

Foto: FUNKE Foto Services

Bochum.  Der Kortumpark ist die letzte Ruhestätte bedeutender Bochumer Persönlichkeiten. Jetzt gibt es Kritik am Zustand der Grabstätten und Freiflächen.

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Das Herbstlaub aus dem Vorjahr kräuselt sich inmitten von Unkraut und Gehölzen auf den Rasenflächen und unterhalb der Grabmäler. Die steinernen Tafeln sind verwittert, die Namen der Verstorbenen mitunter kaum zu entziffern. Ein unwürdiger Zustand dieses historischen Ortes, meint Dr. Thorsten Roth und hat sich in Briefen an die Bezirksregierung und Stadt beschwert. Die Behörden weisen die Vorwürfe zurück: Die Pflege des Parks sei nicht zu beanstanden.

Der Kortumpark erzählt ein bedeutendes Stück Stadtgeschichte. Auf dem im 19. Jahrhundert angelegten ehemaligen Friedhof an der Wittener Straße ruhen einige der bekanntesten Bochumer Persönlichkeiten, darunter der Arzt und Schriftsteller Carl Arnold Kortum, Jacob Mayer (Gründer des Bochumer Vereins), Braumeister Johann Joachim Schlegel sowie die Industriellen Carl und Robert Eickhoff und Louis, Fritz und Wilhelm Baare.

Wege werden 2017 saniert

Umso erschreckender, dass einige der Grabstätten „dem Verfall preisgegeben“ seien, bemängelt WAZ-Leser Dr. Roth. Auch das Umfeld werde der Anlage kaum gerecht. Die Flächen seien in weiten Teilen ungepflegt, Wege seien zerstört, vermüllt und überwuchert, im Rasen klafften Löcher, es fehlten Abfallkörbe und Sitzbänke. „Wir sollten uns zusammen für eine lebenswerte Stadt einsetzen“, appelliert Dr. Roth – „zumal auch der Blick von Investoren nicht nur Bilanzen gilt, sondern auch der Nachhaltigkeit und Akzeptanz der Verwaltung an städtischem Eigentum“.

Zwar sichert die Stadt auf Anfrage zu, den Hinweisen des WAZ-Lesers nachzugehen. Wie auch die Bezirksregierung (als Untere Denkmalbehörde) erkennt man bei der Verwaltung aber „keinen akuten Handlungsbedarf“. „Die Pflege des Kortumparks reiht sich nahtlos in die Gesamtpflege des städtischen Grüns ein“, erklärt Sprecher Thomas Sprenger. Der Rasen werde alle 14 Tage gestutzt, die Müllkörbe jede Woche und bei Bedarf geleert, die Gehölze einmal im Jahr zurückgeschnitten („zuletzt im Februar“), die komplette Anlage in festen Abständen auf mögliche Unfallgefahren begutachtet. Mehr sei auch mit Blick auf die angespannte Personallage und die vielfältigen weiteren Aufgaben der städtischen Grün-Pfleger nicht machbar, heißt es im Rathaus.

Laut Sprenger werden die denkmalgeschützten Grabstätten regelmäßig gepflegt und auf ihre Standfestigkeit geprüft. Diese Aufgabe haben bei jüngeren Gruften die Nachkommen der Familien. Eine gute Nachricht für WAZ-Leser Dr. Roth hält die Stadt immerhin bereit: Die Wege im Kortumpark sollen umfassend saniert werden – voraussichtlich im nächsten Jahr.

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