Stadtumbau

Laer bekommt ein Stadtteilzentrum – an zwei Standorten

Die entwidmete Fronleichnamskirche soll zum Sozialen Zentrum umfunktioniert werden. Sie allein reicht aber nicht, um den Bedarf im Stadtteil gerecht zu werden.

Die entwidmete Fronleichnamskirche soll zum Sozialen Zentrum umfunktioniert werden. Sie allein reicht aber nicht, um den Bedarf im Stadtteil gerecht zu werden.

Foto: Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Laer.  Lange wurde im Zuge des Stadtumbaus nach einem Sozialen Zentrum für Laer gesucht. Zwei Standorte waren im Rennen – beide bekamen den Zuschlag.

Über viele Monate wurde im Rahmen des Stadtumbaus Laer und Mark 51/7 nach einem Stadtteiltreff für Laer gesucht – ein sogenanntes Soziales Zentrum. Schnell kristallisierte sich heraus, dass dafür eigentlich nur zwei Standorte infrage kommen: das evangelische Gemeindehaus und die entwidmete Fronleichnamskirche. Nach Abwägen der Für und Wider war dann am Ende klar: Keine der beiden Alternativen erfüllt allein alle Voraussetzung, um den Bedarfen im Stadtteil gerecht zu werden. Von daher machte die Stadt den Vorschlag, ein Soziales Zentrum auf beide Standorte zu verteilen.

Eine Idee, die nun auch umgesetzt werden kann. Denn von der Bezirksvertretung Ost gab es grünes Licht. Nun gilt es für die Verwaltung, die nötigen Fördermittel zu bekommen. Denn das ganze Projekt wird teurer als anfangs kalkuliert.

Projekt wird deutlich teurer

Pauschal wurden vor Beginn des Stadtumbaus 3 Millionen Euro für das Soziale Zentrum (inklusive Jugendtreff) ins Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek) aufgenommen. Der anschließend in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie zufolge wird es nun aber auf knapp 5 Millionen Euro hinauslaufen. Der Eigenanteil der Stadt beträgt knapp 1 Million Euro.

Stadtplaner: „Keine Kostenerhöhung“

Für Stadtplaner Burkhard Huhn ist das keine Kostenerhöhung. „Das ist jetzt erstmals eine realistische Schätzung. Außerdem wurde vom Land ja im Vorfeld zugestimmt, dass Laer ein Soziales Zentrum benötigt. Von daher bin ich optimistisch, dass wir das Okay für Fördermittel erhalten.“

Ohnehin müsse man das Geld bekommen, sagt Huhn. „Wir haben sonst keine andere Möglichkeit, ein Soziales Zentrum zu bekommen.“ Genehmigt das Land den erhöhten Förderbedarf, geht es für die Stadt an die konkrete Planung, ehe der Förderantrag gestellt werden kann.

Intensive Diskussionen mit den beiden Trägern

Die Standortfrage wurde in vielen Treffen mit den potenziellen Trägern – Caritas (Fronleichnamkirche) und evangelische Kirchengemeinde – intensiv diskutiert. Die Gespräche nahmen daher einen längeren Zeitraum ein, als ursprünglich gedacht, brachten laut Stadt aber am Ende wichtige Erkenntnisse, die zur jetzigen Lösung führten.

Beide Standorte zusammen bringen es auf 1251 Quadratmeter Nutzfläche, die für das Vereinsleben im Ort, die Kinder- und Jugendarbeit, Beratungsangebote und kulturelle Formate bereitstehen sollen. Die Vorteile an der „Zwei-Standorte-Lösung“ aus Sicht der Stadt: ausreichend Räume, eine gemeinsame Trägerschaft und somit gelebte Ökumene und keine Konkurrenzsituation, sowie eine Wiederbelebung der Fronleichnamskirche.

Träger sollen für Einheit sorgen

Stefan Kosel, SPD-Ratsmitglied, freut sich über die Entwicklung, die ihn als Leiter des evangelischen Kinder- und Jugendtreffs selbst betrifft. Er betont, das diese „Zwei-Standorte-Lösung“ ein „absolutes Novum ist, so etwas gibt es noch nicht“. Zugleich sieht Kosel nun die beiden Träger in der Pflicht, „die Grundlagen dafür zu schaffen, dass das zweigeteilte Soziale Zentrum als Einheit gesehen wird“. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde bereits aufgesetzt und unterschrieben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben