Ruhr-Uni

Lammert sucht in Bochum den Dialog mit Studenten

Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) war in der Reihe „Politiker im Hörsaal" zu Gast an der Ruhr-Uni.

Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) war in der Reihe „Politiker im Hörsaal" zu Gast an der Ruhr-Uni.

Foto: Manfred Sander

Bochum.  Mit der Reihe „Politiker im Hörsaal“ will der RUB-Asta etwas für die politische Bildung der Studenten tun. Einige Hochkaräter sind zu Gast.

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Norbert Lammert greift noch einmal zum Mikrophon und bittet die Studierenden um Gehör. Er verleiht seiner folgenden Aussage damit noch mehr Bedeutung. Niemals, sagt der 70-Jährige und schaut ein paar Jahrzehnte zurück, wäre es während seiner Zeit an der Ruhr-Universität denkbar gewesen, dass ein amtierender oder ehemaliger Parlamentspräsident einen Hörsaal ohne Polizeischutz betritt. So, wie er es nun im Rahmen der Reihe „Politiker im Hörsaal“ in Bochum erlebt.

Lammert lobt die „sachliche, rationale Diskussion“ und ergänzt: „Das ermutigt mich schon ein bisschen mit Blick auf die festgestellten Defizite der politischen Entwicklung im eigenen Land.“ Ein nobler Dank an die Anwesenden im Hörsaal und eine Ermutigung für die Organisatoren zugleich.

Tagespolitik bietet spannende Fragen

Denn Linus Stieldorf sieht die Arbeit des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (Asta) der Ruhr-Uni an diesem Abend bestätigt. Der zweite Vorsitzende betont: „Wir haben den Anspruch, auch etwas für die politische Bildung der Studierenden anzubieten. Und was gibt es Spannenderes als Tagespolitik?“

Michael Ruthe bestätigt das. Der 61-Jährige sticht aus der Menge der jungen Menschen hervor. Er hat sich aus Witten auf den Weg gemacht und wird wohl auch die nächsten Veranstaltungen der Reihe besuchen. Warum dieser Aufwand, wenn er Politiker auch in TV-Shows sehen kann? „Mir geht es um die Diskussion“, sagt der Bauingenieur, der ebenfalls an der Ruhr-Uni studiert hat. „Die Fragen gehen tiefer als bei TV-Formaten und die Gespräche bleiben nicht an der Oberfläche.“

Themen von Trump bis zur AfD

Eben dieser Austausch, so Norbert Lammert, sei ihm wichtig gewesen. „Unsere Gäste können den Ablauf selbst gestalten. Und Herr Lammert hat Wert darauf gelegt, in den Dialog zu kommen“, erklärt Organisator Stieldorf.

Das Vorhaben ist gelungen, der Dialog fand statt. US-Präsident Donald Trump, die Rüstungsausgaben der Bundesrepublik, die Diskussion um Geflüchtete und natürlich die Präsenz der AfD in sämtlichen Parlamenten – das Themenspektrum war breit. „Es war beeindruckend, dass er jede Frage zum nationalen und internationalen politischen Tagesgeschehen souverän und fundiert beantworten konnte“, lobte Isabel Drescher den ehemaligen Parlamentspräsidenten.

Die 24-Jährige studiert Sozialwissenschaften und ist Mitglied der Jungen Union. Sie sieht die Veranstaltungsreihe als praktische Ergänzung des Studiums: „Für mich spielte die Parteizugehörigkeit von Norbert Lammert keine Rolle. Er hat keine Werbung für die CDU gemacht, sondern mit seinem Vortrag und seinen Antworten das Demokratieverständnis zu stärken versucht.“

>>> INFO: WEITERE HOCHKARÄTER HABEN ZUGESAGT

  • Drei Gäste haben ihr Kommen für dieses Semester noch angekündigt: Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD), NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sowie der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach.

  • Locken möchte der Asta auch noch weitere politische Schwergewichte, so Bundeskanzlerin Angela Merkel und Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission. Chancen auf Zusagen der beiden Spitzenpolitiker sieht der Asta durchaus.

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