Wirtschaft

Landmarken baut Büro-Quartier im ehemaligen Opel-Werk

So soll der „Innovations-Campus O-Werk“ des Aachener Immobilienentwicklers Landmarken AG mit einer Fläche von 50.000 Quadratmetern später mal aussehen.

So soll der „Innovations-Campus O-Werk“ des Aachener Immobilienentwicklers Landmarken AG mit einer Fläche von 50.000 Quadratmetern später mal aussehen.

Foto: Kolja Linden / Landmarken

Bochum.  Landmarken saniert die frühere Opel-Verwaltung, baut im Bochumer Zentrum ein Hotel samt Bürokomplex. Nun folgt ein weiteres Millionen-Projekt.

Der Aachener Immobilienentwickler Landmarken AG schwingt sich zum Motor des Wandels in Bochum auf. Er saniert die frühere Opel-Verwaltung in Laer – das O-Werk, baut ein Hotel samt Büroimmobilien direkt gegenüber dem Bermudadreieck in der Innenstadt und liegt jetzt noch ein weiteres ehrgeiziges Bauprojekt nach. Die Gesamtinvestition der Aachener in Bochum dürfte damit einen dreistelligen Millionenbetrag erreichen.

Wie diese Zeitung bereits vor einem Monat berichtet hat, baut das Unternehmen noch zusätzliche Büroflächen auf dem Industrie- und Gewerbeareal Mark 51/7 in Laer, dem ehemaligen Opel-Werk. Dabei entstehen direkt neben dem O-Werk rund 50.000 Quadratmeter modernste Büroflächen auf einem etwa 19.180 Quadratmeter großen Grundstück, das Landmarken im vergangenen Jahr von der Bochum Entwicklungsgesellschaft gekauft hat.

750 Viactiv-Mitarbeiter ziehen ein

Die Planungen für den ersten Bauabschnitt mit drei Gebäuden sind bereits abgeschlossen. Den Bauantrag will Landmarken im Frühjahr 2020 stellen. Zwei Gebäude mit etwa 13.700 Quadratmetern Fläche sollen 2022 fertiggestellt werden. Zu einem großen Teil werden sie von der Viactiv Krankenkasse übernommen. Sie zieht von ihrem bisherigen Standort an der Universitätsstraße herüber und gibt außerdem noch einige Standorte in umliegenden Städten auf. Insgesamt 750 Viacitv-Mitarbeiter soll in etwa zwei Jahren in Laer ihre Büros beziehen.

„Auch Versicherungen sehen sich mit einem neuen Rollenverständnis konfrontiert. Als Kasse übernehmen wir für unsere Kunden quasi eine Lotsenfunktion durch das Geflecht der Gesundheitsbeziehungen. Das erfordert zunehmend einen Perspektivwechsel und die Konzentration auf eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit in Teams“, sagt Viactiv-Vorstandsvorsitzender Reinhard Brücker. Die notwendigen Umstrukturierung hätten sich am bisherigen Standort nicht umsetzen lassen.

Gastronomie und Kita geplant

Die beiden weiteren Gebäude sollen später errichtet werden. „Mit seiner flexiblen Struktur wird das von HPP Architekten entworfene Ensemble verschiedenste Bürokonzepte und Größenordnungen ermöglichen“, heißt es bei Landmarken. Zu der modernen Bürolandschaft werden Freianlagen mit halböffentlichen Höfen und begehbaren Dachflächen gehören. Zum Innovationscampus sollen Gastronomie, Sportmöglichkeiten und eine Kita gehören. „Wir wollen uns hier weiter engagieren, da wir von der positiven Entwicklung dieses Standorts absolut überzeugt sind“, sagt Landmarken-Vorstand Jens Kreiterling.

Verabschiedet hat sich sein Haus nach Angaben von Unternehmenssprecher Kolja Linden vom Bau eines Büroturms, der zwischenzeitlich erwogen worden war. Nicht zuletzt deshalb hatte es vor einigen Monaten noch eine Änderung des Bebauungsplans gegeben. Dieser sieht nun an der Suttner-Nobel-Alle und am südöstlichen Ende des 70 Hektar großen Geländes unmittelbar an der Wittener Straße den Bau von bis zu 60 Meter hohen Türmen vor.

O-Werk ist denkmalgeschützt

Mit weiteren potenziellen Mietern würden bereits konkrete Gespräche geführt, heißt es bei Landmarken, das seinen neuen Bürocampus als Fortführung des direkt gegenüber liegenden Innovation Campus im O-Werk versteht. Das denkmalgeschützte Gebäude der früheren Opel-Verwaltung, in das neben der Ruhr-Uni der Onlinehändler Babymarkt.de einziehen wird, wird derzeit aufwändig saniert. Eigentümer des O-Werks ist die „O-Werk Bochum Verwaltung GmbH und Co. KG“. Sie ist ebenso wie die Landmarken AG im Besitz von Landmarken-Geschäftsführer Norbert Hermanns.

Hier gibt es mehr Artikel, Bilder und Videos aus BochumMit dem Bau des Büro-Campus an einem Ende der Hauptachse auf Mark 51/7, der künftigen Suttner-Nobel-Allee, schreitet der Wandel vom Autowerk zum modernen Industrie- und Gewerbepark weiter voran. „Rund um wissensorientierte Nutzungen wie die der Ruhr-Uni Bochum, die ja ins O-Werk einzieht, entsteht hier ein modernes Innovationsquartier mit neuen Perspektiven“, sagt Enno Fuchs, Geschäftsführer der Bochum Perspektive. „Wir freuen uns über diesen weiteren Schritt, mit dem zahlreiche hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden.“ Perspektivisch sollen mindestens 6000 Arbeitsplätze in Laer entstehen; etwa doppelt so viele wie zuletzt im Opel-Werk.

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