Heinrich-von-Kleist-Gymnasium

Leiter der Theater-AG hört auf

Egbert Naujoks, Theater-AG-Leiter der Heinrich-von-Kleist-Schule, verabschiedet sich mit seinem 30. Stück und geht zum Ende des Jahres in Ruhestand.

Egbert Naujoks, Theater-AG-Leiter der Heinrich-von-Kleist-Schule, verabschiedet sich mit seinem 30. Stück und geht zum Ende des Jahres in Ruhestand.

Foto: Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services

Gerthe.  36 Jahre war Egbert Naujoks Lehrer am Heinrich-von-Kleist-Gymnasium. Fast genauso lange leitete er die Theater-AG. Jetzt geht er in Ruhestand.

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Dass die WAZ jetzt gerade da ist, hilft Paul nicht. Der Schüler will doch Egbert Naujoks sagen, dass er den neuen Text für das Theaterstück „Frühlings Erwachen“ noch nicht komplett kann. „Kein Problem“, sagt Egbert Naujoks. 36 Jahre als Leiter der Theater-AG am Heinrich-von-Kleist-Gymnasium haben seine Gelassenheit ins fast Unermessliche steigen lassen.

Wenn am kommenden Montag und Dienstag (1. und 2. Juli) jeweils um 19.30 Uhr in der Aula der Schule im Schulzentrum Gerthe das Stück von Frank Wedekind von den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums aufgeführt wird, wird es das 30. sein, das Naujoks verantwortet. Es ist gleichzeitig sein letztes Stück. Die Aufführung am Dienstag wird seine letzte in hauptverantwortlicher Funktion. Das Stück im nächsten Schuljahr wird sein Nachfolger Florian Fiddrich leiten. Naujoks will in beratender Funktion dabei sein. „Ich lasse es langsam auslaufen.“

Am 29. Juni wird er 65 Jahre alt, er geht in den Ruhestand. „Irgendwann reicht es“, sagt er und schiebt dann hinterher: „Obwohl es immer Spaß gemacht hat.“ Damit meint er insbesondere die Theater-AG, das Arbeiten mit spielfreudigen Schülern, das Erarbeiten von mitunter ernsten Texten, das Präsentieren auf der Bühne.

1983 kam der gebürtige Wattenscheider mit der Fächerkombination Deutsch und Katholische Religion an das Gymnasium im Bochumer Norden. Recht schnell war er bei der Theater-AG, zügig auch alleine dafür zuständig. Eine seine Vorgaben dabei war, wenn möglich jedes Jahr ein anderes Stück zu präsentieren. „Das hat nicht immer geklappt“, sagt er rückblickend. Aber meistens.

Hauptantrieb ist der Spaß

„Mal fehlten die Schüler, die Theater spielen wollten, mal konnten wir uns nicht auf ein Stück einigen.“ Denn auch das wird während der kurzen Probe eine Woche vor der Premiere beim Beobachten der Schüler im Umgang mit Lehrer Naujoks schnell klar: Hier gibt es ein Miteinander, einen Austausch. Da sind Schüler, die Spaß daran haben, auf der Bühne zu stehen, und das ist ein Lehrer, der Spaß daran hat, Schüler auf dem Weg zu einer Theaterpremiere anzuleiten. Hauptantrieb dabei ist für Naujoks der Spaß. „Wir haben auch ernste Stücke im Verlauf der Jahre gespielt“, sagt er. „Aber ich halte es mit Billy Wilder, dem US-amerikanischen Regisseur. Der hat immer gesagt: bloß keine Langeweile.“

Stücke sind selten ausverkauft

Die wird es mit „Frühlings Erwachen“, ein im Jahr 1891 erschienenes gesellschaftskritisch-satirisches Drama von Frank Wedekind, nicht geben. Sehr eindringlich spielen die Schüler bereits in der Probe, sie zeigen die Aktualität des Stückes. Dazu wird es „aufgelockert“ durch einige Lieder. Naujoks hat sie geschrieben. „Das sind keine Arien“, sagt er darüber. „Aber sie beleben das Stück etwas.“ Und das sorgt dann vielleicht dafür, dass die letzte Aufführung doch ausverkauft sein wird.

Denn den Wunsch hat Naujoks, dass die Theater-AG noch besser wahrgenommen wird. Auch, wenn er demnächst im Ruhestand ist.

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