Umwelt

Leser entdecken neue Teerflecken auf alter Bochumer Zeche

Dieses aktuelle Foto von WAZ-Leserin Barbara Breßlein zeigt den austretenden Teer auf dem ehemaligen Zechengelände in Hiltrop.

Dieses aktuelle Foto von WAZ-Leserin Barbara Breßlein zeigt den austretenden Teer auf dem ehemaligen Zechengelände in Hiltrop.

Foto: Barbara Breßlein

Bochum.  Teerrückstände auf einem alten Bochumer Zechengelände sorgen weiter für Unruhe. WAZ-Leser haben jetzt neue schwarze Flecken in Hiltrop entdeckt.

Die Teer-Rückstände in Hiltrop sorgen weiter für Sorge und Unruhe. WAZ-Leser berichten von immer neuen Fundstellen. Die Stadt verweist auf aktuelle Proben. Die Bezirksregierung betont: Wir sind raus.

Eine schwarze Masse, die aus einer Böschung auf dem ehemaligen Zechengelände Constantin sickert, wirft Fragen auf. Ein WAZ-Leser hatte vor zwei Wochen auf die Flecken auf dem Weg Im Brennholt sowie Ablagerungen an Pflanzen und Mauern hingewiesen. „Das Zeug läuft aus dem Hang“, schildert er. Das gehe schon seit Jahrzehnten so. In diesem Sommer sei es in dem Landschaftsschutzgebiet aber deutlich schlimmer geworden.

Leserin berichtet von Teerresten und Kohlestücken

Auch Barbara Breßlein hat sich das Waldstück abseits der Pfade genauer angesehen. „Wir haben Teerreste und Kohlestücke in mehreren Größen gefunden. Das größte hat die Maße von 30 mal 50 Zentimetern“, berichtet die WAZ-Leserin und legt Fotos vor. In einem Graben sei der Boden komplett schwarz.

Dieser Tage habe sie vor Ort städtische Mitarbeiter angetroffen. „Sie sagten mir, dass die schwarzen Flecken jetzt regelmäßig kontrolliert und beseitigt werden“, erzählt Barbara Breßlein – offenbar als Folge des WAZ-Berichts.

Stadt verweist auf neue Proben

Tatsächlich hatte die Stadt vor zehn Tagen angekündigt, die Teerfunde in Hiltrop zu untersuchen. Die letzten Tests stammten aus dem Jahr 2017. Im Rathaus geht man von „zechentypischen Altlasten“ aus, die sich bei anhaltend hohen Temperaturen verflüssigen und austreten. Die Rede ist von Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Ein Direktkontakt sollte vermieden werden.

Wie es weitergeht, hänge vom Ergebnis der neu genommenen Proben ab, bekräftigt Stadtsprecherin Charlotte Meitler auf WAZ-Anfrage. Damit wird in der nächsten Woche gerechnet. Mit dem Umwelt- und Grünflächenamt würden dann „die nächsten Schritte festgelegt“. Die CDU hatte in einer Anfrage an die Verwaltung wissen wollen, ob Gefährdungen für Menschen, Boden und Luft bestehen.

Bezirksregierung sieht sich nicht zuständig

Nicht mehr im Boot ist die Bezirksregierung. Vor zwei Wochen hatte Arnsberg auf WAZ-Anfrage noch eigene Ermittlungen ankündigt. „Handelt es sich tatsächlich um PAK, wäre Gefahr in Verzug. Einige der Stoffverbindungen gelten als eindeutig krebserzeugend“, hieß es. Inzwischen sei aber klar, dass allein die Stadt Bochum zuständig sei, sagt Sprecherin Anna Carla Springob. Grund: Das ehemalige Zechengelände mitsamt der Teer-Halde stehe schon seit Jahrzehnten nicht mehr unter Bergaufsicht.

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