Straßenverkehr

Löcher in Wischelinkstraße in Langendreer verärgern Anwohner

Ortstermin auf der Wischelinkstraße: (von links) Rainer Schmitz, Wilhelm Ottlinger, Dieter Kohlenberg, Bruno Kroschewski und Eduard Harbecke präsentieren die Löcher, die schon wenige Stunden später verfüllt wurden.

Ortstermin auf der Wischelinkstraße: (von links) Rainer Schmitz, Wilhelm Ottlinger, Dieter Kohlenberg, Bruno Kroschewski und Eduard Harbecke präsentieren die Löcher, die schon wenige Stunden später verfüllt wurden.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer.  Seit April klafften sechs tiefe Löcher in der Wischelinkstraße in Langendreer. Gefährlich, sie waren nicht gesichert. Nun hat die Stadt reagiert.

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Wer den oberen Teil der Wischelinkstraße in den vergangenen Monaten entlang ging, musste ganz genau hinsehen, wo er hin trat. Tat man das nicht, bestand Gefahr, sich übel zu verletzen. Denn am Fahrbahnrand, zwischen den Hausnummern 11 und 13, klafften sechs Löcher – sieben Meter tief, 15 Zentimeter breit. Im Dunkeln leicht zu übersehen – und daher so gefährlich.

Löcher existieren seit April

Hinweise auf die Löcher gab es nicht, ebenso wenig eine sichernde Absperrung. „Das ist doch kein Zustand“, befand WAZ-Leser Rainer Schmitz, der im Haus Nummer 13 wohnt. Denn die Löcher existierten seit April. Im Zuge einer Baustelle der Stadtwerke, die neue Versorgungsleitungen verlegt haben, sei plötzlich der Kampfmittelräumdienst angerückt – Verdacht auf eine Bombe. „Da wurde einem dann schon bange“, sagt Schmitz’ Nachbar Bruno Kroschewski.

Nachbarn warteten vergebens auf Verfüllung

Nun, eine Bombe wurde nicht gefunden. Zum Glück. „Aber als Andenken wurden uns diese unfallträchtigen Löcher hinterlassen“, ärgerte sich Rainer Schmitz. Natürlich dachte man in der Nachbarschaft, dass diese umgehend verfüllt werden. Doch nichts da.

Sorge um die kleinen Enkelkinder

Vor etwa zwei Monaten wurde es Rainer Schmitz dann zu bunt. „Das geht gar nicht“, so seine Meinung. „Hier wohnen doch auch Kinder, die sich leicht verletzten können.“ Zum Beispiel die Enkel von Bruno Kroschewski, zwei und drei Jahre jung. Also griff er zum Telefon und rief bei der Stadt an. „Doch was ich auch versuchte, ich hatte keinen Erfolg – ob ich durchkam oder nicht.“

Also kontaktierte Schmitz die WAZ. Nach einem Termin vor Ort am Dienstagmorgen und einem anschließenden Anruf bei der Stadt ging dann alles ganz schnell. Umgehend wurden die Löcher verfüllt. „Die sind gerade fertig geworden“, berichtete Rainer Schmitz um 13.30 Uhr per Telefon und dankte „seiner“ Zeitung „auch im Namen der Nachbarn“.

Stadt: „Suboptimal gelaufen“

Der Stadtverwaltung ist der Vorgang unangenehm. „Da haben die internen Abläufe nicht gepasst. Das war kein wünschenswerter Zustand und ist sicher suboptimal gelaufen“, gesteht Stadtsprecher Peter van Dyk ein. Was genau schiefgelaufen ist, lasse sich leider nicht „restlos aufklären“. Dafür habe man umgehend einen Trupp zur Wischelinkstraße nach Langendreer geschickt, um die Wischelinkstraße wieder sicher zu machen.

Rätselraten um Straßennamen

Unberührt bleibt davon der Vorgarten. Auch dort hatte der Kampfmittelräumdienst gebohrt – und 17 Löcher hinterlassen. „Das sieht hier aus, als habe ein riesiger Maulwurf gewütet“, findet Schmitz. Für die Verfüllung dort sei der Vermieter zuständig, sagt Peter van Dyk. Dies gehöre als Privatgrund nicht in den Zuständigkeitsbereich der Stadt.

Nicht bestätigen vermag Peter van Dyk das Gerücht, dass sowohl die Wischelinkstraße als auch die abgehende Dellwigstraße nach zwei Sprengstoffexperten benannt worden ist, die bei einer missglückten Bombenentschärfung an dieser Stelle vor langer Zeit ums Leben gekommen sein sollen. „Meine Recherchen haben ergeben, dass sich die Straßennamen jeweils auf Rittergüter beziehen.“

Sondierung bei Verdacht ein Muss

Die Sondierungsbohrungen im April seien erfolgt, weil Stadt und Kampfmittelräumdienst auf einer alten Luftbildaufnahme eine sogenannte Blindgängereinschlagstelle ausgemacht hatten. In solchen Verdachtsfällen werde die Lage vor Ort sicherheitshalber und ohne Ausnahme sondiert, sagt Christoph Söbbeler von der Bezirksregierung in Arnsberg, die für den Kampfmittelräumdienst verantwortlich ist.

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