Deutsches Bergbaumuseum

Moderne Technik begeistert Besucher im Bergbaumuseum Bochum

Auch Ute und Rainer Tenberg kamen am Wochenende zum Fest am Deutschen Bergbaumuseum. Das Singen des Steigerliedes ging ihnen wie vielen anderen Besuchern leicht über die Lippen.

Auch Ute und Rainer Tenberg kamen am Wochenende zum Fest am Deutschen Bergbaumuseum. Das Singen des Steigerliedes ging ihnen wie vielen anderen Besuchern leicht über die Lippen.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Virtual Reality, Simulation, digitale Spiele – die neue Ausstellung im Bergbaumuseum Bochum besticht durch modernste Technik. Besucher staunen.

Jannis sitzt auf einem großen Drehstuhl. Aber er befindet sich nur augenscheinlich im Bergbaumuseum, die Virtual-Reality-Brille auf seinen Augen hat ihn längst an einen anderen Ort gebracht: Nach Thasos, Griechenland, in ein 20.000 Jahre altes Bergwerk.

„Wahnsinn, diese Technik“, sagt der 14-Jährige, der eine zur Taschenlampe gewordene Fernbedienung in den Händen hält. Nicolas Schimerl vom Museum freut sich sichtlich über die Reaktion: „Wir können Besuchern mit modernster Technik Einblicke in Bergwerke bieten, die man sonst gar nicht befahren könnte.“

Vier neue Rundgänge (Steinkohle, Bodenschätze, Kunst, Bergbau) gibt es nach dreijähriger Umbauzeit im Bergbaumuseum zu sehen, gemeinsam feiern will das Museum die Eröffnung mit seinen Besuchern. Hunderte sind dazu zum kostenlosen Museumsfest gekommen.

Museum geht mit der Zeit

„Ich bin begeistert. Anfangs war ich skeptisch, ob ein ganzer Tag im Museum nicht zu viel ist, aber jetzt konnte ich gar nicht alles sehen“, sagt Renate Klinger und lobt besonders die Ausstellung über Industriekunst. „Es sind Laienmalereien und richtige Künstler dabei“, sagt sie.

Ähnliche Eindrücke liefert Rudolf Metken: „Toll! Wenn Museen mit der Zeit gehen und wandlungsfähig sind, bleiben sie spannend.“ Er habe an diesem Tag Maschinen gesehen, die er selbst aus dem Fernsehen nicht kannte.

Fossilien aus Gips

Modernste Technik hat auch an weiteren Stellen ins Bergbaumuseum Einzug gehalten: „Es gibt eine Simulation von einem Förderkorb. Total real gemacht, ich habe den Vergleich zum echten Korb“, sagt Wolfgang Roebel und beschreibt Geräusche und Luftströme des Simulationserlebnisses.

Aber auch auf dem klassischen Wege lassen sich die Besucher weiterhin begeistern: Während Helene (8) und Johannes (12) Fossilien aus Gips gießen, schwärmt Vanessa Fuchs vom Schaubergwerk: „Die Fahrt hinab lohnt immer wieder. Ich bekomme einen anderen Blick auf meine Arbeit, wenn ich sehe, wie früher geschuftet wurde.“

Viele Mitmach-Angebote

Klaudia Gratza nimmt ebenfalls interessante Erkenntnisse mit nach Hause: „Ich wusste gar nicht, dass das Bergbaumuseum ein Team von Archäologen hat, welches ausrückt, wenn bei Baumaßnahmen Stollen gefunden werden“, sagt sie. Als ihre Eltern am Frühstückstisch sagten, es gehe gleich ins Museum hat Klara „eventuell“ befürchtet, es könnte langweilig werden. Im interaktiven Laborspiel, bei welchem PC und Apps durchs Museum führen, hat die Neunjährige jetzt aber gelernt, dass im Fernseher die Stoffe Erdöl, Europium und Quarz stecken. „Ich kann mir durch die ganzen Mitmach-Sachen alles viel besser vorstellen und merken“, sagt die kleine Besucherin und beschreibt Hör-Angebote, leuchtende Modellbauten und Kurzvideos.

„Das Haus bleibt ein Besuchermagnet“

„Mit altbacken hat Bergbau also gar nichts zu tun“, meint Vanessa Fuchs. Der Besucher könne auch ganz aktuellen Fragen nachgehen: Klimawandel über Rohstoffversorgung Deutschlands bis hin zu Geothermie und modernem Steinkohle-Tiefbau. Als auf dem Museumsvorplatz hunderte Besucher „Bochum“ von Grönemeyer anstimmen, resümiert Renate Klinger: „Umbau gelungen, wohl weiterhin Besuchermagnet.“

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