Berliner Straße

Neuer Starenkasten in Wattenscheid beschäftigt die Justiz

Der Blitzer an der Kreuzung Berliner Straße/Ottostraße/Fritz-Reuter-Straße bleibt in der Kritik.

Der Blitzer an der Kreuzung Berliner Straße/Ottostraße/Fritz-Reuter-Straße bleibt in der Kritik.

Foto: Dietmar Wäsche / Archiv FFS

Westenfeld.  Der Blitzer an der Kreuzung Berliner-/Ottostraße erwischt weiter viele Autofahrer. Mehrfach-Aufnahmen und schlechte Sicht sorgen für Ärger.

Er rührt sich nicht vom Fleck und sorgt dabei doch für viel Bewegung: Der neue Blitzer an der Kreuzung Berliner Straße/Ottostraße beschäftigt Autofahrer und immer häufiger auch Anwälte, denn die Beschwerden gegen angeblich ungerechtfertigte Verfahren reißen nicht ab.

Seit Februar ist die neue stationäre Überwachungsanlage installiert und scharf geschaltet. Dass hier Tempo 50 statt der 70 weiter südlich gelten, ist schon jahrelang deutlich. Wann die Anlage – sie soll hier für mehr Sicherheit sorgen – auslöst und ob tatsächlich ein Verstoß vorliegt, sorgt aber weiter für Zündstoff. Die Unfallzahlen in diesem Bereich sind im Zeitraum Februar/März jedenfalls gestiegen – offenbar auch deshalb, weil viele Autofahrer beim Blick auf den neuen Starenkasten abrupt auf die Bremse traten und der Hintermann auffuhr.

Die Stadtverwaltung reagierte auf den Unmut vieler betroffener Autofahrer, die sich zu Unrecht bestraft fühlten, weil sie weder zu schnell gefahren seien, noch das Rotsignal missachtet hätten: Der Blitzer sollte zur Sicherheit ein zweites Mal geeicht werden.

Anlage wurde dannnoch einmal geeicht

Eben zu der Zeit der Überprüfung kam es zu einem weiteren, ungewöhnlichen Vorfall. Ein schwebendes Verfahren ist es nun und sorgt sogar bei dem eingeschalteten Fachanwalt in seiner Essener Kanzlei bei der Schilderung für ironisches Lächeln. Denn sein Mandant ist offenbar an dieser Stelle an einem Tag gleich sechs Mal geblitzt worden. Was mit einem Bußgeldverfahren heftige Auswirkungen hätte, ist der Mann doch ortskundiger Berufskraftfahrer. Der aber wohl seltener in eine solche Blitz-Falle tappen dürfte als andere Verkehrsteilnehmer.

Der Anwalt hat gesammelt und Zeugenaussagen zusammengetragen. Danach sollte die Überwachungsanlage, die Tempoüberschreitungen und Verstöße gegen die Durchfahrt bei Rot dokumentieren soll, am 8. Februar von einem Fachunternehmen neu geeicht werden. Der Bescheid, hat der Jurist erfahren, sei aber erst am 11. Februar bei der Stadtverwaltung Bochum eingegangen. Damit stelle sich schon die Frage, ob ein Bescheid gegen seinen Mandanten überhaupt rechtskräftig wäre.

Schwierige Situationan der Kreuzung

Außerdem, so hat er sich überzeugt, sei die Überwachungsanlage von demselben Unternehmen überprüft und als funktionsfähig abgenommen worden, das die Eichung schon bei der Inbetriebnahme vorgenommen habe. „Warum sollte diese Prüfung mit identischen Methoden besser sein als beim ersten Mal?“, stellt er rhetorisch infrage.

Fachanwalt beurteiltden Blitzer skeptisch

Wie auch viele „Geblitzte“ hält er diese Kreuzung für die Aufstellung einer Überwachungsanlage für grundsätzlich schwierig, wenn nicht sogar ungeeignet. Durch die abgesenkte Führung der Fahrbahnen in Richtung Wattenscheid seien die Ampelanlagen ohnehin nur schlecht zu sehen. Drei Sekunden müsse die Gelb-Phase bei der Ampelschaltung dauern, und schon bei Tempo 50 sei ein Kraftfahrzeug etwa 15 Meter pro Sekunde schnell: „Zu kurz für die Strecke bis zum roten Stop-Signal“, rechnet er vor.

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