OB-Wahl 2020

RUB-Professor hat keine Ambitionen aufs Oberbürgermeisteramt

Bei der Kommunalwahl 2020 wird auch der Chefposten im Bochumer Rathaus vergeben. Die Grünen werden dabei möglicherweise einen eigenen Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt vorschlagen.

Bei der Kommunalwahl 2020 wird auch der Chefposten im Bochumer Rathaus vergeben. Die Grünen werden dabei möglicherweise einen eigenen Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt vorschlagen.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Bei der Suche nach einem Kandidaten für die OB-Wahl 2020 müssen die Grünen auf Jörg Bogumil verzichten. Den Professor interessiert das Amt nicht.

Noch bevor überhaupt feststeht, ob die Bochumer Grünen zur Oberbürgermeisterwahl 2020 mit einem eigenen Kandidaten antreten werden, erteilen erste ins Gespräch gebrachte Bewerber der Partei eine Absage. „Ich habe keinerlei Ambitionen Oberbürgermeister von Bochum zu werden“, sagt Jörg Bogumil. Auch RUB-Kanzlerin Christina Reinhardt winkt twitternd ab.

Der Sozialwissenschaftler und Professor an der Ruhr-Universität Jörg Bogumil wird parteiintern als möglicher Herausforderer von Oberbürgermeister Thomas Eiskirch gehandelt. Der Amtsinhaber geht 2020 mit großer Wahrscheinlichkeit für die SPD erneut ins Rennen um den Chefposten im Bochumer Rathaus.

Glücklicher Inhaber eines Lehrstuhls

Die Personalie Bogumil ist aus grüner Sicht naheliegend. Bogumil gehört zur Gründergeneration der Umweltpartei in Bochum und saß für diese von 1985 bis 1990 im Rat der Stadt. Wer nach der erfolgreichen Europawahl von einem grünen Oberbürgermeister träumt, kommt um den Professor bei der Kandidatensuche kaum herum. „Ich verstehe das ja“, sagt Bogumil, „aber man hätte doch mit mir sprechen können, bevor das in die Welt gesetzt wird.“

Seit Anfang der 1990er Jahre sei er parteipolitisch nicht mehr aktiv - und das werde auch so bleiben. „Ich stehe nicht zur Verfügung. Ich bin froh und glücklich mit meinem Lehrstuhl“, so Bogumil.

Attraktive Posten statt Kandidatur

Bogumil ist nicht der einzige Name der bei den Grünen diskutiert wird. Auch die Kanzlerin der Ruhr-Universität, Christina Reinhardt, und Aysel Omanoglu, Vorstandsmitglied der Bochumer GLS-Bank, werden von Insidern als mögliche Kandidaten genannt.

Aber auch Christina Reinhardt steht wohl nicht zur Verfügung. Über Twitter teilte sie mit: „Liebe @WAZ Bochum – diesen Spekulationen kann ich gerne ein Ende bereiten: Bochum ist eine tolle Stadt, Oberbürgermeisterin ein schönes Amt, aber für mich immer noch bester Job der Welt: Kanzlerin @ruhrunibochum. Und das wird auch so bleiben.“

Die Kandidatensuche dürfte sich demnach für die Grünen schwierig gestalten. Diskutiert wird in der Partei wohl auch deswegen eine Unterstützung von Thomas Eiskirch. Das indes dürfte eine Sache des „Preises“ sein. In der Regel geht es dabei um attraktive Posten im Rathaus oder bei städtischen Gesellschaften.

Bis zum Herbst wollen die Grünen sich entscheiden. Feststehen sollen dann auch die Listen mit den Bewerbern für die Bezirksvertretungen und den Rat der Stadt.

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