Gebühren

Straßenreinigung in Bochum wird schon wieder teurer

Sauberkeit hat ihren Preis. In den kommenden beiden Jahren steigen erneut die Straßenreinigungsgebühren.

Sauberkeit hat ihren Preis. In den kommenden beiden Jahren steigen erneut die Straßenreinigungsgebühren.

Foto: Gero Helm / Funke Foto Services

Bochum.  Die Bochumer können sich auf steigende Gebühren im nächsten Jahr einstellen. Auf jeden Fall wird die Straßenreinigung erneut teurer.

Kein Jahr ohne Gebührenerhöhungen. Da macht auch 2020 keine Ausnahme. Welche Mehrbelastungen die Bochumer nächstes Jahr insgesamt tragen müssen, ist noch unklar. Eines ist aber sicher: Die Straßenreinigung wird teurer – wieder einmal.

8,16 Euro je Meter Grundstücksseite soll die Säuberung öffentlicher Straßen zum Beispiel in der Reinigungsklasse B1 mit Gehweg von Januar an kosten, für 2021 ist eine weitere Anhebung auf dann 8,47 Euro vorgesehen. Insgesamt steigt der Gebührenbedarf, so die Verwaltung, erst um 4,0 Prozent und ein Jahr weiter noch einmal um 3,8 Prozent.

Drei Hauptgründe für Gebührenanstieg

Ein Trend, der schon seit einigen Jahren anhält. Zum Vergleich: Im Herbst 2013 hatte die Politik auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, die Gebühren in der Klasse B1 für 2014 auf 6,57 Euro je Gehwegmeter anzuheben. 2021, also sieben Jahren später, wird dieser Betrag um 1,90 Euro oder 28,9 Prozent angestiegen sein. Ein sattes Plus.

Dafür soll es nach Auskunft der Verwaltung nachvollziehbare Gründe geben. Vor allem drei Punkte tragen demnach maßgeblich zu dem drastischen Gebührenanstieg bei: „Tarifsteigerungen, Verzicht auf Glyphosat und die Umstellung auf Elektroantriebe“, so Stadtsprecher Peter van Dyk.

Lohnkosten sind deutlich gestiegen

Im öffentlichen Dienst habe es in den vergangenen Jahr mehrfach spürbare Steigerungen gegeben, „vor allem in den niedrigeren Lohngruppen, in denen die meisten Straßenreinigungskräfte eingruppiert sind“, so der Sprecher. Der 2014 erfolgte Verzicht auf das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat haben dazu geführt, dass mehr Personal und mehr Zeit benötigt werden, um etwa das Unkraut zwischen Gehwegplatten zu beseitigen. Und schließlich würde die Umstellung von Verbrennungs- auf Elektromotoren die Kosten steigern. Denn: „Ein elektrisch betriebener Laubbläser kostet zehnmal so viel wie ein Verbrenner“, so der Stadtsprecher. Dazu kommen weitere Kosten wie etwa die für Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern.

Knapp 23 Millionen Euro wird die Straßenreinigung in Bochum voraussichtlich im Jahr 2020 kosten, sogar 23,8 Millionen Euro ein Jahr später – so die Kalkulation. Wie hoch der Kostendeckungsbeitrag durch die jetzt festzulegenden Gebühren dann sein wird, ist noch hoffen. Für das vergangenen Jahr hatte die Betriebsabrechnung einen Deckungsgrad von 98,8 Prozent bei einem Volumen von 21,4 Millionen Euro ergeben.

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