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Tierheim Bochum baut Kleintierhaus für 1,3 Millionen Euro

So soll das neue Kleintierhaus auf dem Gelände an der Kleinherbeder Straße aussehen..

So soll das neue Kleintierhaus auf dem Gelände an der Kleinherbeder Straße aussehen..

Foto: Tierheim Bochum

Bochum.  Das Tierheim baut für 1,3 Millionen ein Kleintierhaus. Kaninchen, Meerschweinchen u. a. haben viel zu wenig Platz. Es fehlen aber noch Spenden.

Wer mindestens 130.000 Euro spendet, wird im Bochumer Tierheim namentlich verewigt. Dort wird der Träger, der Tierschutzverein Bochum, Hattingen, und Umgebung, für geplant 1,3 Millionen Euro ein neues Kleintierhaus für Meerschweinchen, Mäuse, Hamster, Degus, Chinchillas, Vögel und Reptilien bauen. „Wenn Sie uns mit mindestens zehn Prozent der Bausumme helfen möchten, benennen wir das Kleintierhaus nach Ihrer Firma!“, verspricht Vereinsvorsitzender Michael Schneider.

Die Situation für die Kleintiere im Tierheim an der Kleinherbeder Straße sei zurzeit „katastrophal“, wie Schneider am Mittwoch der WAZ sagte. „Wir sind gezwungen, die Tiere so zu halten, wie wir es nicht mehr vertreten können.“ Anders als früher, als nur wenige Kleintiere in Not gerieten und ein einzelner Raum im Tierheim ausreichte, gibt es mittlerweile viel zu wenig Platz.

„Animal Hoarding“ hat zugenommen

Rund 40 Prozent aller Haustiere, die im vergangenen Jahr im Tierheim aufgenommen wurden, waren Kleintiere. „Im Schnitt befanden sich an jedem Tag rund 47 Kleintiere, Exoten und Vögel in unserem Tierheim. Eine so große Anzahl, dass der vorhandene Raum schon lange nicht mehr ausreichend ist.“

Ein Grund für den Anstieg der Zahlen ist das „Animal Hoarding“, massenhafte private Tierhaltung. In der Regel können die Tiere erst nach mehreren Wochen oder Monaten wieder vermittelt werden.

Gezwungenermaßen musste improvisiert werden. Im Katzenhaus wurde Platz geschaffen, dann im Hundehaus 4 mit Innengehegen und Käfigen. Aber weil dann irgendwann Platz für die Hunde fehlte, entschloss sich die Vereinsleitung, ein ganz neues Gebäude zu errichten. Mit separatem Quarantänebereich, einer Krankenstation sowie Mitarbeiterräumen.

Baubeginn voraussichtlich im Frühjahr 2020

Bereits vor drei Jahren war der Neubau beabsichtigt worden. Rund 200.000 Euro sollte er kosten, 2017 sollte er entstehen. Beides hat sich aber massiv geändert. Erst im kommenden Frühjahr sollen die Bagger anrollen. Schließlich müssen moderne gesetzlichen Vorgaben beachtet werden. Schneider: „War es früher üblich, Kaninchen in Käfigen unterzubringen, gibt es nun Richtlinien, nach denen zwei bis drei Kaninchen gemeinsam sechs Quadratmeter Platz zustehen. Da Einzelhaltung von Kaninchen nicht artgerecht ist, werden für ein Kaninchenpaar also mindestens vier Quadratmeter benötigt. Diese Vorschriften gelten auch in Tierheimen und wir wollen uns natürlich unbedingt daran halten, denn wir sehen uns in einer Vorbildfunktion.“

Tierheim braucht Spender und Sponsoren

1,3 Millionen Euro – „ganz schön viel für einen Tierschutzverein“, weiß Schneider. Einen Teil des Geldes erhofft er sich von der Stadt. Außerdem kann das Tierheim Erbschaften für den Bau verwenden. Den Rest sollen nach Möglichkeit Spender und Sponsoren aufbringen. „Für Firmen, die uns finanziell unterstützen wollen, bieten wir attraktive Möglichkeiten: Am Kleintierhaus werden wir die Logos und/oder Namen aller Spender ab 5000 Euro ausstellen“, sagt Schneider. Aber auch über ganz kleine Beträge Einzelner freue man sich. „Ich hoffe, dass die Bevölkerung uns hilft.“ Die Zahl der Kleintiere werde in diesem Jahr wohl erneut ansteigen.

Sollten nicht genug Spenden reinkommen, müsste der Tierschutzverein einen Kredit aufnehmen, sagt Schneider.

Das Kleintierhaus wird auf 270 Quadratmeter Grundfläche gebaut und zwei Etagen gebaut. Außen wird es Gehege für Kaninchen und Meerschweinchen sowie Außenvolieren für Vögel geben.

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