Bochum Total

Total-Festival läuft: Bochum ist jetzt Party-Hauptstadt

Bochum in Partystimmung: In der Innenstadt begann am späten Nachmittag das Bochum-Total-Festival, hier beim Auftritt von Jo Hartmann.

Bochum in Partystimmung: In der Innenstadt begann am späten Nachmittag das Bochum-Total-Festival, hier beim Auftritt von Jo Hartmann.

Foto: ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Jetzt geht’s los: Mit den ersten Live-Bands startete am Donnerstag das Festival „Bochum Total“. Bis Sonntag werden 700.000 Besucher erwartet.

Bochum macht Party, Bochum macht Laune: Bei idealem Open-Air-Wetter feierte Bochum Total am frühen Donnerstagabend einen stimmungsvollen, wenngleich noch verhaltenen Start. Tausende Menschen strömten in die City, um die ersten Live-Bands und Künstler zu erleben.

Zum 34. Mal verwandelt das Umsonst-und-draußen-Festival die Innenstadt in eine Partymeile. Dabei ist der BO-Total-Donnerstag angestammter Revier-Tag. Auch diesmal waren die Ruhris zum Auftakt noch weitgehend unter sich, mit Besuchern meist aus der Stadt und Region. Das wird sich ab Freitag massiv ändern, wenn Fans aus ganz Europa erwartet werden. 700.000, so die vorsichtigen Schätzungen, sollen es wie im vergangenen Jahr bis zum Ausklang am Sonntagabend sein.

Von Dudelsack bis zum Punkrock

Die musikalische Spannbreite des Festivals dokumentierte schon Tag 1. Auf der Wortschatzbühne machen die kultigen Kilt-Knaben von „Scots’n Breizh“ aus Herten an ihren Dudelsäcken dicke Backen. Auf der Sparkassenbühne wecken Henry and the Waiter aus Frankfurt mit melancholischen Gitarrenriffs Urlaubsgefühle. Auf der Ringbühne hat das Bochumer Rock-Urgestein Jo Hartmann („Ich bin wieder da!“) bei seinem Heimspiel die Sonne im Gesicht und Reibeisen in der Stimme.

Den Sommer auf den Südring bringen dann am Abend die Reggae-Ruhrpotter von Banda Senderos. Auf und vor der Ringbühne gibt es schnell kein Fußpaar mehr, das still und unerschrocken vor den gute Laune-Beats bestehen könnte.

Deutsche Texte, karibische Rhythmen und das wohlige Sommerabend-Gefühl inklusive.

Headliner des ersten Abends ist die charmante Fraktion um Frontdame Alice Francis, die trotz Bänderriss den Neo-Swing tänzerisch auf die Bühne bringt und die Köpfe im Publikum drehen lässt. Musik so leicht wie der Wind, der nur spärlich durch die Gassen zieht. Und in der Trompete bläst eine Berliner Punkband mit dem lieblichen Namen „Kotzreiz“ zum Finale. Wieder gilt: Genau dieser Mix ist Bochum Total.

100 Bands sind bis Sonntag am Start

Insgesamt sind es mehr als 100 Bands mit 450 Künstlern, die auf den Außenbühnen und – als nächtlicher Nachschlag – nach 22 Uhr in den Clubs und Kneipen auftreten. Hinzu kommen rund 140 Stände mit Kunsthandwerk,

Speisen und Getränken, darunter auch gewagte Kreationen wie Slush-Eis mit Alkohol. Apropos Getränke: Es herrscht wieder Glasflaschen-Verbot, das von den Ordnungskräften auch strikt überwacht wird.

Am Freitag geht’s um 17 Uhr mit dem Musikprogramm weiter. Zwei der Höhepunkte gehen leider zeitgleich über die Bühne: DSDS-Gewinner Thomas Godoj rockt um 20.45 Uhr auf der 1Live-Bühne, während Ex-Luxuslärm-Sängerin Jini Meyer auf der Sparkassenbühne ihr Comeback einläutet.

Anwohnerproteste auf der Hattinger Straße

Proteste gibt es auch schon. Anwohner der Hattinger Straße beschweren sich über Gestank und Lärm. Grund: Stadteinwärts wird der Verkehr wegen der Straßensperrungen auf eine Spur verengt. Vor der Ampel bilden sich Rückstaus „bis zum Bergmannsheil“, klagt ein Nachbar und hat ein Bettlaken auf seinem Balkon angebracht. Aufschrift: „Bitte Motor aus!“

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