Auszeichnung

Wichtige Kulturpreise ehren Bochumer Bühnen-Künstler

Maja Beckmann (mit Raiko Küster) in David Böschs Fallada-Inszenierung „Kleiner Mann, was nun?“, Premiere im Januar 2012 im Schauspielhaus.

Maja Beckmann (mit Raiko Küster) in David Böschs Fallada-Inszenierung „Kleiner Mann, was nun?“, Premiere im Januar 2012 im Schauspielhaus.

Foto: ARNO DECLAIR

Bochum.  Nicht nur Sandra Hüller und Jens Harzer werden für ihre Arbeit am Schauspielhaus ausgezeichnet. Auch Maja Beckmann freut sich – über den „Faust“.

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Das Jahr neigt sich, und die Kultur-Preise häufen sich. Am Wochenende wurden die Theaterpreise am Schauspielhaus verliehen, am 15. Dezember steht die Vergabe des Peter-Weiss-Preises an die Künstlerin Otobong Nkanga ins Haus. Doch auch außerhalb von Bochum werden (Ex)-Bochumer Akteure mit Ehrengaben überrascht.

Abschied kam 2013

So wie jetzt Maja Beckmann, die in Kassel mit dem „Faust“-Theaterpreis als beste Darstellerin 2019 geehrt wurde. Maja Beckmann bleibt wegen ihrer Schauspielhaus-Jahre für immer mit Bochum verbunden. Dort hatte sie als Rookie 2000 begonnen, als sie 2013 ihren Abschied nahm, gehörte sie zu den beliebtesten Bochumer Schauspielerinnen aller Zeiten.

Wunsch nach Tapetenwechsel

Vor sechs Jahren wechselte Beckmann ans Theater Stuttgart, begründet mit dem Wunsch nach Tapetenwechsel: „Jeder zieht mal von zu Hause aus, und das ist jetzt bei mir als Schauspielerin eben auch so“, meinte sie damals. Maja Beckmanns Gestaltungs- und Ausdruckskraft ist legendär, man denke an „I hired a contract killer“ (2008, Regie Jorinde Dröse) oder „Die Ratten“ und „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“, 2008 und 2011 von David Bösch eindringlich in Szene gesetzt. Heute gehört sie zum Ensemble der Münchner Kammerspielen; den „Faust“ erhielt sie für ihr Spiel in „Dionysos.Stadt“. Ein dicker Glückwunsch von der Ruhr an die Isar, Maja!

Dass Bochum, zumal was die Karriere von Regisseuren und Schauspieler/innen angeht, seit jeher ein wichtiges Basecamp war, weiß jeder. Man denke an große Namen wie Andrea Breth oder Matthias Hartmann, an Kirsten Dene und Michael Maertens. Erfreulicherweise ist die künstlerische Qualität immer noch hoch, um nicht zu sagen: überragend, auch wenn man in diesem Fall von einem Rückstrom sprechen könnte. Denn die 2019 zu den Besten des deutschsprachigen Theaterraumes gekürten Jens Harzer (Träger des Iffland-Ringes) und Sandra Hüller („Theater heute“-Schauspielerin des Jahres) gehören als Gast bzw. fest zum Schauspielhaus-Ensemble.

Europaweit gültiger Ruf

Und Johan Simons, der Intendant, feilt weiter an seinem europaweit gültigen Ruf als neugieriger, politisch denkender Regisseur mit einigem Einfühlungsvermögen. Mit seinem trefflichen Bochumer „Hamlet“ ist er dann – hoffentlich! – nächstes Jahr auch beim Theatertreffen in Berlin dabei.

Übrigens ist eine weitere „Faust“-Gewinnerin, Anne Teresa de Keersmaeker, ebenfalls mit Bochum verbunden, und auch hier heißt der Katalysator Johan Simons. Er holte die belgische Top-Choreographin während seiner Ruhrtriennale-Ära; unvergessen sind de Keersmaekers Inszenierungen von 2012.

Erst Avignon, dann Bochum

In der Jahrhunderthalle, vor einer gewaltigen Giebelwand mit Hochfenstern, spielten „En Atendant“ zu Sonnenuntergang und nur wenige Stunden später „Cesena“ zum Sonnenaufgang.

Beide Tanzstücke hatten zuvor in Avignon Premiere gefeiert, ihre Transferierung vom Papstpalast in die Industriekathedrale im Westpark konnte man nur als gelungen beschreiben.

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