Fangesänge

Wie Fangesänge in der Ostkurve beim VfL Bochum entstehen

Bei Fangesängen des VfL Bochum haben in der Regel die Ultras im Ruhrstadion den Hut auf.Im Moment befinden sie sich im Stimmungsboykott.

Foto: Hendrik Steimann

Bei Fangesängen des VfL Bochum haben in der Regel die Ultras im Ruhrstadion den Hut auf.Im Moment befinden sie sich im Stimmungsboykott.

Bochum.   Beim VfL Bochum singen die Fans im Ruhrstadion wieder Lieder, die auf den Verein gemünzt sind. Inwiefern die Ultras dabei den Hut aufhaben.

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Der VfL Bochum hat wieder gewonnen und die Fans aus der Ostkurve haben ihre Mannschaft unterstützt. Sie stimmten vermehrt ihre Gesänge an, um die Spieler nach vorne zu peitschen. Nur die Ultras des VfL befinden sich seit Oktober in einem Stimmungsboykott, sie geben sonst den Ton in der Ostkurve an. Doch wie entstehen die Fangesänge überhaupt?

Der Fanbeauftragte des VfL Bochum, Dirk Michalowski, kennt Antworten. „Jemand entwickelt eine kreative Idee und schlägt sie vor. Die Ultras stimmen dann darüber ab“, sagt er. Doch allein die Mitglieder der Ultras, laut Michalowski rund 100 Personen, können Vorschläge einbringen. Von ihnen geht die Initiative aus für das, was später im Stadion gesungen wird. „Wenn Externe Ideen haben, werden sie auch schon mal über einen Ultra in die Gruppe getragen“, weiß Michalowski.

Kreativere Lieder in den 1970er und 80er Jahren

In den 1970er und 1980er Jahren seien die Lieder aus der Kurve kreativer gewesen. „Heute geht es in den meisten Stadien nur noch um kämpfen und siegen“, erzählt der Fanbeauftragte. Früher wurde auch schnell mal ein Song aus den Charts in einen kurzen Schlachtruf umgemünzt. Michalowski erinnert sich beispielsweise an einen Song von Boney M. Aus „Brown Girl in the Ring“ wurde etwa „Werner, Werner Eggeling“.

Wenn Spieler etwas Besonderes leisteten oder eine auffällige Spielweise hatten, nahmen die VfL-Anhänger dies ebenfalls zum Anlass, daraus einen Schlachtruf zu entwickeln. Bekannt wurden so unter anderem die Anfeuerungen von Vahid Hashemian, der sich früher bei seinen Kopfbällen immer drehte wie ein Propeller. Daraus wurde der kurze Ruf „Hu- Hu- Hubschrauber“.

Ein Podest für die Vorschreier

Die Schlachtrufe mit Strophen werden bei den Heim- und Auswärtsspielen ständig gesungen. Besonders bewährt haben sich „Unten auf dem Rasen“, „Blau-Weißer VfL Bochum“ oder das Vereinslied „Mein VfL“. Aber auch „Unsere Heimat, unsere Liebe“ stimmen die Ultras gerne an.

Deren Vorschreier haben seit der vergangenen Saison sogar ein Podest bekommen, um nicht immer vom Zaun hinter dem Tor aus durch das Mikrofon zu rufen. Über die Kurve hinaus zur Haupt- und Gegengerade gibt’s den Frage-Antwort-Ruf „Wenn lieben wir? – V-f-L!“.

Spezielle Lieder für Auswärtsfahrten

Etwa einmal pro Saison gibt es einen neuen Ruf, schätzt Michalowski. Oder zumindest die Überlegung, ihn einzubauen. Denn: „Es muss danach erst in die Kurve getragen werden, damit es jeder mitsingen kann. Zu viele Strophen gibt es deshalb oft nicht“, sagt Michalowski. In der vergangenen Saison wurde ein Lied einstudiert, das Die Fans speziell bei Auswärtsfahrten singen.

Im Moment sind die VfL-Anhänger gefragt, die nicht der Ultra-Gruppierung angehören. In den vergangenen beiden Heimspielen übernahmen sie nach einer Ruhezeit im Verlaufe des Spiels das Kommando in der Ostkurve – in der die Ultras nach wie vor fehlen.

>>> INFO:

  • Nach dem Stimmungsboykott der VfL-Ultras war es lange Zeit still in der Bochumer Ostkurve. Zuschauer auf der Haupttribüne hörten teilweise Anfeuerungen der Kinder im Familienblock.

  • Seit dem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld (0:1) singen die restlichen VfL-Anhänger die Lieder alleine. Teilweise müssen sie sich aber noch finden.

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