Urteil

Zwei Bochumer nach Gewaltexzess im Bermuda-Dreieck bestraft

In diesem Gerichtssaal wurde der Fall verhandelt.

In diesem Gerichtssaal wurde der Fall verhandelt.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Bochum.  Nach einer schweren Gewalttat im Bermuda-Dreieck sind zwei Bochumer verurteilt worden. Ein 24-Jähriger war äußerst schwer verletzt worden.

Die Gewalt endete in einem Exzess: Völlig hemmungslos wurde auf den 24-jährigen Mann eingetreten, obwohl er längst am Boden lag. Dafür wurden jetzt zwei Bochumer (22, 24) verurteilt – aber angesichts der fürchterlichen Verletzungen relativ milde.

Die Gewalttat ereignete sich in der Nacht auf den 30. September 2017 vor dem Lokal „Sachs“ im Bermuda-Dreieck. Dort sollen das spätere Opfer und die beiden Angeklagten in jeweils eigenen Gruppen Wodka getrunken haben. Dabei soll der 24-Jährige – wohl versehentlich – aus der Flasche der anderen Gruppe getrunken haben. Darüber kam es zum Streit untereinander, erst in dem Lokal, dann vor der Tür.

Mit voller Wucht gegen den Kopf getreten

Die Situation ist völlig eskaliert: Laut Urteil schlugen die beiden Angeklagten auf den 24-Jährigen ein, einer nahm ihn in den Schwitzkasten und brachte ihn zu Boden. Dort wurde dem Mann kräftig gegen den Kopf getreten.

Er erlitt unter anderem verschiedene Brüche der Schädel- und Gesichtsschädelknochen, einen Nasenbeinbruch und einen Bruch des Augenhöhlenbodens zur Kieferhöhle. Zehn Tage lag er im Krankenhaus, wobei ihm mehrere Metallplatten eingesetzt wurden. Bis heute sind Folgen der Verletzungen erkennbar.

Die Beweislage war nicht eindeutig

An sieben Verhandlungstagen wurden vor der 3. Strafkammer zahlreiche Zeugen verhört. Aber aufgrund damaliger Alkoholisierungen und widersprüchlicher Aussagen war die Beweislage nicht eindeutig. Die Richter waren zwar überzeugt, dass einer der Angeklagten das Opfer mit voller Wucht ins Gesicht getreten hatte, nur konnten sie nicht feststellen, wer von den beiden das war. Keiner der beiden räumte das ein.

Der Geschädigte hatte durch die Tat einen traumatischen Gedächtnisverlust erlitten: Er kann sich weder an die Tat noch an das Geschehen davor erinnern.

Geschädigter soll 4000 Euro Schmerzensgeld erhalten

Deshalb konnte das Gericht die Angeklagten nur wegen der Schläge verurteilen: Der Ältere bekam ein Jahr auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung, zudem muss er 2000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer bezahlen. Der Jüngere (damals noch 20) wurde nach Jugendstrafrecht verurteilt und erhielt eine Geldauflage in Höhe von ebenfalls 2000 Euro. Auch dieses Geld soll er an das Opfer überweisen.

Beide Angeklagten sind nicht vorbestraft und leben in gefestigten Verhältnissen. Sie waren damals alkoholisiert, so dass das Gericht eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausschließen konnte. Die Angeklagten waren damals bereits kurz nach der Tat gefasst worden.

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