Klimawoche

Bauer macht aus Mist Gas

Landwirt  Johannes Miermann führt Höhrer der Volkshochschule über den Hof: Rechts liegt der Schweinstall, links die gut zwei Millionen Euro teure Biogasanlage

Landwirt Johannes Miermann führt Höhrer der Volkshochschule über den Hof: Rechts liegt der Schweinstall, links die gut zwei Millionen Euro teure Biogasanlage

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi

Kirchhellen.   Landwirt Miermann beheizt Schulen, Hallenbad, Krankenhaus und Feuerwehr in Kirchhellen. Während der Klimawoche besichtigen VHS-Hörer sein ökologisches Kraftwerk.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Kirchhellener Landwirt Johannes Miermann sorgt dafür dass Hallenbad, Schulen, Feuerwehr und Antonius-Krankenhaus in seinem Heimatort gut beheizt werden. Aus Schweinemist, Grünroggen und Silomais erzeugen Bakterien in den großen Betonbehältern auf dem Bauernhof am Scheideweg Biogas. Daraus wiederum erzeugt Miermann Strom und die Wärme für die nur wenige hundert Meter entfernt liegenden Gebäude im Kirchhellener Ortskern.

Das macht viele neugierig. Hörer von Volkshochschulen, Schulklassen und Vereinsgruppen ziehen regelmäßig von Miermanns Scheune aus los, um sich anzusehen, wie die Biogas-Anlage neben Miermanns Schweinestall funktioniert. Gerade eben besuchten im Rahmen der „Klimawochen Ruhr“, zu denen der Regionalverband Ruhr aufrief, Hörer der Gladbecker Volkshochschule den Landwirt und schauten sich in dem umweltfreundlichen Kraftwerk um.

„Wir erzeugen hier Methan“, erklärt Johannes Miermann. „Das kann man auch speichern“, sieht der Kirchhellener Vorteile gegenüber alternativen Energien wie etwa Strom aus Windkraft.

Feuer und Flamme

Miermann junior ist Feuer und Flamme für das Öko-Projekt auf seinem Hof. Ohne diese Überzeugung wären die Miermanns ihr wirtschaftliches Wagnis beim Bau der Biogas-Anlage wohl auch kaum eingegangen. Immerhin kostete das von Bakterien betriebene Kraftwerk neben dem Schweinestall gut zwei Millionen Euro. Die Modernisierung des Hallenbades vor gut sieben Jahren ließ Miermanns Idee reifen. „Das bleibt da bestimmt die nächsten zwanzig Jahre, und da wird viel Wärme gebraucht“, erinnert er sich.

Doch es sei zunächst nicht einfach gewesen, die Stadt und später auch die Krankenhausgesellschaft für ihre Sache zu gewinnen. „Im ersten Jahr haben wir Blut und Wasser geschwitzt“, räumt der Landwirt ein, mittlerweile habe er die Biogasanlage aber sogar erweitert. „Für die Wärme haben wir mittlerweile ja große Abnehmer gefunden“, sagte der Kirchhellener. Die Ersparnis allein der Stadt bei der Beheizung ihrer Bauten mache sechsstellige Summen aus. Wegen der

Ins Stromnetz

Auch mit dem Strom, den seine Motoren bei der Verbrennung des Biogases erzeugen, deckt der Landwirt nicht nur den Energiebedarf des eigenen Betriebes, den Überschuss speist er ins öffentliche Stromnetz ein.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (7) Kommentar schreiben