Gesundheit

Bottroper Experten raten: Jetzt gegen Grippe impfen lassen

Ärztesprecher Dr. Gregor Postberg appelliert an die Bottroper, jetzt an die Grippeschutzimpfung zu denken. Hier setzt Nadine El Beridi, medizinische Fachangestellte, eine Impfung an.

Ärztesprecher Dr. Gregor Postberg appelliert an die Bottroper, jetzt an die Grippeschutzimpfung zu denken. Hier setzt Nadine El Beridi, medizinische Fachangestellte, eine Impfung an.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Bottroper Ärztesprecher hat schon 100 Patienten gegen die Influenza geimpft. Empfohlen wird die Impfung für Schwangere, chronisch Kranke, Ältere.

Die Grippesaison kommt langsam ins Rollen – und daher raten Mediziner und Apotheker dazu, jetzt an die Grippeschutzimpfung zu denken. „Der Impfstoff wird meistens in der zweiten Septemberhälfte ausgeliefert und ist jetzt überall flächendeckend vorhanden“, sagt Ärztesprecher Dr. Gregor Postberg. „Ich habe die ersten 100 Patienten auch schon geimpft.“ Oktober und November gelten als die besten Monate dafür.

Der Internist möchte dringend zu dem Piks motivieren, der im Zweifel Leben retten kann. Die Influenza, wie die Grippe im Fachjargon heißt, „ist eine potenziell gefährliche Erkrankung, an der man sterben kann“, betont Postberg.

Empfehlung der Ständigen Impfkommission

Dass die Grippe im Gegensatz zur Erkältung bzw. grippalen Infekt eine ernstzunehmende Infektionskrankheit ist, hebt auch die Sprecherin der Bottroper Apothekerschaft hervor. „Für Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere sowie Personen mit einem erhöhten beruflichen Risiko empfiehlt die Ständige Impfkommission die Grippeschutzimpfung“, erläutert Birgit Lauer. Gerade für Risiko-Gruppen sei die Impfung mitunter lebenswichtig, was Lauer mit diesen Zahlen untermauert: Rund 25.000 Menschen in Deutschland kostete die außergewöhnlich starke Grippewelle 2017/18 das Leben, wie das Robert-Koch-Institut berichtet.

Lauer mahnt, auch Kinder mit Atemwegserkrankungen wie Asthma bei den Impfungen nicht zu vergessen. Postberg empfiehlt dieser Vorsorge-Maßnahme auch medizinischem oder pädagogischem Personal und Berufspendlern – „jedem, der mit vielen Menschen zu tun hat“.

Ansteckungsrisiko verringern durch regelmäßiges Händewaschen

Aktuell sei ein Vierfach-Impfstoff Standard. Und allen kritischen Meinungen, die er immer wieder höre, möchte der Ärztesprecher entgegnen: „Es gibt diesen Schutz und keinen besseren.“ Lauer weiß: „,Die Impfung kann die Erkrankung nicht in jedem Fall verhindern. Sie trägt aber dazu bei, dass eine Influenzaerkrankung milder, also mit weniger Komplikationen verläuft als bei Ungeimpften.“

Beide Fachleute raten zu weiteren Maßnahmen, um eine Ansteckung mit Grippeviren bzw. deren Ausbreitung zu verhindern. Dazu gehört das regelmäßige, gründliche Händewaschen. „Husten sollte man in ein Taschentuch und nicht in die hohle Hand“ – mit der man dann z.B. die nächste Türklinke anfasst, ergänzt Postberg.

Weil sich der Erreger von Jahr zu Jahr ändert, sollte die Impfung jedes Jahr im Herbst wiederholt werden. Postberg geht auch davon aus, dass diesmal – anders als in der vergangenen Saison – genügend Impfstoff zur Verfügung stehen wird. Nach der Impfung dauert es zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig greift.

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